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Verfügbarkeit und Fazit

Umso enttäuschender ist es, wenn das Spiel zuweilen hakt und ruckelt. Hier muss (und soll) noch nachgebessert werden. Vernichtende Pannen haben wir nicht erlebt, aber sehr wohl drastische Einbrüche der Framerate, nicht erkannte Knopfdrücke und Gegner, die erstarren oder die wie Statuen durch die Welt schweben.

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Das hartnäckigste Problem ist allerdings so gewollt: Die Menü-Steuerung mit dem Pip-Boy war schon immer umständlich. Das war in Fallout 3 und 4 halb so schlimm, schließlich blieb brav die Zeit stehen, bis wir den passenden Artikel aus dem Inventar gefummelt hatten. In einem Onlinespiel geht das natürlich nicht. Zumindest mit der Controllersteuerung auf unserer Konsole sind die Menüs unter Zeitdruck schlicht untauglich. Auch das Schnellwahlrad ist eine schlechte Krücke; einige der schwer entzifferbaren Items haben sogar dasselbe Symbol. Und wenn plötzlich eine Waffe kaputtgeht oder die Stimpaks zur Neige, dann sind wir ganz schnell tot. Das Zielsystem VATS ist zwar immer noch an Bord, aber es hält die Zeit nicht mehr an, und dient damit höchstens als Hilfe für Menschen, die mit der sehr mäßigen Shootersteuerung hadern.

Der Tod kommt schnell in diesem Spiel. Anfangs wirkt das bedrohlich, aber schon nach wenigen Stunden hat er seinen Stachel verloren. Denn sterben ist in dieser Welt harmlos wie ein Schnupfen. Wir verlieren unseren gesammelten Schrott, dürfen aber sofort am nächstgelegenen Ort auf der Karte wieder einsteigen, um die Beute zurückzuholen. Sogar die Gegner sind noch verwundet. In der Nähe von Respawn-Orten lohnt sich das Heilen deswegen kaum, sterben und wiederkommen schont die Ressourcen.

Deutlich einfacher wird das Überleben nach ein paar Levelaufstiegen; mit den Hauptmissionen geht es schnell aufwärts. Die Attribute werden wieder SPECIAL abgekürzt, aber der Rest des Systems wurde überarbeitet. Anfangs vergeben wir gar keine Punkte und können wenig. Nach jedem Aufstieg dürfen wir dann ein Attribut steigern und einen Boosterpack mit Karten öffnen, die entweder Skills wie Hacken oder Boni wie eine Resistenz gegen Krankheitserreger verleihen.

Anfangs hat uns das System verwirrt, aber im Laufe des Spiels sammeln wir eine richtige Kartenhand, die wir gelegentlich neu sortieren, um die Taktik umzustellen. Das alte System mag tiefer gewesen sein, aber jetzt funktioniert es schneller - diesen Mut zur Veränderung hätte auch das altbackene Interface rund um den Pip-Boy dringend nötig gehabt.

Fallout 76 ist für Windows-PC, Playstation 4 4 und Xbox One erschienen. Der Preis liegt bei 60 Euro; auf Konsole sind kostenpflichtige Gold- bzw. Plus-Mitgliedschaften nötig. Mit einem einigermaßen flotten PC läuft das Spiel deutlich besser, als auf den Konsolen (PC-Systemanforderungen). Die Übersetzung ins Deutsche ist gelungen. Gut geschrieben, aber etwas langatmig ist das Spiel auch auf Englisch. Von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 18 Jahre erhalten.

Fazit

War es das schon? Natürlich nicht. Ein lebendiges Onlinespiel wie dieses kann nicht abschließend beurteilt werden. Einen guten Teil der Welt haben wir in den über 20 Stunden, die wir gespielt haben, gar nicht gesehen. Ungefähr zeitgleich mit diesem Artikel erscheint auch schon der erste große Patch. Und zumindest die Größe der Welt deutet an, dass hier noch sehr viel passieren könnte. Einige Probleme bleiben aber grundlegend: Die Menüsteuerung müsste stark überarbeitet werden, um auch unter Zeitdruck gut zu funktionieren. Die Geschichten sind nicht nur magerer geworden, sie gehen auch unter.

Selbst wenn die Onlinefreunde gerade nicht dazwischenquatschen, könnte jederzeit eine Maulwurfratte aus dem Boden brechen. Da fällt es schwer, sich auf Terminals und Holobänder zu konzentrieren. Die Community wird irgendwann vielleicht viel leisten; aber eine vertrackte Story mit Serien-Schauplätzen wie Megaton oder Diamond City wird sie nicht ersetzen.

Immerhin senden die freundlichen Menschen in Fallout 76 ein gutes erstes Lebenszeichen. Damit sie überhaupt mal sichtbar werden, müsste die Spielerzahl beträchtlich erhöht werden. Aber wo sie auftauchten, waren sie praktisch immer hilfsbereit.

Das Leben als Spaziergänger und Schrottsammler hat uns in diesem halbfertigen Spiel durchaus Spaß gemacht. Aber die Enttäuschung eines halbgaren Fallouts ohne NPCs und ohne die starken, verzweigten Geschichten der bisherigen Spiele hat für uns überwogen. Vielleicht wird Fallout 76 noch ein gutes Spiel. Aber kurz nach dem Start ist es das nicht.

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 Fallout 76 im Test: Die große postnukleare Leere
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oli_p_aus_e 27. Nov 2018

Genau wie bei mir... die erste Berührung hatte ich mit Fallout 3, bin also bei den...

motzerator 27. Nov 2018

Das ist mir aber völlig neu. Darum sind jetzt auch alle so begeistert über das neue...

motzerator 27. Nov 2018

Wie alt ist denn diese Information? Mir wird derzeit ein Preis von 61,99 angezeigt...

slashwalker 25. Nov 2018

http://de.fallout.wikia.com/wiki/Kampf_um_Anchorage

SirFartALot 22. Nov 2018

Frag mich mal! Ich hab mir das mit WoW so richtig eingebaut, dass ich jeden Scheiss...


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