Konkurrenz zur SLS, aber vorerst kein Flug zum Mond

Die Konkurrenz zur SLS klang zwischen den Zeilen auch in einer Telefonkonferenz mit Musk am Montagabend an. Prinzipiell sei es möglich, noch weitere Seitenbooster zur Falcon Heavy hinzuzufügen und so eine Falcon Super Heavy zu bauen, sagte Musk. In der gleichen Konferenz gab er aber auch zu, dass die Pläne für einen Start des Dragon-Raumschiffs mit der Falcon Heavy vorerst gestrichen seien - und damit auch die Pläne für einen privaten Flug um den Mond, der für Ende dieses Jahres angedacht war.

Stellenmarkt
  1. Frontend Developer (m/w/d)
    Bildungsinnovator, Düsseldorf, Kleve (Home-Office möglich)
  2. Sachbearbeitung (w/m/d) für Informationssicherheit und Datenschutz
    Landesamt für Steuern Niedersachsen, Hannover
Detailsuche

Beim ersten Testflug wird die Falcon Heavy weit weniger als die theoretisch mögliche Leistung erbringen. Die Wiederverwendung aller Teile der Rakete, abgesehen von der Oberstufe, kostet mehr als die Hälfte der Nutzlast. Das liegt vor allem an der Landung der zentralen Stufe. Sie muss fast ihre gesamte Geschwindigkeit wieder abbremsen, um den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu überstehen, mit eigenen Triebwerken und eigenem Treibstoff. Ohne Landung stünde dieser Treibstoff für die weitere Beschleunigung der Oberstufe zur Verfügung.

Der zweite Grund sind die Seitenbooster, die nur 92 Prozent des vollen Schubs haben werden, weil sie noch aus einer älteren Generation der Falcon-9-Raketen stammen. Bis zur Abtrennung dieser Booster wird die zentrale Stufe auch nicht auf vollem Schub laufen, um Treibstoff zu sparen. Wegen des niedrigeren Schubs der Seitenbooster kann die zentrale Stufe aber nicht so viel Treibstoff sparen wie in späteren Flügen vorgesehen.

Der Testflug soll keine teure Nutzlast gefährden

Der Hauptzweck des Fluges ist die Demonstration des Starts der Rakete, um sicherzustellen, dass es keine ungewollten Interaktionen zwischen den Boostern und dem Rest der Rakete gibt. Dazu kommt die Demonstration des Flugprofils für die Airforce. Die Nutzlast selbst, der Roadster, ist sekundär und nicht Teil der Demonstration der Fähigkeit der Rakete. Er ist so leicht, dass er auch mit einer einfachen Falcon 9 in die geplante Umlaufbahn gebracht werden könnte - inklusive Landung der ersten Stufe.

Golem Akademie
  1. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
  2. Einführung in Unity: virtueller Ein-Tages-Workshop
    17. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Abgesehen vom Funktionstest verfolgt der Start der Falcon Heavy keinen weiteren Zweck. Die Nutzlast sollte mit Absicht "möglichst albern" sein. Schon beim ersten Flug des Dragon-Raumschiffs war ein Rad Käse mit an Bord, in Erinnerung an einen Sketch von Monty Python. Statt Monty Python ist es diesmal David Bowie.

Das ist eine gute Praktik. Die Europäische Raumfahrtagentur Esa hielt es anders und nahm beim ersten Flug der Ariane 5 keine alberne, sondern eine wertvolle Nutzlast mit und zerstörte dabei durch einen Computerfehler vier Forschungssatelliten im Wert von 400 Millionen US-Dollar. Beim ersten Start der in allen Teilen erneuerten Ariane 5 ECA, im Jahr 2002, waren die Satelliten Stentor und Hot Bird 7 an Bord. Durch eine Fehlkonstruktion des neuen Vulcain-2-Triebwerks wurden die beiden Satelliten im Wert von 630 Millionen Euro zusammen mit der Rakete zerstört. Beim ersten Flug der Ariane 6 sollen vier Galileo-Satelliten an Bord sein, deren Wert immerhin deutlich geringer ist.

Nachtrag vom 6. Februar 2018, 22:20 Uhr

Der Start der Falcon Heavy in den niedrigen Erdorbit ist erfolgreich verlaufen, nachdem zu starke Höhenwinde den Start um mehrere Stunden verzögert hatten. Im zweiten Manöver wurde der höchste Punkt des Orbit auf 7.000 Kilometer angehoben, womit die Stufe die Van-Allen Gürtel durchfliegt. In sechs Stunden soll sie wieder gezündet werden, um die endgültige Flugbahn zu erreichen.

Ein Teil des Fluges ist allerdings nicht erfolgreich erlaufen. Bei der Landung des mittleren Boosters brach die Funkverbindung zum Landeschiff Of course I still love you ab, was schon häufiger vorgekommen ist. Der Status des Boosters war zunächst unklar, im Countdown Net, bei den Ansagen der Techniker während des Fluges, gab es eine sehr knappe Durchsage, dass der Booster verloren sei.

SpaceX bietet auf Youtube auch Livestreams aus dem Orbit an.

Nachtrag vom 7. Februar 2018, 10:20 Uhr

Inzwischen steht fest: Der Rest der Mission war erfolgreich.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Pläne für die Rakete gibt es seit 2005
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


M.P. 09. Feb 2018

ÄÄhhh was ist der Zusammenhang mit meinem Posting?

KraftKlotz 08. Feb 2018

Er hat es doch nicht geschafft, hatte die erste Info von dem Stream nach der Landung auf...

Anonymer Nutzer 07. Feb 2018

Nachdem ich mir das gestern dann später nochmal angesehn habe, die Rakete kurz zuvor über...

Pedrass Foch 07. Feb 2018

Neue Radiowellen müssen dann vermutlich erst per Schiff heran gefahren werden? Ok, das...

CubiCux 07. Feb 2018

Das wird dann der nächste Schritt bei SpaceX: Sie lassen zwei Booster vom Boden starten...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Corona-Warn-App
Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro

Die Bundesregierung hat für die Corona-Warn-App bisher mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben. Derzeit gibt es besonders viele rote Warnungen.

Corona-Warn-App: Jede geteilte Warnung kostete 100 Euro
Artikel
  1. Dice: Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt
    Dice
    Update-Roadmap für Battlefield 2042 vorgestellt

    Ob das reicht? Das Entwicklerstudio Dice hat seine Pläne für Battlefield 2042 vorgestellt. Der Shooter hat extrem niedrige Spielerzahlen.

  2. Activision Blizzard: Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?
    Activision Blizzard
    Was passiert mit Call of Duty, Diablo und Xbox Game Pass?

    Playstation als Verlierer und Exklusivspiele für den Xbox Game Pass: Golem.de über die bislang größte Übernahme durch Microsoft.
    Eine Analyse von Peter Steinlechner

  3. Glasfaser in Freiburg: Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter
    Glasfaser in Freiburg
    Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter

    Um Bauwurzeln zu schonen, sollte die Telekom in Freiburg Glasfaser im Zickzack ausbauen. Das dortige Tiefbauamt lehnte den Plan des Gartenbauamtes aber ab.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED 55" 120Hz 999€ • MindStar (u.a. NZXT WaKü 129€, GTX 1660 499€) • Seagate Firecuda 530 1TB inkl. Kühlkörper + 20€ PSN-Guthaben 189,90€ • HP Omen Gaming-Stuhl 319€ • Sony Pulse 3D Wireless PS5 Headset 79,99€ • Huawei MateBook 16,1" 16GB 512GB SSD 709€ [Werbung]
    •  /