SpaceX: Falcon Heavy startet 24 Experimentalsatelliten

24 Nutzlasten wurden erfolgreich ausgesetzt, allein drei davon zur Erprobung neuer Antriebe im Weltraum. Mit der Landung der Zentralstufe hatte SpaceX wieder kein Glück, aber eine Nutzlastverkleidung wurde auf dem Meer aufgefangen.

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Der Nachtstart der Falcon Heavy lieferte spektakuläre Bilder.
Der Nachtstart der Falcon Heavy lieferte spektakuläre Bilder. (Bild: SpaceX/Screenshot: Golem.de)

Pünktlich um 8:30 MEZ startete der dritte Flug einer Falcon Heavy von SpaceX. Diesmal stand das Space Test Program 2 der US-Airforce auf dem Startplan, nach der Tesla-Roadster-Mission vom vergangenen Jahr und Arabsat-6A im April dieses Jahr. Auf der Mission sollten die 24 Nutzlasten in vier verschiedenen Orbits ausgesetzt werden. Es war damit die komplexeste Mission einer SpaceX-Rakete seit Bestehen des Unternehmens.

Inhalt:
  1. SpaceX: Falcon Heavy startet 24 Experimentalsatelliten
  2. Ein Sonnensegel segelt und ein 1-km-Kabel sind an Bord

Wie bei den letzten beiden Flügen gelang auch auf der dritten Mission die parallele Landung der beiden Seitenbooster. Wegen der nötigen Treibstoffreserven der Oberstufe sollte die Zentralstufe noch 300 km weiter fliegen als bei der letzten Mission und ein Landemanöver mit drei Triebwerken durchführen. Aber die Raketenstufe schlug noch während des Bremsmanövers in der Nähe des Drohnenschiffs Of Course I Still Love You auf dem Meer auf und explodierte.

Livebilder waren nur vom Landeschiff zu sehen. Das Landemanöver wurde wohl erfolgreich begonnen, dann aber abgebrochen und die Raketenstufe von dem Schiff weggelenkt. Inzwischen äußerte sich Elon Musk auf Twitter zu einer möglichen Ursache. Demnach fiel die Steuerung des mittleren Triebwerks aus, das bei der Landung benötigt wird. Der Grund war wohl die deutlich höhere Hitzebelastung als beim letzten Flug. Bislang gingen alle Zentralstufen der Falcon Heavy verloren. Bei der ersten Mission konnte das Triebwerk zur Landung nicht wieder gezündet werden, bei der zweiten gelang die Landung, aber die Raketenstufe ging bei rauer See über Bord.

Erstmals erfolgreich war hingegen das Auffangen einer halben Nutzlastverkleidung durch das neue benannte Auffangschiff Ms. Tree, der Nachfolgerin von Mr. Steven. Beide Hälften der Verkleidung zusammen kosten neu rund 6 Millionen US-Dollar. SpaceX arbeitet wenigstens seit 2015 an dem Programm. Die erste sanfte Landung im Meer folgte im März 2017, nach dem Start des Satelliten SES-10.

Weniger giftige Treibstoffe werden getestet

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Unter den Nutzlasten befinden sich eine Reihe von Missionen zur Erprobung von neuen Antrieben. Die unmittelbar wichtigste davon ist wohl die Green Propellant Infusion Mission zur Erprobung eines neuen Raketentreibstoffs aus Hydroxylammoniumnitrat (HAN) als Ersatz für das giftige Hydrazin, das seit den 1960er Jahren in fast allen Satelliten und Raumschiffen als dauerhaft lagerbarer Treibstoff im Einsatz ist. Im Vergleich zu Hydrazin hat HAN eine höhere Dichte und höheren spezifischen Impuls, also einen geringeren Treibstoffverbrauch. Außerdem hat es einen niedrigeren Gefrierpunkt, wodurch es auf Missionen im tiefen Weltraum weniger geheizt werden muss. Dieses Problem hatte beispielsweise die Raumsonde Ulysses.

Die Mission wurde aber bereits seit vier Jahren immer wieder verschoben, so dass der Treibstoff schon auf anderen Missionen erprobt wurde. So startete im Januar eine japanische Mission mit ähnlichem Treibstoff. Auch die Oberstufe der Electron-Rakete von Rocketlabs, das in der Vergangenheit bereits mit der Airforce kooperierte, wird von einem Green Propellant angetrieben, das von der Firma bislang nicht näher bezeichnet wurde. Die Oberstufe wird von dem Unternehmen inzwischen auch als Satellitenplattform angeboten.

Mit HAN sollen die Treibstofftanks nicht nur kleiner und leichter, sondern vor allem auch ohne vollständigen Schutzanzug zu betanken sein. Der geringere Aufwand erlaubt größere Flexibilität und vor allem niedrigere Kosten im Bau der Satelliten. Wann HAN das giftige Hydrazin auch in US-Raumschiffen ablöst, ist noch nicht abzusehen. Die russischen Sojus-Raumschiffe nutzen Wasserstoffperoxid für den Zweck, das aber nur für einige Monate stabil bleibt, was die maximale Missionsdauer begrenzt.

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Ein Sonnensegel segelt und ein 1-km-Kabel sind an Bord 
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PaBa 28. Jun 2019

Dir scheint das echt wichtig zu sein, sonst hättest Du keine 3 Kommentare dazu verfasst...

Hotohori 25. Jun 2019

Mich stört eher, dass im Text kein Wort dazu geschrieben wurde, dass die Zentralstufe mit...

Frank... 25. Jun 2019

Ich verweise auf das Schiff des Theseus, finde deine Interpretation aber lustig genug...



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