Falcon-9-Absturz: Nasa hat den Einschlagkrater von SpaceX vermessen
Die Nasa(öffnet im neuen Fenster) hat ihre Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) verwendet, um aus nächster Nähe Spuren des jüngsten Einschlags eines menschengemachten Objekts auf dem Mond zu vermessen. Aus 100 km über der Mondoberfläche wurden detaillierte Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln angefertigt, um Außenmaße und Tiefe des Kraters zu bestimmen.
Die hochauflösenden Fotos, von denen die Nasa am 18. August eine Auswahl veröffentlicht hat, zeigen einen Krater mit einem Durchmesser von 18 m und einer Tiefe von 3 m. Die Spuren der Raketenoberstufe, die nach einer zumindest teilweise erfolgreichen Mission mehr als ein Jahr um den Mond kreiste, sind damit vergleichsweise klein geblieben.
Bei einem besonders ungünstigen Einschlagswinkel und einem seitlichen Aufprall der leeren Treibstofftanks war damit gerechnet worden, dass eine bis zu 180 km große Staubwolke hätte beobachtet werden können. Dies trat aber nicht ein.
Aufwendige Aufnahme, einfache Suche
Zudem teilte die Nasa mit, dass der fotografierte Einschlagpunkt nur 1 km von dem vorhergesagte Punkt entfernt liegt. Demnach seien die Berechnungen der Nasa sehr präzise gewesen.
Das anschließende Fotografieren gestaltete sich allerdings schwierig. LRO kreist entlang Nord- und Südpol um den Mond mit einer Geschwindigkeit von 1,6 km/s. Darunter bewegt sich die Mondoberfläche entlang. Es musste demnach so lange mit den Aufnahmen gewartet werden, bis der Krater sich unter der Kamera entlang bewegte. Laut Nasa war es sechs Tage nach dem Absturz so weit, um die neusten menschlichen Spuren auf dem Mond zu dokumentieren.
Der Golem-Blick
Der Absturz der SpaceX Falcon 9 hat darüber hinaus eine Debatte über die Verantwortung für derlei Weltraumschrott ausgelöst. Schließlich wäre es bei besserer Planung und minimal mehr Treibstoff an Bord möglich gewesen, die Oberstufe auf eine Umlaufbahn um die Sonne zu schicken. Zumal mit steigenden Aktivitäten rund um den Mond mit weiteren vergleichbaren Situationen gerechnet werden muss.
Im besten Fall werden international gültige Regeln beschlossen, um eine Vermüllung der Mondoberfläche von vornherein auszuschließen. Derzeit erscheint eine solche globale Einigung jedoch eher unwahrscheinlich zu sein.
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