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Fake News: Murdoch fordert von Facebook Sendegebühr für Medien

Wie können Verlage von den hohen Gewinnen der IT-Konzerne profitieren? Verleger Rupert Murdoch macht einen Vorschlag, der eine Art Leistungsschutzrecht für Qualitätsmedien bedeuten würde.

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Rupert Murdoch will Geld von Facebook und Google.
Rupert Murdoch will Geld von Facebook und Google. (Bild: Mike Segar/Reuters)

Der australische Zeitungsverleger Rupert Murdoch fordert eine Art Leistungsschutzrecht für große IT-Konzerne wie Facebook und Google. "Wenn Facebook 'vertrauenswürdige' Verlage anerkennen will, sollte es ihnen eine ähnliche Gebühr bezahlen, wie sie bei Kabel-Unternehmen üblich ist", teilte Murdochs Unternehmen Newscorp am Montag mit.

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Die Verlage verbesserten offensichtlich den Wert und die Integrität von Facebook durch ihre Nachrichten, würden für diese Dienste aber nicht angemessen entlohnt, schrieb Murdoch. Zu dessen Unternehmen gehören unter anderem die Londoner Tageszeitung Times, die britische Boulevardzeitung Sun, das Wall Street Journal sowie der amerikanische Kabelsender Fox News.

Murdochs Vorschlag erinnert an die Debatte um das Leistungsschutzrecht in Deutschland und Europa. Hierbei drängen Verlage die Politik dazu, die Nutzung von sämtlichen Verlagsinhalten im Internet lizenzpflichtig zu machen. Die Verleger wollen dadurch an den hohen Einnahmen von Suchmaschinen wie Google oder sozialen Netzwerken wie Facebook beteiligt werden. Diese Einnahmen sollen erforderlich sein, um Qualitätsjournalismus garantieren zu können. Doch Murdochs Vergleich mit den Rechten zur Kabelweitersendung hinkt in diesem Fall: Denn bei Facebook und Google werden in der Regel nicht die vollen Inhalte angezeigt, sondern kurze Ausschnitte, die viele Nutzer zu den Verlagsangeboten bringen.

"Skurrile Nachrichtenquellen"

Murdoch greift in seinem Statement die aktuelle Debatte über die Auswirkungen von sogenannten Fake News auf. Facebook und Google hätten "skurrile Nachrichtenquellen" durch ihre Algorithmen populär gemacht, die den Plattformen zwar Gewinne brächten, aber von Natur aus unzuverlässig seien. Die bislang vorgeschlagenen Lösungen für das Problem seien gesellschaftlich, wirtschaftlich und journalistisch unangemessen.

Der Verleger scheint von dem neuen Vorgehen Facebooks zur Bewertung von Medieninhalten durch Nutzer ebenfalls nicht recht überzeugt. Zudem will Facebook den Anteil von Nachrichten im News-Feed der Nutzer reduzieren. Das bedeutet für viele Medien einen Rückgang an Traffic auf ihren eigenen Seiten. Murdoch zufolge mangele es weiterhin an Transparenz bei dem Unternehmen, auch wenn es Facebook-Chef Mark Zuckerberg durchaus aufrichtig meine.

Geld nur an "vertrauenswürdige Verlage"

Nach Ansicht Murdochs würde eine Weiterleitungsgebühr Facebooks Gewinne nur unbedeutend schmälern, die Aussichten für Verleger und Journalisten jedoch erheblich verbessern. Diese Argumentation erscheint nur dann stimmig, wenn das Geld nur an wenige Verlage verteilt wird, die von Facebook und dessen Nutzern als "vertrauenswürdig" eingeschätzt werden. Da die Inhalte dieser Verlage vom Algorithmus verstärkt im Newsfeed angezeigt werden, würden sie doppelt davon profitieren.

Murdochs Deal würde bedeuten: Facebook und Google zahlen den "vertrauenswürdigen" Medien Geld, damit garantiert werden kann, dass es in Zukunft überhaupt noch solche Medien gibt. Dass die IT-Konzerne diesen Deal freiwillig eingehen werden, ist eher unwahrscheinlich. Sollte in Europa tatsächlich das Leistungsschutzrecht eingeführt werden, könnten die USA und andere Länder zumindest beobachten, ob dieser Weg tatsächlich zum gewünschten Ziel führt.

Zustimmung für seinen Vorschlag erhielt Murdoch umgehend vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). "Seit Jahren kritisieren wir, dass aufwändig erstellte Inhalte von Zeitungen und Zeitschriften von den globalen Plattformanbietern wie Facebook und Google eingesetzt werden, ohne dass die Verlage finanziell davon profitieren", sagte eine Sprecherin. Es sei erfreulich, dass Murdoch diese "nicht akzeptable Schieflage" so deutlich anprangere.



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