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Fake-News in Push-Mitteilungen: Stiftung Warentest entdeckt Betrugsversuch auf Xiaomi-Handy

Es spricht nicht für Qualität, wenn eine vorinstallierte Xiaomi-App auf dem Smartphone auf eine gefälschte Tagesschau-Webseite leitet.
/ Ingo Pakalski
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Diese Fake-News stammt von einer Xiaomi-System-App. (Bild: Stiftung Warentest)
Diese Fake-News stammt von einer Xiaomi-System-App. Bild: Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat eine Betrugsmasche auf einem neuen Xiaomi-Smartphone bemerkt und wertet das betreffende Produkt dafür ab. Der vorinstallierte Browser Mi-Browser sendete eine Push-Mitteilung, die sich bei genauerer Prüfung als Fake-News entpuppte, über die eine mutmaßliche Betrugsmasche unter die Leute gebracht werden sollte. Denn auf der gefälschten Tagesschau-Webseite folgte ein Angebot für ein angeblich "todsicheres System" , um mit wenigen Hundert Euro schnell zum Millionär zu werden.

Aus Sicht der Stiftung Warentest(öffnet im neuen Fenster) handelt es sich dabei möglicherweise nicht nur um einen Phishing-Angriff, sondern auch um einen Anlagebetrug. Der Text der Push-Mitteilung lautete: "Das ist wichtig zu wissen – Die Zuschauer waren sehr überrascht" . Daneben prangte das Wappen der Bundesrepublik Deutschland, so dass es als offizielle Mitteilung von Regierungsstellen missdeutet werden konnte.

Nach dem Öffnen der Push-Mitteilung öffnete sich eine Webseite, die aussah wie der Web-Auftritt der ARD-Tagesschau. Der Artikel verwies auf ein angebliches Interview zwischen der ZDF-Fernsehmoderatorin Maybrit Illner und Bundeskanzler Friedrich Merz. In der Überschrift war die Rede von geheimen Regierungsplänen, die Deutschland erschüttern würden.

Xiaomi will den Vorfall untersuchen

Die Stiftung Warentest fragte bei Xiaomi nach und erhielt folgende Auskunft: "Wir nehmen diesen Fall sehr ernst und haben eine interne Untersuchung eingeleitet, um die Ursache des Problems zu ermitteln" , heißt es vom Unternehmen. Im Bericht der Stiftung Warentest gibt es noch keine Ergebnisse zu dieser Untersuchung. Golem fragte bei Xiaomi nach und wird den Bericht ergänzen, sobald uns eine Antwort vorliegt.

Die Push-Mitteilungen des Mi-Browsers stammen laut Xiaomi von "einer Reihe von globalen Inhaltsanbietern" , mit denen das Unternehmen kooperiere. Diese Anbieter können "je nach Region oder Land variieren" , nähere Details nennt Xiaomi bisher nicht.

Xiaomi nutzt nach eigenen Angaben Kontrollmechanismen zur Prüfung der Inhalte, bevor diese an Kunden ausgespielt werden. Die Stiftung Warentest vermutet, dass diese Techniken versagt haben.

Der Betrugsversuch wurde im Rahmen eines Tests des Smartphones Redmi 15 von Xiaomi(öffnet im neuen Fenster) bemerkt und führte im Testergebnis zu einer Abstufung. Der Bereich Menü und Bedienung wurde daher mit mangelhaft bewertet und diese Benotung gab es auch für die Handhabung.

Bereits vor zwei Jahren sorgten die Werbeeinblendungen vorinstallierter Apps beim Xiaomi Redmi 13(öffnet im neuen Fenster) zur Abwertung durch die Stiftung, weil diese solch ein Verhalten als kritisch einstuft. Der Bereich Menü und Bedienung wurde dadurch mit ausreichend bewertet.

Nachtrag vom 13. März 2026

Auf Nachfrage von Golem bestätigte Xiaomi die Existenz der von der Stiftung Warentest kritisierten Push-Benachrichtigungen. Diese stammten von Drittanbietern, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme. Die entsprechenden Mitteilungen seien entfernt und die entsprechenden Werbekonten gesperrt worden.

Xiaomi habe einen neuen Verifizierungsmechanismus für Push-Platzierungen eingeführt, hieß es weiter. Demnach dürfen Push-Anzeigen künftig nur noch auf Domains verweisen, die den aktualisierten Überprüfungs- und Verifizierungsmechanismus durchlaufen haben. Bisher wurde das nicht geprüft. Das Unternehmen betonte, dass es "keinerlei betrügerisches Verhalten oder die Verbreitung von Desinformationen" toleriere.


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