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Fake-News: Facebook bewertet Zuverlässigkeit von Nutzern

Im Kampf gegen Fake-News setzt Facebook auf die Hinweise seiner Nutzer. Doch es besteht die Gefahr, dass diese willkürlich Berichte melden und das System damit austricksen wollen.
/ Friedhelm Greis
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Würde vermutlich einen niedrigen Facebook-Score bekommen: US-Präsident Trump (Bild: Leah Millis/Reuters)
Würde vermutlich einen niedrigen Facebook-Score bekommen: US-Präsident Trump Bild: Leah Millis/Reuters

Das soziale Netzwerk Facebook versucht nach eigenen Angaben die Zuverlässigkeit von Nutzern bei der Bekämpfung falscher Nachrichten einzuschätzen. Dazu bewerte das Unternehmen die Zuverlässigkeit (trustworthyness) der Nutzer auf einer Skala von 0 bis 1, berichtete die Washington Post(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die zuständige Facebook-Managerin Tessa Lyons. Der Wert werde neben Tausenden neuen Verhaltenshinweisen genutzt, um Risiken einschätzen zu können. Zudem diene der Wert nicht als "absoluter Indikator" für die Glaubwürdigkeit einer Person. Es gebe außerdem keinen Gesamtwert für die Reputation.

Facebook setzt im Kampf gegen die Verbreitung von Fake-News auf seinen Seiten unter anderem auf die Community und Künstliche Intelligenz . In Deutschland arbeitet Facebook zudem mit dem gemeinnützigen Recherchebüro Correctiv zusammen, um Falschmeldungen zu enttarnen.

Fake-News als Ansichtssache

Allerdings missbrauchen Facebook-Nutzer nach Darstellung von Lyons die Möglichkeit, Beitrage als unzutreffend zu markieren. Es sei nicht "ungewöhnlich, dass uns Leute mitteilen, etwas sei falsch, wenn sie einfach nur die Annahmen des Artikels nicht teilen" , sagte die Managerin. Zudem werde absichtlich versucht, bestimmte Verlage zu treffen. Facebook beobachte darüber hinaus, welche Nutzer besonders häufig problematische Inhalte markierten und welche Verlage als zuverlässig eingeschätzt würden.

Das Unternehmen widersprach der Behauptung der Washington Post, wonach jeder Nutzer auf die Weise einen Reputationswert erhalte. "Was wir wirklich machen: Wir haben einen Prozess entwickelt, um uns vor Leuten zu schützen, die willkürlich Nachrichten als falsch markieren und auf diese Weise das System austricksen wollen" , sagte eine Sprecherin laut Quartz(öffnet im neuen Fenster) . Damit solle garantiert werden, dass der Kampf gegen Desinformation so effektiv wie möglich sei.

Offenbar verhalten sich viele Facebook-Nutzer so wie US-Präsident Donald Trump, der regelmäßig ihm missliebige Berichte als Fake-News bezeichnet. Allerdings macht Trump das in der Regel auf Twitter. US-Zeitungen wehrten sich zuletzt in einer gemeinsamen Aktion(öffnet im neuen Fenster) gegen den Versuch des Präsidenten, die Medien auf diese Weise zu diskreditieren.

Fake-Accounts gelöscht

Darüber hinaus teilte Facebook in einem Blogbeitrag mit(öffnet im neuen Fenster) , am Dienstag gut 650 Propaganda-Accounts auf Facebook und Instagram mit Verbindungen in den Iran und nach Russland entfernt zu haben. Obwohl die beiden Kampagnen ähnliche Verfahren beim Aufbau ihres Account-Netzwerks genutzt hätten, seien keine Verbindungen zwischen ihnen festgestellt worden.

Das Sicherheitsunternehmen Fireeye hatte zuvor das Netzwerk analysiert(öffnet im neuen Fenster) und Facebook auf die "nicht-authentischen Accounts" hingewiesen, darunter nicht real existierende Medien wie "Liberty Front Press" oder "Critics Chronicle" . Es sei dem Netzwerk darum gegangen, pro-iranische Inhalte zu verbreiten.


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