Abo
  • Services:

Fake News: EU-Kommission fordert Verhaltenskodex für Online-Plattformen

Im Kampf gegen Desinformation im Netz will die EU-Kommission keine gesetzliche Initiative ergreifen. Dafür sollen künftig KI und Blockchain gegen Fake-News eingesetzt werden.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Werbung gegen die Verbreitung von Fake-News in Malaysia
Werbung gegen die Verbreitung von Fake-News in Malaysia (Bild: Stringer/Reuters)

Die Europäische Kommission will die Verbreitung von Falschnachrichten im Netz nicht mit gesetzlichen Vorgaben bekämpfen. Stattdessen schlägt sie einen "unionsweiten Verhaltenskodex für den Bereich der Desinformation, die Unterstützung eines unabhängigen Netzes von Faktenprüfern und eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung von Qualitätsjournalismus und Medienkompetenz" vor. Der Pressemitteilung vom Donnerstag zufolge sollen Online-Plattformen bis Juli 2018 einen gemeinsamen Verhaltenskodex ausarbeiten. Die Vorfälle um den Datenmissbrauch bei Facebook hätten deutlich gemacht, "dass es höchste Zeit ist, mehr für die Absicherung demokratischer Prozesse zu tun".

Inhalt:
  1. Fake News: EU-Kommission fordert Verhaltenskodex für Online-Plattformen
  2. Mit KI und Blockchain gegen Fake News

Ausgeschlossen sind gesetzliche Vorgaben jedoch nicht. "Wir werden genau verfolgen, welche Fortschritte erzielt werden, und könnten dann bis Dezember weitere regulatorische Maßnahmen vorschlagen, sollten sich die Ergebnisse als nicht zufriedenstellend erweisen", sagte die EU-Digitalkommissarin Mariya Gabriel. Der zuständige Sicherheitskommissar Julian King ergänzte: "Den Internet-Plattformen kommt eine zentrale Aufgabe dabei zu, dem Missbrauch ihrer Infrastruktur durch feindliche Akteure entgegenzutreten und für die Sicherheit ihrer Nutzer und der Gesellschaft zu sorgen." Rechtliche Maßnahmen sollen sich der Kommission zufolge nur "an einige wenige Plattformen" richten. Dabei sei "die Wahrung der Meinungsfreiheit oberstes Gebot".

Keine Löschung von Fake News vorgeschrieben

Das Problem im Kampf gegen Fake-News: Zum einen ist die Definition von Falschnachrichten schwierig, zum anderen ist deren Verbreitung nur selten strafbar. Eine Studie der Stiftung Neue Verantwortung kam jüngst zu dem Schluss, dass auch redaktionelle Medien die Verbreitung von Fake-News begünstigten, in dem sie Nachrichten falsch interpretiert oder selbst bewusst falsch dargestellt hätten. Zwar wollte auch die vorherige Bundesregierung mit ihrem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) die Verbreitung strafbarer Falschnachrichten im Netz bekämpfen, konnte auf Anfrage von Golem.de jedoch kein einziges Beispiel für eine solche Nachricht nennen.

Die EU-Kommission definiert Desinformation nun als "nachweislich falsche oder irreführende Informationen, die mit dem Ziel des wirtschaftlichen Gewinns oder der vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit konzipiert, vorgelegt und verbreitet werden und öffentlichen Schaden anrichten können". Der Verhaltenskodex soll demnach nicht vorsehen, dass Online-Plattformen wie Facebook, Twitter oder Youtube solche falschen oder irreführenden Informationen entfernen.

Unabhängiges Netz von Faktenprüfern gefordert

Stellenmarkt
  1. Autobahn Tank & Rast Gruppe, Bonn
  2. FLO-CERT Certification of Social-Economic Development GmbH, Bonn

Stattdessen sollen die Anbieter Transparenz bei gesponserten Inhalten schaffen. Zudem sollen sie die Targeting-Optionen für politische Werbung einschränken und dafür sorgen, dass "Desinformationslieferanten" weniger Einnahmen erzielen. Daneben fordert Brüssel "größere Klarheit über die Funktionsweise von Algorithmen und Möglichkeit der Überprüfung durch Dritte". Die Nutzer sollen zudem in der Lage sein, Informationsquellen, die unterschiedliche und alternative Standpunkte vertreten, leichter aufzufinden. Damit sollen die sogenannten Echokammern in sozialen Netzwerken bekämpft werden. Der Verhaltenskodex soll darüber hinaus Maßnahmen enthalten, um Fake-Konten zu schließen und das Bot-Problem zu lösen.

Des Weiteren will die Kommission "ein unabhängiges europäisches Netz von Faktenprüfern" etablieren. Dieses Netz legt nach den Vorstellungen der Kommission "gemeinsame Arbeitsmethoden fest, tauscht bewährte Verfahren aus und arbeitet auf eine möglichst umfassende Richtigstellung von Fakten in der gesamten EU hin". Die Faktenprüfer würden von den EU-Mitgliedern des Internationalen Fact-Checking Network ausgewählt.

Mit KI und Blockchain gegen Fake News 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,99€
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  3. 9,99€

Trockenobst 30. Apr 2018 / Themenstart

Stimmt. Wir sollten nicht von Arbeitslosen sondern von staatlich Subventionierten...

Trockenobst 30. Apr 2018 / Themenstart

Was wäre denn ein "berechtiger Einwand" dass es keine gesetzliche Lösung gibt, nur einen...

cpt.dirk 29. Apr 2018 / Themenstart

wie die EU-Kommission, sollte nicht mit Felsbrocken um sich werfen: Vielmehr sollte sich...

Ganta 26. Apr 2018 / Themenstart

Aber genau deshalb machen sie ja keine gesetzliche Vorlage. Bei einem Gesetz müssten sie...

baltasaronmeth 26. Apr 2018 / Themenstart

Immerhin beim Bullshit-Bingo gewonnen.

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Oculus Go - Test

Virtual Reality für 220 Euro? Oculus Go überzeugt im Test.

Oculus Go - Test Video aufrufen
Datenschutz-Grundverordnung: Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen
Datenschutz-Grundverordnung
Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen

Ab dem 25. Mai gilt europaweit ein neues Datenschutz-Gesetz, das für Unternehmen neue rechtliche Verpflichtungen schafft. Trotz der nahenden Frist sind viele IT-Firmen schlecht vorbereitet. Wir erklären, was auf Geschäftsführung und Admins zukommt.
Von Jan Weisensee

  1. IT-Konzerne Merkel kritisiert Pläne für europäische Digitalsteuer
  2. EU-Kommission Mehr Transparenz für Suchmaschinen und Online-Plattformen
  3. 2019 Schweiz beginnt UKW-Abschaltung

Wonder Workshop Cue im Test: Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter
Wonder Workshop Cue im Test
Der Spielzeugroboter kommt ins Flegelalter

Bislang herrschte vor allem ein Niedlichkeitswettbewerb zwischen populären Spiel- und Lernrobotern für Kinder, jetzt durchbricht ein Roboter für jüngere Teenager das Schema nicht nur optisch: Cue fällt auch durch ein eher loseres Mundwerk auf.
Ein Test von Alexander Merz


    Ryzen 5 2600X im Test: AMDs Desktop-Allrounder
    Ryzen 5 2600X im Test
    AMDs Desktop-Allrounder

    Der Ryzen 5 2600X ist eine der besten sechskernigen CPUs am Markt. Für gut 200 Euro liefert er die gleiche Leistung wie der Core i5-8600K. Der AMD-Chip hat klare Vorteile bei Anwendungen, das Intel-Modell in Spielen.
    Ein Test von Marc Sauter

    1. Golem.de-Livestream Wie gut ist AMDs Ryzen 2000?
    2. RAM-Overclocking getestet Auch Ryzen 2000 profitiert von schnellem Speicher
    3. Ryzen 2400GE/2200GE AMD veröffentlicht sparsame 35-Watt-APUs

      •  /