Mit KI und Blockchain gegen Fake News

Die EU-Mitgliedstaaten sollen wiederum Beihilferegelungen in Betracht ziehen, "um gegen Marktversagen vorzugehen, das der Tragfähigkeit von Qualitätsjournalismus abträglich ist". Der CDU-Netzpolitiker Thomas Jarzombek hatte in einem Interview mit Golem.de am Mittwoch eine negative Umsatzsteuer zur Förderung von Presse vorgeschlagen.

Anders als die Pressemitteilungen verweist die 21-seitige Mitteilung (PDF) auf das geplante Leistungsschutzrecht, das den Medien dabei helfen soll, ihre Inhalte zu monetarisieren. Nach Ansicht Jarzombeks könnte ein Leistungsschutzrecht hingegen die Reichweite dubioser Nachrichtenquellen im Netz vergrößern und dürfte daher eher die Verbreitung von Fake-News befördern. Diese Ansicht vertreten ebenfalls 169 europäische Urheberrechtsexperten, die am Mittwoch einen offenen Brief gegen das Leistungsschutzrecht veröffentlicht haben.

Bessere Identifizierung von Anbietern

Zu den Vorschlägen der Kommission zählen auch einige vage und schwer verständliche Punkte. So wünscht sich Brüssel eine "Förderung freiwilliger Online-Systeme zur Verbesserung der Rückverfolgbarkeit und Identifizierung von Anbietern von Informationen sowie zur Stärkung des Vertrauens in die Interaktionen, Informationen und ihre Quellen im Internet und deren Zuverlässigkeit".

Für diesen Zweck schlägt die Kommission verschiedene technische Mittel vor. "Eine durch Menschen angemessen beaufsichtigte künstliche Intelligenz wird für die Überprüfung, Erkennung und Kennzeichnung von Desinformation von entscheidender Bedeutung sein", heißt es weiter.

Kampf gegen Fake-Konten

Zudem könnten Techniken wie Blockchain dabei helfen, "die Integrität der Inhalte zu wahren, die Zuverlässigkeit von Informationen und/oder deren Quellen zu überprüfen, Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen und das Vertrauen in Nachrichten im Internet zu fördern". Dies könnte mit der Verwendung vertrauenswürdiger elektronischer Identifizierung, Authentifizierung und überprüfter Pseudonyme kombiniert werden. Zur Bekämpfung von Fake-Konten in sozialen Netzwerken will die Kommission "die Durchführbarkeit freiwilliger Systeme prüfen, mit denen sich - gestützt auf elektronische Identifikations- und Authentifizierungssysteme - die Rechenschaftspflicht erhöht".

Die Online-Rückverfolgbarkeit soll ebenfalls mit einer verbesserten Funktionsweise, Verfügbarkeit und Genauigkeit von IP-Informationen und Domain-Namen im WHOIS-System und der Einführung des IPv6-Protokolls erhöht werden. Diese wäre darüber hinaus "ein weiterer Beitrag zur Eindämmung von Cyberangriffen".

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 Fake News: EU-Kommission fordert Verhaltenskodex für Online-Plattformen
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Trockenobst 30. Apr 2018

Stimmt. Wir sollten nicht von Arbeitslosen sondern von staatlich Subventionierten...

Trockenobst 30. Apr 2018

Was wäre denn ein "berechtiger Einwand" dass es keine gesetzliche Lösung gibt, nur einen...

cpt.dirk 29. Apr 2018

wie die EU-Kommission, sollte nicht mit Felsbrocken um sich werfen: Vielmehr sollte sich...

Ganta 26. Apr 2018

Aber genau deshalb machen sie ja keine gesetzliche Vorlage. Bei einem Gesetz müssten sie...



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