Nachhaltigkeit: Chinesische Fairphone-Fabrik wählt Arbeitervertretung

Fairphone hat in der chinesischen Produktionsstätte seines Smartphones ein zentrales Ziel verwirklicht: Die Fabrikarbeiter haben eine vom Management unabhängige Arbeitervertretung gewählt. Diese muss sich gleich mit viel Geld beschäftigen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die frisch gewählte Arbeitervertretung Guohongs
Die frisch gewählte Arbeitervertretung Guohongs (Bild: Fairphone)

In der Fabrik des chinesischen Fairphone-Partners Guohong (A'Hong) wurde eine Arbeitervertretung gewählt, wie das niederländische Unternehmen mitteilt. Die Wahlen waren eine der Hauptforderungen Fairphones bei der Suche nach einem Produktionspartner und sind zentraler Bestandteil ihres Nachhaltigkeitskonzeptes.

  • Die Fairphone-Projektleiterin bei der Organisation der Wahlen (Fairphone)
  • Der frisch gewählte Arbeiterrat (Fairphone)
  • Vor den Wahlen wurden die Arbeiter geschult. (Fairphone)
Die Fairphone-Projektleiterin bei der Organisation der Wahlen (Fairphone)
Stellenmarkt
  1. Stellvertretender Teamleiter Entwicklung (m/w/d)
    Otto Harrandt GmbH, Leutenbach
  2. Manager Testautomation (m/w/d)
    Techniker Krankenkasse, Hamburg
Detailsuche

Eine der wichtigsten Aufgaben des Komitees besteht darin, die Verwendung des während des Verkaufs des ersten Fairphones angesammelten Wohlfahrtsfonds zu bestimmen. Dieser wurde von Fairphone eingerichtet, um Missgunst und Neid in der Fabrik zu verhindern: Nur eine verhältnismäßig kleine Anzahl an Arbeitern Guohongs sind an der Produktion des Fairphones beteiligt. Wenn nur diese eine durch den Fairphone-Verkauf ermöglichte erhöhte Bezahlung erhalten, würden die übrigen Arbeiter nicht davon profitieren.

Wohlfahrtsfond mit 150.000 US-Dollar gefüllt

Der Fond ist mittlerweile als Gesellschaft niederländischen Rechts organisiert, einer der Arbeitervertreter soll neben einem Mitarbeiter Fairphones und Guohings als drittes Aufsichtsratsmitglied fungieren. Im Fond befinden sich insgesamt 150.000 US-Dollar, vom Verkauf des zweiten Fairphones werden zusätzliche 175.000 US-Dollar erwartet.

Zudem sollen die Arbeitervertreter zwischen den Fabrikarbeitern und dem Management vermitteln und Probleme ansprechen sowie zu deren Lösung beitragen. Die Vertretung besteht aus 18 frei gewählten Arbeitern sowie zehn Stellvertretern, sie sollen unabhängig vom Management des Unternehmens arbeiten. Zur Wahl waren alle Arbeiter der Fabrik aufgerufen, nicht aber das Managementpersonal.

Golem Akademie
  1. Scrum Product Owner: Vorbereitung auf den PSPO I (Scrum.org): virtueller Zwei-Tage-Workshop
    3.–4. März 2022, virtuell
  2. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    4. März 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Wahl wurde von Mitarbeitern des Economic Rights Institutes und Professor Huang Wei von der Renmin-Universität beobachtet. Insgesamt standen 43 Kandidaten zur Wahl, die sich entweder selbst vorgeschlagen haben oder von anderen Arbeitern vorgeschlagen wurden. Die Wahlbeteiligung lag bei 92 Prozent.

Arbeiter wurden auf Wahl vorbereitet

Vor Beginn des Wahlprozesses wurden alle Fabrikarbeiter durch Mitarbeiter des Economic Rights Institutes auf die Wahlen vorbereitet. In den Workshops ging es unter anderem um den Wohlfahrtsfond: Den Arbeitern wurde unter anderem erklärt, wie der Fond funktioniert. Da die Arbeitervertretung das Geld des Fonds eigenständig verteilen soll, wurden während der Sitzungen Testläufe zur Verteilung des Geldes durchgeführt.

Die dabei entstandenen Vorschläge wurden mit einer ersten Summe von 35.000 US-Dollar finanziert. Mehrheitlich sprachen sich die Teilnehmer der Vorbereitungsworkshops für die Verteilung des Wohlfahrtfonds unter allen Arbeitern aus. Dies entspricht der Grundidee von Fairphone.

Die gewählten Arbeitervertreter wurden nach der Wahl weiter durch Schulungen auf ihre Arbeit vorbereitet, unter anderem in den Punkten Verhandlungstechniken und Kommunikation. Die Entscheidung, wer von ihnen als Vertreter im Aufsichtsrat des Wohlfahrtsfonds fungieren soll, wurde vertagt; die neu gewählten Vertreter wollen sich erst näher kennenlernen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bitcoin und Co.
Kryptowährungen stürzen ab

Bitcoin, Ether und andere Kryptowährungen haben ein schlechtes Wochenende hinter sich. Bitcoin liegt fast 20 Prozent unter dem Wert der Vorwoche.

Bitcoin und Co.: Kryptowährungen stürzen ab
Artikel
  1. Virtueller Netzbetreiber: Lycamobile ist in Deutschland insolvent
    Virtueller Netzbetreiber
    Lycamobile ist in Deutschland insolvent

    Lycamobile im Netz von Vodafone ist pleite. Der Versuch, über eine Tochter in Irland keine Umsatzsteuer in Deutschland zu zahlen, ist gescheitert.

  2. Arbeiten bei SAP: Nur die Gassi-App geht grad nicht
    Arbeiten bei SAP
    Nur die Gassi-App geht grad nicht

    SAP bietet seinen Mitarbeitern einiges. Manchen mag das zu viel sein, aber die geringe Fluktuation spricht für das Softwareunternehmen.
    Von Elke Wittich

  3. VATM: Telekommunikationsverband will Bundesnetzagentur aufspalten
    VATM
    Telekommunikationsverband will Bundesnetzagentur aufspalten

    Die beiden großen Telekommunikationsverbände VATM und Breko sind hinsichtlich einer Spaltung der Bundesnetzagentur gespalten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional Werkzeug und Zubehör • Corsair Virtuoso RGB Wireless Gaming-Headset 187,03€ • Noiseblocker NB-e-Loop X B14-P ARGB 24,90€ • ViewSonic VX2718-2KPC-MHD (WQHD, 165 Hz) 229€ • Alternate (u. a. Patriot Viper VPN100 2 TB SSD 191,90€) [Werbung]
    •  /