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Die faire Maus

Äußerst konsequent in Sachen Soziales und Nachhaltigkeit geht der kleine Verein Nager IT aus dem bayerischen Bichl vor: Bei seiner Computermaus geht es nicht mehr um die Technik, da eine Maus im Grunde keine technischen Geheimnisse mehr birgt. Die Herausforderung besteht vielmehr in der fairen und sozialen Materialbeschaffung und Produktion.

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Die Maus besteht aus überschaubaren 20 Bauteilen, einem Gehäuse aus Bioplastik und einem Scrollrad aus regionalem Holz. Der Lötdraht ist recycelt und stammt vom Verein Fairlötet. Das Gerät funktioniert wie jede andere Computermaus und kostet mit 30 Euro etwas mehr als die meisten Konkurrenten. Nager-IT-Vorstand Susanne Jordan sagt, die Mäuse seien mittlerweile etwa zu 70 Prozent "fair". Für manche Rohstoffe oder Bauteile wie den Sensor gebe es noch keine bessere Alternative.

Susanne Jordan betont, dass man sich "auf die Arbeitsbedingungen aller an der Produktion beteiligten Menschen konzentrieren will". Der Hauptfokus liegt beim Hersteller der Geräte, Retex in Regensburg. Retex ist ein Integrationsunternehmen, das Arbeitsplätze für psychisch kranke und behinderte Menschen schafft. Insgesamt wurden dort bislang rund faire 35.000 Computermäuse gefertigt.

Der Verein versucht zunehmend, alle vorgelagerten Lieferanten zu berücksichtigen und berichtet auf seiner Facebook-Seite über die laufenden Fortschritte. "Wichtig hierbei ist uns die Transparenz, da nach unserer Vorstellung die Öffentlichkeit die Arbeitsbedingungen überprüfen können muss", sagt Jordan.

Der Verein veröffentlicht deshalb die Lieferkette mit nachvollziehbaren Namen und Fabrikstandorten sowie einer Bewertung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Er kooperiert unter anderem für die Produktion mit der Hochschule Hannover und dem Verein Fairlötet bei der Entwicklung eines ökofairen Gehäuses.

"Unsere Überschüsse, so es welche gibt, investieren wir in die Weiterentwicklung der Fairness der Maus, etwa durch ein Gehäuse aus fairem Zuckerrohr oder ein faires Kabel, sowie in unsere Öffentlichkeitsarbeit an Schulen, Universitäten oder Konferenzen", erklärt Susanne Jordan.

Der Verein will künftig auch einen Teil seiner Gewinne in Projekte oder Unternehmungen investieren, "die jene negativen Folgen unserer Produktion, die wir momentan noch nicht vermeiden können, zumindest teilweise kompensieren. Das betrifft vor allem den Rohstoffbereich", sagt Jordan. Das sei eine vorübergehende Lösung, "bis wir die Maus komplett fair gestaltet haben".

Beschaffung bei der öffentlichen Hand als Challenge

Der Verein bewirbt sich vor allem auf Ausschreibungen der öffentlichen Hand, also Behörden, die Computermäuse anschaffen wollen. Soziale und ökologische Standards gehören schon länger zu den Beschaffungskriterien in der öffentlichen Verwaltung.

In Berlin etwa ist die Nager-Maus bereits seit vier Jahren beim IT-Dienstleistungszentrum gelistet, bei dem alle Berliner Verwaltungseinrichtungen ihre Ausstattung bestellen müssen. Bisher hat aber kaum eine Behörde das Produkt geordert, wie grüne Abgeordnete in einer Anfrage an die Senatsverwaltung für Wirtschaft herausfanden: Nur 0,4 Prozent der seit 2016 bestellten Mäuse stammen von Nager IT.

Grund ist wohl der höhere Beschaffungswert, obgleich mit der Aufnahme in den Beschaffungskatalog die größte Hürde schon genommen ist. Es fehlt wohl nur noch eine Dienstanweisung an die beschaffenden Stellen, um sie zur nachhaltigen Beschaffung zu verpflichten. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft habe sich bereits entsprechend festgelegt, berichtete kürzlich die Taz.

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 Vom Handy zum Universal ComputingStellschrauben der grünen Challenge 
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Neuro-Chef 24. Aug 2019

Jupp, ebenso mit zwei T420ern.

Zweistein 24. Aug 2019

@golem Wenn ihr den Bindestricht bei amnes-tyinternational im Link entfernen würdet...

Trockenobst 22. Aug 2019

Das würde aber bedeuten, dass man Firmen, die selbst nichts mit dem Zeug zu tun haben...

Thaodan 21. Aug 2019

Wirklich? Laut iFixit hat es 7/10 Punkte. Das klingt doch ganz ok?

ichnichdu 15. Aug 2019

Da kann ich mich nur anschließen. Ich hab mir für mein Studium ein gebrauchtes ThinkPad...


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