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Shiftphone als Alternative

Das Shiftphone gilt inzwischen als Alternative zum Fairphone - insbesondere bei Nutzern, die kein gebrauchtes Fairphone haben wollen oder von der Ersatzteilpolitik der Niederländer enttäuscht sind. Das 2014 mithilfe eines Crowdfundings gegründete Unternehmen Shift aus Hessen fertigt in China modulare Smartphones. Der Fokus liegt auf Reparierbarkeit, wobei das Unternehmen nicht nur auf gute Arbeitsbedingungen, sondern auch auf die Beschaffungs-, Produktions-, Aufarbeitungs- und Entsorgungsprozesse achtet.

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Kürzlich wurde das Startup mit dem Bundespreis Ecodesign und dem Hessischen Gründerpreis ausgezeichnet. Beim Next Economy Award landete es unter den drei Finalisten in der Kategorie "Resources". Die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch hielt 2018 in einem Vergleich mit dem Fairphone allerdings fest, dass Shift anders als Fairphone keine Zulieferer, Produktionsstätten und Audit-Berichte veröffentlicht. Auch fehlten Informationen über faire Einkaufspraktiken.

In den ersten Jahren verwendete das Unternehmen noch das Adjektiv "fair", um seinen Anspruch zu beschreiben. Weil jedoch mit dem Begriff ein ganzes Set an Transparenzanforderungen verbunden ist und das Handy überdies noch nicht rundum "fair" hergestellt ist, betont das Unternehmen in seinem im Mai 2019 veröffentlichten Wirkungsbericht, "wertschätzend" zu handeln.

Branchenübliche Fertigung, aber mit hohem Anspruch

Insgesamt handelt Shift in vielen Bereichen nach Einschätzung von Germanwatch "branchenüblich", doch die Gründer betonen, ständig an verschiedenen Stellschrauben zu arbeiten, um Beschaffung und Fertigung nachhaltiger zu gestalten.

Im Gespräch mit Golem.de erklärt Mitgründer Samuel Waldeck denn auch, dass die Goldbeschaffung bei den vornehmlich chinesischen Lieferanten noch nicht habe verbessert werden können, weil in China der Goldeinkauf zentral erfolge. Doch Waldeck ist an dem Thema dran und sagt: "Wir haben Kontakt mit der zentralen Beschaffungsstelle aufgenommen, damit das Gold, das wir erworben haben, möglichst aus Recyclingquellen stammt." Bislang sei das allerdings noch nicht der Fall.

Waldeck betont, dass es nicht leicht sei, als kleines Unternehmen mit einer relativ geringen Mengennachfrage etwas an der Einkaufspolitik großer Hersteller zu ändern. Shift versorgt aber immerhin seine Lieferanten mit Informationen zu nachhaltigen Rohstoffquellen. Gleichzeitig betreibt das Unternehmen ein Reverse Engineering für die eigenen Geräte, um dann den eigenen Verbrauchsanteil aus fairen Quellen einzukaufen.

Mit dem chinesischen Lieferanten der Hauptplatinen läuft die Zusammenarbeit inzwischen so gut, dass die Zinnbeschaffung bereits verbessert werden konnte. So bezieht Shift das Zinn im Moment von einem japanischen Hersteller, der ohne Blei auskommt, aber eine ähnlich hohe Qualität liefert wie mit dem traditionellen Bleianteil. Das ist nicht trivial, da in der chinesischen Fertigung anders als in Europa die Verwendung von Blei weiterhin erlaubt ist.

Graduelle Verbesserungen gab es auch beim Kabelhersteller: Während dieser früher bei Wackelproblemen komplett neue Kabel verschickte, nimmt er nun die alten Kabel zurück, um neue Stecker zu montieren. Waldeck sieht es als Erfolg, dass das Unternehmen dies inzwischen auch mit anderen Kunden so handhabt.

Preise zwischen 444 und 555 Euro

Vier Produktserien kamen seit 2014 auf den Markt. Die Preise liegen zwischen 444 Euro für das Shift5me und 555 Euro für das Shift6m. "Wir bewegen uns mit dem Shift6m und Shift5me im Highend-Bereich", sagt Samuel Waldeck. Aktuell garantiert Shift für die Geräte fünf Jahre Unterstützung. Waldeck sagt: "Unser Ziel sind zehn Jahre und mehr."

13 Module können beim Shift6m und Shift5me bereits ausgetauscht werden. Alle Shiftphones verfügen über zwei SIM-Kartensteckplätze und eine Speichererweiterung per SD-Karte. Auf jedes Gerät zahlt der Kunde 22 Euro Pfand, das er mit der Rückgabe des Geräts zurückerhält. Damit will Shift sicherstellen, dass so viele Geräte wie möglich einer Wiedernutzung zugeführt werden.

Oftmals sind auch Betriebssystem-Updates ein Grund dafür, dass Geräte als veraltet empfunden werden. Auf Shiftphones läuft ShiftOS, ein angepasstes Android-Betriebssystem, das gegebenenfalls auch ohne Google-Dienste auskommt. Mit seinem eigenen Entwicklerteam will Shift Sicherheitsupdates und Upgrades so lange wie möglich anbieten.

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 Neuer Anlauf beim Trendsetter FairphoneVom Handy zum Universal Computing 
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Neuro-Chef 24. Aug 2019

Jupp, ebenso mit zwei T420ern.

Zweistein 24. Aug 2019

@golem Wenn ihr den Bindestricht bei amnes-tyinternational im Link entfernen würdet...

Trockenobst 22. Aug 2019

Das würde aber bedeuten, dass man Firmen, die selbst nichts mit dem Zeug zu tun haben...

Thaodan 21. Aug 2019

Wirklich? Laut iFixit hat es 7/10 Punkte. Das klingt doch ganz ok?

ichnichdu 15. Aug 2019

Da kann ich mich nur anschließen. Ich hab mir für mein Studium ein gebrauchtes ThinkPad...


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