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Neuer Anlauf beim Trendsetter Fairphone

Aus Sicht der Nachhaltigkeit ist die entscheidende Frage beim Smartphone-Kauf: Kann ich das Gerät gebraucht bekommen und lässt es sich leicht reparieren? Das bereits 2013 gestartete Fairphone aus den Niederlanden bietet im Moment genau das: Es verkauft derzeit nur wiederaufgearbeitete Geräte seines zweiten Modells Fairphone 2.

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Das Fairphone war das erste Smartphone, mit dem das modulare Konzept umgesetzt wurde. Bis 2017 entwickelte das Unternehmen zwei modulare, inzwischen ausverkaufte Smartphone-Modelle. Bisher wurden einschließlich der wiederaufgearbeiteten Geräte 175.000 Stück verkauft. Lange Zeit war es still um das Fairphone, doch Ende August sollen "große Neuigkeiten" verkündet und "ein wegweisendes Neuprodukt" vorgestellt werden. Um was es sich dabei handelt, wird im Moment noch unter Verschluss gehalten.

Die Handyentwickler haben eine steile Lernkurve hinter sich: Für das erste Modell konzentrierten sie sich auf die Beschaffung von Rohstoffen und Materialien aus fairen Produktionsbedingungen. Dabei gelang es ihnen, die verwendeten Mineralien wie Zinn, Tantal, Wolfram und Gold "konfliktfrei" zu machen, was bedeutet, dass mit ihrer Förderung keine kriegerischen Auseinandersetzungen finanziert werden.

"Fair" bedeutet gemessen am bekannten Fairtrade-Siegel, dass der gesamte Wertschöpfungsprozess eines Smartphones entlang der Lieferkette bestimmte soziale, ökologische und ökonomische Kriterien erfüllt:

  • Soziale Kriterien: Die Arbeitsorganisation soll möglichst demokratisch erfolgen, gewerkschaftliche Organisationen sollen zugelassen und die Arbeitsbedingungen geregelt sein. Kinderarbeit und Diskriminierung sind verboten.
  • Ökologische Kriterien: Der Wertschöpfungsprozess von Materialien und Bauteilen muss umweltschonend organisiert sein, natürliche Ressourcen müssen geschützt werden.
  • Ökonomische Kriterien: Arbeit muss mit einem Mindestlohn entgolten werden, die Handelsbeziehungen müssen transparent und langfristig sein.

Der Kampf um Ersatzteile und Reparierbarkeit

Beim zweiten Fairphone-Modell versuchten die Entwickler, das Ersatzteilproblem zu lösen. Ärgerlich für viele Käufer des ersten Modells ist nämlich bis heute, dass das Gerät nur theoretisch reparierbar ist - weil es die Gründer schlicht versäumten, ausreichend Ersatzteile vorzuhalten. Nach Ende der Gewährleistungsfrist ließen sich ihre Geräte selbst bei kleineren Defekten nicht mehr reparieren.

Das zweite Modell, das Fairphone 2, wurde deshalb so konzipiert, dass die Ersatzteile möglichst immer verfügbar sind. Beispielsweise gab es ein Kamera-Update, um das Gerät noch langlebiger zu gestalten. Auch wurde eine längere Update-Fähigkeit für das Android-Betriebssystem über ein neues Design ermöglicht. Das erhöhte ebenfalls die Lebensdauer des Geräts. Als erstes Smartphone erhielt es deshalb 2016 das Nachhaltigkeitssiegel Blauer Engel. Gleichwohl ist das System noch nicht systematisch auf Upgrades ausgelegt, was bedeutet, dass nicht alle Module fortlaufend durch neuere, leistungsfähigere Teile ersetzt werden könnten.

Der Open-Source-Code des Betriebssystems wird vielfältig genutzt: Zum einen können Fairphone-2-Nutzer, wenn sie selbst Entwickler sind, selbstständig Bugs und Probleme beheben und ihre Informationen an Fairphone weitergeben. Zum anderen kann jeder auch alternative Betriebssysteme auf das Fairphone 2 laden. Beispielsweise läuft es auch mit Lineage OS (Android 9), Ubuntu Touch und Sailfish OS. Fairphone unterstützt diese nicht direkt, die Gewährleistung verfällt aber nicht, wenn ein Nutzer diese Systeme installiert.

Wenn Nutzer ihr Gerät selbst reparieren, kann auch mal etwas schiefgehen. Was ist also hier mit der Gewährleistung, die zwei Jahre lang gilt? Ob sie greift, "kommt immer auf das individuelle Szenario an", heißt es auf Nachfrage, man sei "sehr kulant" und es komme "seltenst" zu Problemen.

Die einzelnen Module sind so ummantelt, dass durch die Eigenreparatur selbst keine Schäden entstehen können. So lässt sich etwa der Bildschirm in weniger als einer Minute ganz ohne Werkzeug und mit nur wenigen Handgriffen über zwei Klammern lösen, entfernen und austauschen. Die Reparaturexperten von iFixit vergaben für das Fairphone 2 eine 10-von-10-Bewertung in puncto Reparierbarkeit. Die Erfolgsquote bei Eigenreparaturen liegt beim Fairphone 2 bei 95 Prozent. Wer sich trotz Tutorials die Reparatur nicht zutraut, kann das Gerät auch einschicken.

Fairphone konnte in der letzten Investitionsrunde insgesamt 7 Millionen Euro einwerben, zusätzlich erhielt das Unternehmen 13 Millionen Euro Kredite von Gläubigern wie dem Konsortium von ABN Amro und dem Dutch Good Growth Fund. Damit ist es für weitere Entwicklungsrunden gut gerüstet. Ohne Investoren hingegen kommen bisher die Entwickler des Shiftphones aus.

 Faire IT: Die grüne ChallengeShiftphone als Alternative 
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Neuro-Chef 24. Aug 2019 / Themenstart

Jupp, ebenso mit zwei T420ern.

Zweistein 24. Aug 2019 / Themenstart

@golem Wenn ihr den Bindestricht bei amnes-tyinternational im Link entfernen würdet...

Trockenobst 22. Aug 2019 / Themenstart

Das würde aber bedeuten, dass man Firmen, die selbst nichts mit dem Zeug zu tun haben...

Thaodan 21. Aug 2019 / Themenstart

Wirklich? Laut iFixit hat es 7/10 Punkte. Das klingt doch ganz ok?

ichnichdu 15. Aug 2019 / Themenstart

Da kann ich mich nur anschließen. Ich hab mir für mein Studium ein gebrauchtes ThinkPad...

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