Fair-Share-Kampagne: Deutsche Fernsehsender fürchten Zahlungen für Streamingdaten
Die privaten Fernsehsender fürchten, bei der Fair-Share-Kampagne der Netzbetreiber mit zur Kasse gebeten zu werden. Das sagte Daniela Beaujean, Geschäftsführerin des Vaunet (Verband Privater Medien) am 23. Mai 2023 auf der Branchenmesse Anga Com in Köln(öffnet im neuen Fenster) .
"Wir werden damit beruhigt, wir wären nicht betroffen, aber ist das wirklich so? Ich kenne keine Definition dafür, was ein Large Traffic Generator ist, wo das anfängt und wo es aufhört." Auch gebe es keine "rechtssichere Abgrenzung zwischen TV-Anbietern und anderen Inhalteanbietern" , sagte Beaujean.
Viele private Sender bieten ihr TV-Programm im Livestream an und haben auch eigene OTT-(Over-the-top)-Angebote.
Anbieter sollen für Traffic zahlen
Mit der Fair-Share-Kampagne wollen die europäischen Netzbetreiber die großen Content and Application Provider (CAP) Meta, Alphabet, Amazon, Microsoft und Netflix gesetzlich zu erheblich höheren Zahlungen für den europäischen Netzausbau verpflichten, weil diese Anbieter viel Datentraffic verursachten. Kritiker erklären, dass die zahlenden Kunden der Netzbetreiber den Datentraffic verursachten, nicht die CAPs, und verweisen auf die gesetzlich festgeschriebene Netzneutralität.
Beaujean argumentierte, die Inhalteanbieter investierten "jährlich Milliarden für attraktive Inhalte, was dann wiederum die Entscheidungsgrundlage für die Endkunden ist, überhaupt breitbandige Internetzugänge zu buchen" . Gewisse OTT-Anbieter investierten zudem "selbst in die Netzinfrastruktur und Content Delivery Networks, um Datenverkehr zu reduzieren und Übertragungsqualität zu erhöhen" . Das werde in der Diskussion nicht berücksichtigt, sagte Beaujean.
Für den Verbraucher drohe das Risiko, dass mit dem Fair Share der Netzbetreiber die "Preise von allen Seiten erhöht werden" .
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