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Fair Share: Höttges hat Forderungen an US-Hyperscaler aufgegeben

Jahrelang hat die Deutsche Telekom entschieden dafür gekämpft, dass US-Hyperscaler sich an den Kosten für den massiven Datentraffic in Europa beteiligen. Nun folgt die Kehrtwende.
/ Achim Sawall
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Telekom-Chef Tim Höttges am 13. Mai 2026 in Bonn (Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem  e)
Telekom-Chef Tim Höttges am 13. Mai 2026 in Bonn Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem e

Telekom-Chef Tim Höttges will von den US-Hyperscalern keine Zahlungen für den gigantischen Datentraffic mehr einfordern. Er sagte am 13. Mai 2026 in einer Fragerunde mit Journalisten: "Ich sage Ihnen, die Deutsche Telekom hat eigentlich diese Fair-Share-Debatte aufgegeben."

Mit der Fair-Share-Kampagne wollten die europäischen Netzbetreiber die großen Content and Application Provider (CAP) Meta, Alphabet, Amazon, Microsoft, Oracle und Netflix gesetzlich zu Zahlungen für den europäischen Netzausbau verpflichten. Kritiker halten dem entgegen, dass die zahlenden Kunden der Netzbetreiber den Datentraffic verursachten, nicht die CAPs, und verweisen auf die gesetzlich festgeschriebene Netzneutralität.

Höttges: Sucht Nähe zu den großen Internetkonzernen in Amerika

Höttges erklärte weiter: "Wir haben den Prozess gegen Meta zwar gewonnen und wir erwarten jetzt auch die Zahlung, aber ich möchte natürlich mit den großen Konzernen weltweit meinen Frieden haben." Die Meta-Tochter Edge Network Services hatte auch im Berufungsverfahren vor Gericht verloren. Der 6. Kartellsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf entschied im Februar 2026, dass die Telekom berechtigterweise auf eine Zahlung von mehr als 30 Millionen Euro für Internet-Traffic und Peering bestehen könne.

"Wir schaffen hier keinen Fortschritt und wir kriegen auch keine politische Unterstützung für das Thema. Deswegen suche ich momentan die Nähe zu den großen Internetkonzernen in Amerika, dass wir hier zu einem partnerschaftlichen Austausch der Datenverkehre kommen", räumte Höttges ein. Bevor er sich politisch verkämpfe, werde er Partnerschaften suchen mit den großen Konzernen. "Wir müssen dann eben sehen, wo wir die Kosten, die wir hier haben, anderweitig kompensieren können", erklärte er.


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