Fair Play: Gefängnisinseln sind auch keine Lösung

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die viel bewirken: Seitdem Blizzard(öffnet im neuen Fenster) sich gut sichtbar dafür bedankt, wenn ein Spieler einen anderen wegen einer Beleidigung oder sonstigem toxischen Verhalten meldet, gibt es rund 120 Prozent mehr Tickets.
Das berichtete Natasha Miller, Senior Research Scientist bei Blizzard, auf der Game Developers Conference (GDC) 22.
Miller beschäftigt sich damit, wie Blizzard in World of Warcraft und Overwatch einen harmonischen Umgang innerhalb der Community erreichen kann.
Drastische Maßnahmen wie die "Gefängnisinseln" in Call of Duty Warzone, die Spieler mit problematischem Verhalten in einer Welt zusammenwerfen, sieht sie eher kritisch.
"Damit kann man toxisches Verhalten sogar noch normalisieren, außerdem befinden sich die Betroffenen in einer Schublade, aus der sie nicht immer wieder rauskommen" , sagte Miller. Nach ihrem Eindruck sind rund fünf Prozent der Spieler dauerhaft destruktiv.
Gute Erfahrungen habe Blizzard mit Belohnungen für positives Verhalten gemacht, etwa mit Auszeichnungen. Zu begehrenswert dürften diese Extras aber auch nicht sein – sonst würde getrickst, um sie zu ergattern.
Gesetzestreue Freibeuter
Auch bei der Konkurrenz gebe es spannende Ansätze. Das von Microsoft betriebene Piraten-MMO Sea of Thieves etwa habe eine Art Freibeuterordnung, die Spieler unter anderem bei der Anmeldung gezeigt bekämen. Dort ist zu lesen, dass Cheaten unerwünscht sei und alle Spieler gleich seien.
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Eine zusammen mit Twitch durchgeführte Untersuchung habe ergeben, dass diese simplen Regeln spürbare Auswirkungen hätten: Der Umgang unter Spielern, die sie gezeigt bekommen hätten, sei besser gewesen als bei einer Vergleichsgruppe.
Auch ein halbwegs neues Gruppensystem von Clash of Clans habe gute Ergebnisse gebracht. Dabei geht es darum, Gruppen mit ähnlichen Interessen und Spielweise zu bilden – statt Clans oder Gilden, wo es oft Spannungen zwischen engagierten und eher entspannten Mitgliedern gebe.