Fair Labor Association: Apple lässt Foxconn überprüfen
Apple hat sich an die Fair Labor Association (FLA) gewandt, damit diese "spezielle Untersuchungen" bei den Endmontagezulieferern Foxconn in Shenzhen und Chengdu und anderen Unternehmen durchführt. Das gab das Unternehmen am 13. Februar 2012(öffnet im neuen Fenster) bekannt. "Ein Team von Arbeitsrechtsexperten unter der Führung von FLA-Präsident Auret van Heerden hat am Montagmorgen mit den ersten Untersuchungen in der Fabrik in Shenzhen, besser bekannt als Foxconn City, begonnen."
Die New York Times hatte am 26. Januar 2012 zu den bekannten Missständen bei Foxconn und Wintek erstmals belastende Aussagen von einem früheren Foxconn-Manager und ehemaligen Apple-Managern veröffentlicht. Apple soll demnach für die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und eine Serie von tödlichen Arbeitsunfällen bei seinen Auftragsherstellern in China mitverantwortlich sein. Cook hatte kurz danach erklärt, dass das Unternehmen ständige Audits bei den Firmen in China durchführe.
Zu den Audits hatte die Zeitung geschrieben, dass Apple bereits hunderte dieser Überprüfungen zu den Arbeitsbedingungen bei seinen Auftragsherstellern durchgeführt habe, die immer wieder schwere Verstöße benannt hätten. "Wenn Sie die gleichen Problemmuster Jahr für Jahr sehen, dann heißt das, dass die Unternehmen dies ignorieren, anstatt es zu lösen", sagte ein Ex-Apple-Manager, der in dem Bereich Zulieferer tätig war, der New York Times.
"Wir sind überzeugt, dass Arbeiter überall das Recht auf eine sichere und faire Arbeitsumgebung haben und aus diesem Grund haben wir die FLA gebeten, unabhängig die Bedingungen bei unseren größten Zulieferern zu beurteilen", sagte Cook am 13. Februar 2012. "Die Untersuchungen, so wie sie jetzt stattfinden, sind bisher einzigartig in der Elektronikindustrie, sowohl im Ausmaß als auch dem Umfang. Wir schätzen es, dass die FLA der ungewöhnlichen Maßnahme zugestimmt hat, die Fabriken in ihren Berichten zu benennen."
Als Teil der Beurteilungen werde die FLA tausende Arbeiter über die Arbeits- und Wohnbedingungen befragen, inklusive Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen, Ausgleichszahlungen und Arbeitsstunden.
Nachtrag vom 13. Februar 2012, 16:14 Uhr
In der South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) schrieb Li Qiang, Gründer und Direktor von China Labour Watch, in einem offenen Brief an Cook: "Wir glauben, es geht nicht nur um ein paar 'faule Äpfel' in der Lieferkette, sondern um ein tief sitzendes Problem im Geschäftsmodell Ihres Unternehmens." Nach einer simplen Rechnung könne Cook allein mit seinem Gehalt die Löhne von 300.000 Foxconn-Beschäftigten in einem Quartal bezahlen.
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