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Fails zum Jobstart: Weshalb es eine Rolle spielt, ob ein Edding wasserfest ist

Wir wollten eure Pannen beim Antritt eines Jobs hören und wurden mit vielen lustigen und überraschenden Geschichten belohnt.
/ Andrea Pawlowski
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Bitte nicht nachmachen! (Bild: KI-generiert mit ChatGPT)
Bitte nicht nachmachen! Bild: KI-generiert mit ChatGPT

Wenn man in einen neuen Job startet, ist das meistens eine aufregende Sache. Wie laufen die Prozesse ab? Wie ticken die Kollegen? Gibt es Interna, die man beachten muss, obwohl man sie noch gar nicht kennen kann? Kommt dann noch die eigene Anspannung dazu, kann einiges schiefgehen. Noch viel mehr, als wir gedacht haben.

Hier sind eure Geschichten:

➤ An meinem ersten Arbeitstag wurde mir meine Nutzerkennung auf einem Zettel zur Verfügung gestellt. Es gab aber ein Problem: Mein Arbeitgeber hatte es geschafft, meinen Nachnamen falsch zu schreiben (es fehlte in der Mitte ein Buchstabe). An der Kennung hingen natürlich ganz viele andere Dinge: E-Mail-Adresse, Zertifikate, organisatorische Abläufe beim Onboarding und so weiter. Wir gingen das Problem also erst nach ein paar Wochen an, als sich alles etwas eingependelt hatte, was dann aber auch recht fix ging. Auch nach Jahren passiert es aber immer wieder, dass ich auf irgendeiner Gesamtliste mit Mitarbeitern immer noch falsch geschrieben werde und auf Abteilungsevents mein Namensschild selbst schreiben beziehungsweise mitbringen muss.

➤ Schon einige Jahre her, doch hier eine kleine Einstiegsstory. Duales Studium: erster Tag im Betrieb Einführung, zweiter Tag Aufgaben für drei bis fünf Wochen bekommen. Fortschritt wird regelmäßig im Gespräch besprochen, damit uns bei Problemen zeitnah geholfen werden kann. Anfangs täglich 5 bis 15 Minuten. Dritter Tag: 60 Prozent der Aufgaben fertiggestellt. Vierter Tag: restliche 40 Prozent erledigt. Fünfter Tag: Verbesserung fertiggestellt und abgegeben, neue Aufgaben erhalten (für ein "paar Wochen"). Die neuen Aufgaben hielten auch nur ein paar Tage.

Etwas mehr Kontext: Im Gespräch am dritten Tag war man überrascht, dass ich mit den Aufgaben schon so weit war. Am vierten Tag ging es nur nicht weiter, weil man nicht vorbereitet war, mir so schnell weitere Aufgaben zu geben. (War außerdem Urlaubssaison und viele nicht da; insbesondere die Person, in deren Projekt ich nach den Wochen Einführung/Übungen einsteigen sollte.)

➤ War während der Abizeit. Ich suchte einen Job zum Taschengeldaufbessern. Habe dann was gefunden: Zeitungen ausfahren, also von der Druckerei zu den Austrägern. Am ersten Tag zum Einlernen wurde ich begleitet, musste aber gleich selbst fahren. Beim Rückwärtsfahren aus einer Gasse raus direkt nen parkenden Mercedes gerammt ... Dachte, das war's dann mit dem Job. Das Fahrzeug fuhr noch, also habe ich nach der Abwicklung, Versicherungsdaten etc. die Tour zu Ende gefahren. Paar Tage später nen Anruf vom Chef bekommen, dachte, er sagt, das wars dann. Aber nein, es kam ganz anders. Kann ja mal passieren, sagte er, und dankte mir, da er so festgestellt hat, dass er noch eine weitere unbenutzte Versicherung für ein Fahrzeug hatte und durch den Unfall letztendlich Geld sparen konnte. Somit folgten viele weitere unfallfreie Touren. :)

➤ In der ersten Woche meiner Ausbildung wurde ich mit einem Präsentkorb zu einem Kunden geschickt, um die Lagerbestände in die verkaufte Software einzugeben, weil ein Update die Lagerbestände aus der Datenbank gelöscht hatte. Zum Glück war die Aufgabe nach drei Tagen erledigt. Aber ich war für den Kunden das Ventil, um sich über meinen Ausbildungsbetrieb und die Software auszulassen, was alles nicht funktioniert. Ich hätte fast die Ausbildung abgebrochen.

➤ Nicht ganz in der ersten, sondern innerhalb der ersten vier Wochen passiert. Unter Sinix einmal den move-Befehl, ohne den * zu entwerten mit \ abgesetzt. Wollte eigentlich nur eine Datei verschieben, damit ich sie sicher löschen kann, blöd war halt nur: Die Datei war im Raid1 auf der Bootplatte ganz oben. Die Daten der User waren im Raid5, dank der Vorgaben. Move-Befehl abgebrochen. Zwei Stunden Pause für alle am Server, Sicherung des Raid1 für die Bootplatte zurückspielen, alles wieder gut, ich habe da schon nicht mehr geraucht. Hätte ich das noch, mich hätte niemand im Serverraum gesehen.

➤ Nicht mein erster Arbeitstag, aber mein erstes Meeting im neuen Job: Vom QM-Sachbearbeiter war ich gerade zum Referenten für Prozessoptimierung aufgestiegen. Bedeutete: ab jetzt Teilnehmer der illustren Montags-Leitungsrunde mit CEO, Werkleiter und den Abteilungsfürsten. Entsprechend nervös stürmte ich in den Besprechungsraum ... und gleich über den unglücklich platzierten Verpflegungstisch. Kaffee und Wurstbrotschnittchen landeten zielsicher auf der Hose des CEO. Betretenes Schweigen im Raum. Der CEO schmunzelte schließlich: "Tja, Herr X, kaum im Amt und schon haben Sie eine Schwachstelle im Prozess entdeckt. Respekt! Ich erwarte nächsten Montag eine optimierte Tisch- und Sitzordnung."

➤ Ich habe vor drei Jahren in einem Extrusionsbetrieb als Prozessingenieur angefangen, mit Fokus auf Digitalisierung der Anlagen und Anbindung der Steuerung an ein Datenbanksystem. In meiner zweiten Woche wurde ich an eine unserer größten Maschinen gerufen (laufen ca. 6 Wochen 24/7 durch), weil ein USB-Stick am Maschinendisplay nicht mehr erkannt wurde. Laut Hersteller war nur das Kabel zur SPS nicht richtig angeschlossen und es sollte im Betrieb auch an- und abgesteckt werden können. Gesagt, getan – allerdings hat sich die SPS aufgehängt und die Maschine ging nicht nur aus, sondern produzierte auch mehrere 100 kg Kunststoffausschuss. Das neue Anfahren und Reinigen der Anlage hat 6 Stunden gedauert und ich stand planlos daneben :D. Drei Jahre später ist es immer noch ein Running Gag.

➤ Ich war gerade ein paar Tage in der neuen Firma, da sollte das komplette Projektteam mit dem Zug zu einem Jour Fixe von NRW nach Stuttgart fahren. Da es seinerzeit noch Papierfahrkarten gab, habe ich diese in die Hand gedrückt bekommen. Am entsprechenden Tag hat dann mein Wecker versagt, aufgewacht bin ich kurz vor Abfahrt des Zuges. Ich hatte noch kein Diensthandy und schon gar nicht die Handynummern der Kollegen. Über die Telefonauskunft konnte ich dann die Privatnummer eines Kollegen herauskriegen, der wusste, wo der Zug noch halten wird. Dort bin ich mit dem Auto hingefahren, habe den Zug gerade so erwischt und konnte den bis dahin schwarzfahrenden Kollegen die Tickets in die Hand drücken.

➤ Ich wurde als Senior Consultant bei einem IT-Dienstleister eingestellt. Mir war klar, dass ich dort hauptsächlich in Kundenprojekten vor Ort beim Kunden eingesetzt würde. Kurz vor dem ersten Arbeitstag wurde ich angerufen und gefragt, ob ich eventuell schon ein paar Tage vorher mit zu einem Kunden (Großbank) fahren könnte, um ein Vorstellungsgespräch zu führen. Ich habe natürlich zugesagt. In dem Meeting wurde ich dann ohne vorherige Absprache als "einer unserer langjährigsten und erfahrensten Mitarbeiter" vorgestellt. Später stellte sich heraus, dass man vergessen hatte, für mich ein Hotel zu buchen. Da ich noch kein Mitarbeiter war, hätte ich mich selbst darum kümmern müssen. Zum Ende der Probezeit habe ich dann gekündigt. Mir wurde erzählt, dass das nicht ginge, weil der Vertrag mit dem Kunden noch laufe. Habe ich schon erwähnt, dass die Mitarbeiterfluktuation sehr groß war? ;-)

➤ Anfang der 80er: Nachdem mir das Bafög verwehrt wurde, musste ich die gerade begonnene FO abbrechen, um schnellstmöglich einen Übergangsjob anzunehmen, um Wohnung etc. bezahlen zu können. Ich fand einen Job als Aushilfe und konnte sofort anfangen. Kurz nach Neujahr musste ich zum Doc. Eine starke Schwellung, da wo man sie nicht braucht, machte sich breit. Sofort ab ins Krankenhaus, wo man Krebs feststellte. Mir war die Krankmeldung peinlich. Obwohl ich erst eine Woche dabei war, wurde ich nicht entlassen, sondern bekam Lohnfortzahlung, bis ich ab März wieder arbeiten konnte. Der Arbeitgeber, der hier so extrem sozial und nachsichtig handelte, war: McDonalds. Dieses Jahr wurde mir eine McDonalds-Lebensversicherung ausgezahlt, für die ich niemals auch nur einen Cent einzahlen musste. Mir kann daher keiner sagen, dass die schlecht zu ihren MA sind.

Die Tücken der Gespräch-pausieren-Taste

➤ Wir hatten eine Kundendatenbank, in der explizit vermerkt worden war, wer im Outreach mit "du" und wer mit "Sie" angesprochen werden sollte. Gesagt, getan – und prompt rund 4.000 Leute falsch angesprochen. Nicht schlimm, Fehler passieren; aber vor 20 Jahren war das wirklich noch so ein Ding, wo sich die Geschäftsleitung persönlich entschuldigt hat bei einem Großteil der Kunden.

➤ Es ist schon mehr als ein Jahrzehnt her, dass ich meine Ausbildung zum Chemikanten abgeschlossen habe. Der Beginn war jedoch mehr als peinlich. 2010 habe ich im Mai die Realschule mit der mittleren Reife abgeschlossen. Ja, natürlich war es offiziell erst Ende Juli zu Ende, aber der Abschluss war sicher. Wie man in dem Alter so ist, war die freie Zeit danach ein Highlight. Wann hat man schon drei Monate am Stück frei?

Die Ausbildung begann Anfang September, 8:00 Uhr. Als es so weit war, habe ich am Vortag alles vorbereitet, damit auch wirklich nichts schiefgehen konnte. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker, wie geplant. Was nicht wie geplant funktionierte, war mein Gehirn. Ich habe den Wecker stumm gestellt, mich gefragt, wieso das dumme Ding an war und weitergeschlafen.

Um 7:50 Uhr riss mich ein Gedanke aus dem Halbschlaf. Ich wusste wieder ganz genau, wieso der Wecker geklingelt hatte. Nun ja. Also habe ich mich schnell in die vorbereitete Kleidung geschwungen, eine Katzenwäsche gemacht und 8:20 Uhr kam ich im Betrieb an. In der Zwischenzeit hatte ich zwar angerufen, aber der Ausbildungsleiter hatte bereits vor einem ganzen Gremium verkündet, dass ein Azubi seine Chance wohl nicht wahrnehme. Kurz danach kam ich in den Besprechungsraum, wo zehn neue Azubis schelmisch grinsend meinen Gang zum Platz und meine Entschuldigung verfolgten.

Das war das wohl peinlichste Erlebnis in meiner Laufbahn. Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Nichtsdestotrotz habe ich die Ausbildung als Unternehmensbester abgeschlossen. Schwacher Start, aber ein starker Abgang. Besser als andersherum. Ob der schlechte Start dazu beigetragen hat? Wahrscheinlich schon.

➤ Im Jahr 1993 habe ich meine Ausbildung im Großhandel begonnen. Meine ersten Tage verbrachte ich im Büro an einer Telefonzentrale, musste Akten sortieren und Briefe öffnen. Die Telefonanlage war ein echtes "Altertümchen". Wenn es klingelte, ging ich ran und habe die Kunden oder die Lieferanten zu den Kolleginnen und Kollegen verbunden. Irgendwann rief mich eine Mitarbeiterin eines Lieferanten an und wollte mit meiner Kollegin aus der Buchhaltung sprechen. Der Ton war da schon etwas frech von ihr. Da gab es wohl noch offene Verbindlichkeiten.

Ich bat die Dame am anderen Ende um etwas Geduld, um abzuklären, ob meine Kollegin erreichbar ist. Zufällig stand die Kollegin aus der Buchhaltung, Frau M., allerdings in diesem Moment schon neben mir. Wie gewohnt drückte ich an der Anlage die Taste "P", was für "Gespräch parken" stand. In dieser Situation konnte man sich dann in Ruhe im Raum unterhalten. Ich habe Frau M. über die Gesprächsteilnehmerin am Telefon unterrichtet und ihr mitgeteilt, dass die Dame dringend mit ihr sprechen möchte.

Frau M. reagierte genervt und sagte sowas wie "Nicht die schon wieder ... Die blöde Kuh soll uns in Ruhe lassen. Ich weiß, dass die noch Geld will. Sagen Sie ihr, ich bin nicht da, Sie werden einen Zettel hinterlegen!"

Als 16-jähriger Azubi dachte ich mir erstmal nichts dabei und war gewillt, die Anweisung so weiterzugeben. Ich drückte also wieder die "P"-Taste an der Telefonanlage, um die Dame von dem Lieferanten wieder ans Telefon zurückzuholen. Ich habe mich freundlich zurückgemeldet und ... es hat niemand geantwortet. Ich schaute verdutzt auf die Anlage und stellte fest, dass die "P"-Taste aufleuchtete. In diesem Moment wurde mir plötzlich heiß und kalt gleichzeitig, denn ich begriff sofort, dass gerade irgendwas schiefgelaufen sein musste. Ich drückte nochmal die "P"-Taste, um das Gespräch zurückzuholen.

Kaum hatte ich die Taste gedrückt, schrie bereits eine sehr, sehr aufgebrachte Stimme durch den Telefonhörer: "Geben Sie mir sofort die Frau M.!!! Ich habe alles mitgehört!!! Das wird Konsequenzen haben."

Frau M., die noch neben mir im Raum stand, riss die Augen auf, stand stocksteif neben mir und verstand ebenfalls, dass ich grade riesigen Mist gebaut hatte. Die "P"-Taste hatte ich beim ersten Mal wohl nicht richtig betätigt. Frau M. verschwand in ihr Büro und musste sich eine riesige Standpauke von dem Lieferanten anhören. Für mich gab es allerdings keinerlei Konsequenzen. Es blieb nur eine Erinnerung, die auch nach über 30 Jahren nicht vergessen ist.

Laptop aufs Klo, Kamera an

➤ Diese Geschichte hält sich streng genommen nicht an die Regeln, denn sie ist erst nach circa zwei Jahren Zugehörigkeit passiert. Es handelt sich um eine Full-Remote-Stelle, das heißt, die meisten Kollegen habe ich nie live gesehen. Wir hatten ein tägliches Daily von ca. 45 min, in dem alles Wichtige besprochen wurde. Meist haben alle Beteiligten dabei die Kamera eingeschaltet. Später dann, bei weiteren Terminen am Tag, wurde die Kamera meist ausgeschaltet.

Das Daily war weit fortgeschritten, ich hatte eigentlich nichts mehr zu sagen, aber die Regel schreibt vor, dass man drin bleibt, bis das Meeting offiziell beendet ist, außerdem könnte ja sein, dass man von einem Kollegen noch mal auf etwas angesprochen wird.

Meine Blase meldete sich jedoch, also beschloss ich, das Mikro auf stumm und die Kamera auszuschalten, und das Laptop, falls eine wichtige Interaktion notwendig ist, mit zur Toilette zu nehmen. So konnte ich dem Gespräch weiter folgen und notfalls zumindest den Ton wieder einschalten.

Die Geschichte schreibt sich jetzt von selbst: Ich hatte das Notebook auf einen Wäschekorb gestellt und wollte gerade meine Hose öffnen und herunterziehen, da bemerke ich, dass meine Kamera noch an ist. Man sah unverkennbar mein gefliestes Badezimmer und die Toilettendrückerplatte.

"Ui,"denke ich, "vielleicht ist das den Kollegen entgangen, schnell nochmal auf das Kamerasymbol drücken, um die Kamera auszuschalten." Natürlich zu spät. In dem Moment spricht mich ein Kollegen mit Namen an und sagt laut in die Runde: "Ich glaube wir haben alle, gesehen, was du da gerade machst." Ich hätte im Boden versinken können.

➤ Gleich zu Beginn meiner Arbeit in einer IT-Rolle im öffentlichen Dienst musste ich auf eine Dienstreise und entsprechend auch die Dienstreise-Abrechnung erledigen. Im internen Wiki gab es eine Anleitung dazu, der ich beim Ausfüllen der Formulare folgte. Jedoch wurde die Abrechnung abgelehnt, und die Begründung ließ darauf schließen, dass ein bestimmter Punkt in der Anleitung falsch im Wiki stand. Also editierte ich genau die Stelle (natürlich!) und kopierte die Anweisung rein, die mir zusammen mit der Ablehnung mitgeteilt wurde. Am selben Arbeitstag rief mich jemand an, der mir in etwas unwirschem Ton sagte, dass ich in dem Wiki-Bereich nicht editieren dürfte, und er meinen "unerlaubten" Edit rückgängig gemacht habe. Ich antwortete völlig perplex "Na, dann viel Spaß noch mit Wikis!" Danach erfuhr ich, dass es der Leiter der Finanzabteilung war.

➤ Ich war noch recht neu und sollte eine neue Arbeitsplatzeinrichtung ausliefern, beim Hardware-Service in einem großen Industriebetrieb. Monitor, Desktop-PC, Zubehör, alles auf einem Rollwagen. Dann kam eine Rampe neben einer Treppe, sie war steiler als gedacht. Erst flog der Monitor die Rampe runter und krachte unten auf die Treppe, dann rutschte, bevor ich reagieren kann, der Rechner hinterher. Peinlich. Ich wurde dabei gesehen (von einer Nicht-IT-Kollegin). Ich hob die Geräte auf, lieferte unterwegs etwas anderes aus, musste dafür umkehren und nun die Rampe wieder hoch. Ich war zu optimistisch. Die gesamte Arbeitsplatzausstattung flog erneut vom Wagen. Die gleiche Person von vorher sah mir erneut bei der Misere zu und schüttelte den Kopf. Ich war damals wirklich nicht der Hellste.

➤ Ich war im Urlaub, als es eine interne Stellenausschreibung gab. Mein damaliger Teamleiter informierte mich am Tag meiner Rückkehr, dass er mich dafür eingetragen hatte. (Er wusste, dass ich mich verändern wollte, und ich hatte mich einige Jahre zuvor schonmal für die gleiche Abteilung intern beworben.) Ich kam also komplett unvorbereitet zum Bewerbungsgespräch und musste erst einmal fragen, was denn meine neue Tätigkeit genau sein würde ... Ich habe das auch genauso erzählt, und die Bewerbung war erfolgreich. :-)

➤ In meinem ersten Monat im Jahr 2013 gab es in der Firma, in der ich startete, ein Summer Event. Im Bus bekamen alle farblich kodierte Bändchen. Es war also abzusehen, dass es eine Teamaktion geben würde. Ich sah mich mit meinem roten Band in der Hand um, wer sonst noch eines hatte. Zu meinem Entsetzen trugen der CEO, der CFO, der CTO, der COO und der CLO ein rotes Band am Handgelenk – sonst niemand. Einige aus meinem neuen Team wünschten mir alles Gute und versprachen mir, mein Grab öfter mit frischen Blumen zu versorgen, wenn es nicht gut läuft.

Am Ort des Events angekommen, machte ich mich unsichtbar, indem ich auf dem Gelände "spazieren ging". Ich fand einen Duftgarten und hatte es mir auf einer Bank sehr bequem gemacht. Es war so bequem, dass ich einschlief und nach knapp einer Stunde und mit sattem Sonnenbrand im Gesicht zu meinem Team zurückkam. Das Teamevent war so gut wie vorbei, und wir fuhren mit einer gemieteten (Party-)Fähre zurück in unser Büro in Berlin-Kreuzberg.

Auf dem Weg dorthin gab es die Siegerehrung, das Team mit dem roten Band hatte den letzten Platz belegt, da irgendwie Punkte fehlten. Der CEO machte bei seiner "Ehrung" keinen Hehl daraus, dass es ihn anstinkt zu verlieren und dass er das Gefühl hatte, etwas sei zu seinem Nachteil passiert. Mein Team wusste, dass ich nicht mitgemacht hatte, da ich mich natürlich geweigert hatte, bei der Ehrung für das rote Team nach vorne zu gehen. Wir lachten uns den halben Abend scheckig, und ich hoffte, dass mich keiner verpfeift. Auf das Team ist Verlass – es kam nie raus.

➤ Ich erinnere mich noch an meine erste Arbeitswoche in einem IT-Unternehmen, in dem ich mich unbedingt beweisen wollte. Am dritten Tag bekam ich die große Ehre, den morgendlichen Daily mit meinen neuen Kollegen einzuleiten. Ich wollte natürlich besonders professionell wirken – also stellte ich mich mit Schwung an das Whiteboard, um die Aufgaben zu notieren.

Blöd nur: Ich hatte die falschen Stifte erwischt. Statt des Whiteboards bemalte ich mit einem wasserfesten Edding den brandneuen 75-Zoll-Monitor, der als digitales Board dienen sollte. Während ich noch eifrig "Sprint 34" schrieb, hörte ich nur ein kollektives Keuchen hinter mir. Mir wurde schlagartig klar: Das Whiteboard war kein Whiteboard. Ich habe dann eine Stunde lang mit Spiritus, Küchenrolle und hochrotem Kopf versucht, den Bildschirm zu retten – unter den spöttischen Kommentaren meiner neuen Kollegen. Das Ding war natürlich hin. Das Beste: Seitdem gibt es in der Firma eine Regel, die intern nur "der Edding-Protokollpunkt" heißt.

Papiervorrat einer ganzen Abteilung verdruckt

➤ Auf meinen Schreibtisch lag ein Brief, den ich geöffnet habe. Er war an aber an meinen Chef adressiert und beinhaltete sein neues Bruttogehalt. Habe ihm davon erzählt, woraufhin er lachte. Unser Arbeitsverhältnis war zu keinem Zeitpunkt deshalb angespannt. Also Glück im Unglück ;)

➤ Als Azubi am dritten (Arbeits-)Tag (überhaupt) in einem Konstruktionsbüro einer europaweit agierenden Firma, stand ich in der Toilette am Pissoir und tat das, was man da eben so tut. Die Tür ging auf und der Leiter Betrieb (in der Hierarchie direkt unter dem CEO) kam herein, stellte sich neben mich ans Pissoir und spontan kam der Satz aus ihm heraus: "Na? Wie läufts?" Ich schaue an mir herunter und sage "Super!" In dem Moment realisierte er, was er da gerade gesagt hatte, und wir fingen beide schallend an zu lachen. (Er meinte natürlich den Ausbildungsstart im Konstruktionsbüro – er kannte alle Azubis dort, weil wir ihm vorgestellt wurden.) Ab da haben wir uns immer mit einem Lachen auf den Lippen begrüßt und jeder hatte diese lustige Geschichte dabei im Kopf.

➤ Hier eine Story aus meinem Praktikum bei den lokalen Stadtwerken: Ich saß an einem sehr langsamen Arbeitstag an meinem Arbeitsplatz und spielte mit der Kugel einer Trackballmaus herum (Fehler Nummer eins), schmiss sie immer wieder in die Luft und fing sie auf (Fehler Nummer zwei). Plötzlich kam mein Chef um die Ecke und erschreckte mich, ich fing den Trackball nicht auf, er prallte am Tisch ab und sprang in den neben mir liegenden OFFENEN Intranet-Server (Fehler Nummer drei). Warum lag da ein offener Server neben meinem Schreibtisch? Keine Ahnung. Die Folgen? Der Trackball landete direkt auf der Festplatte, sie machte ein wunderschönes Geräusch und fiel anschließend aus.

Die Kollegen "durften" anschließend aus einer Sicherung das Intranet wieder herstellen, es gab für mich keine größeren Konsequenzen, außer dass ich ab jetzt der "Trackball-Typ" war. Ich hoffe, sie haben mittlerweile den Server geschlossen und in ein Rack eingebaut.

➤ Ich bin an meinem ersten Arbeitstag bei der Deutschen Telekom rückwärts beim Einparken an eine Telefonzelle gefahren, so dass diese verbogen war. Dachte schon, das war's mit dem Job, aber da kam niemals etwas nach.

➤ Nach der Vorstellungsrunde durch die Firma hat mich ein Kollege zur Seite gekommen und mir diskret gesagt, dass der Reißverschluss meiner Hose offen sei. Ob es sonst noch jemanden aufgefallen ist, weiß ich nicht.

➤ Durfte meinen Hund mit ins Büro nehmen. Erster Tag, wo sie dabei war, grad mal elf Wochen alt, setzte sie sich zum Streicheln auf die Schuhe meines Chefs ... Erstmal süß, bis sie einfach gepinkelt hat. Morgens um 7, eine Stunde bevor die externen Pentester ins Haus kamen. Bin vor Scham im Boden versunken, er hat es aber zum Glück mit Humor genommen und sich in der Stadt neue Schuhe gekauft.

➤ Ich habe vor vielen Jahren als Ingenieur bei einem großen internationalen Elektro- und Industrieunternehmen angefangen, dessen Buchhaltung auf einer AS400 lief. Anfangs durfte ich nichts Technisches übernehmen, sondern sollte die Jahres-Budgetplanung für einzelne Niederlassungen übernehmen. Dafür musste ich die jeweiligen Konten aus dem Buchhaltungssystem in einer Terminalanwendung selektieren und ausdrucken.

Was ich nicht bedacht hatte: Es war notwendig, die Konten auf einen Zeitraum und eine Niederlassung einzugrenzen. Ich wählte nur die Konten aus und drückte auf Drucken. Dann bin ich Mittagessen gegangen. Als ich zurückkam, standen mehrere Kollegen wütend vor dem Druckerraum. Das System hatte für die gesamte Firma für den Zeitraum von einem Jahr sämtliche Kontenbewegungen auf grün-weißem Endlospapier ausgedruckt und dabei den Papiervorrat einer ganzen Abteilung vernichtet.

➤ Mein peinlichster und mir bis heute in Erinnerung gebliebener Moment: Irgendwann so 1997 zu Beginn meiner Ausbildung als IT-SE wurde mir ein PC auf den Tisch gestellt, der irgendwelche Macken hatte. Virus? Softwarefehler? Aber man kennt es ja, formatieren und halt Windows schnell neu installieren, machte man ja regelmäßig, um Probleme zu lösen. Dummerweise war ich damals noch etwas vorschnell damit und das Wort "Back-up" war noch nicht so allgegenwärtig wie heute – damit war eine fast fertige Abschlussarbeit des Kunden im Nirvana verschwunden.

➤ Ende der 90er Jahre begann mein Bruder in einem neuen Unternehmen und bekam eine Mail, die ein Virus beinhaltete. Seine Warnung davor schickte er an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen und verteilte dabei leider das Virus selbst. Ging an alle Standorte auch in den USA. Lachen konnte er erst viele Jahre später darüber.

➤ An meinem ersten Tag in der IT-Abteilung eines bekannten deutschen Mittelständlers wurde mir mitgeteilt, dass derjenige, der mich eingestellt hatte, das Unternehmen bereits verlassen hat. Im Anschluss konnte ich meinem neuen Kollegen dabei zusehen, wie er sich mit dem Facility-Manager raufte und beide über den Flur kullerten. Noch absurder wurde das Ganze, weil der IT-Leiter, um die Stimmung zu beruhigen, jeden Tag einen Blechkuchen mitbrachte, um die desaströs laufende Stimmung anzuheben. Ich habe zum Ende meiner Probezeit gekündigt.

Interne Mails an den Gegner weitergeleitet

➤ Erste Arbeitswoche. Es gibt einen Heizungskeller, dort ist auch ein Lager. Unter dem Lichtschalter der Heizungs-Notausschalter. Wurde er aus Versehen betätigt? Ja. Ist das ein Problem? Nur wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass genau in diesem Moment die Ölheizung Öl in den Brennkopf befördert. War es genau dieser unwahrscheinliche Moment? Natürlich. War ich der Letzte im Betrieb? Ja. War es mir, als ich feststellte, dass die Heizkörper in der gesamten Firma im tiefsten Winter langsam erkalteten, zu peinlich, meinen Chef zu kontaktieren? Na klar.

Mein befreundeter Installateur auf Lautsprecher im Erdgeschoss, ich die Kellertreppe hoch und runter rennend, neue Instruktionen entgegennehmend. Im Keller natürlich kein Empfang. Eine Stunde und eine halb zerlegte Heizungsanlage später – Erfolg. Der Brenner läuft wieder. Ein Glück.

Als ich viel zu spät dann am Fahrrad stand, um nach Hause zu fahren: Platten. Foto davon an meinen Kollegen. "Manchmal is wie im Film, wa?" Er: Soll ich dich abholen? Ich: Da muss ich jetzt durch. Fängt's auf dem Weg zum Bahnhof an zu regnen? Ja. Viel? Selbstredend. Verpasse ich den Zug knapp? Klar. Fällt der Bus auch noch aus?
Tatsächlich so passiert, weiß bis heute keiner von auf Arbeit.

➤ Hatte mal im Zuge meiner Bewerbung bei einem großen deutschen Softwarekonzern eine Live Coding Session. Vorher habe ich meinen Arbeitstisch schön vorbereitet. Laptop vorbereitet, Teams schon offen – nur noch ein Knopfdruck zum Gespräch. Glas Wasser gerichtet, alles perfekt, die Frisur sitzt. Eine Minute vor dem Start wollte ich einen Schluck Wasser nehmen und kippte den kompletten Inhalt über die Tastatur, KOMPLETT nass! Hab also in einem Pool Wasser getippt und mir nichts anmerken lassen. Alle Aufgaben perfekt gelöst. Am Ende wurde es trotzdem nix.

➤ Das ist jetzt neun Jahre her und ich bekomme heute noch Puls, wenn ich daran denke. Es war mein erster Vollzeitjob nach dem Studium, ich war frisch wegen dem Job in eine neue Stadt gezogen und gleich an meinem zweiten Arbeitstag passierte Folgendes: Der PR-Typ aus meiner Abteilung verschickt versehentlich einen internen Entwurf (war an den CEO zur Freigabe bestimmt) an den kompletten Verteiler, in dem es um Kündigungen ging, so nach dem Motto "Wer diese E-Mail erhält, ist noch übrig."Das, bevor die betroffenen Leute überhaupt offiziell informiert wurden. Die Folge war komplette Panik im ganzen Unternehmen, niemand wusste, wen es erwischen würde. Am Ende war meine Abteilung nicht betroffen, aber die zwei Tage Unsicherheit und Chaos haben sich eingebrannt. Ein Horrorstart in die erste Festanstellung.

➤ Meine Jobbeschreibung war, alte Strukturen aufzubrechen und die Firma in die Moderne zu führen. Also im weitesten Sinne die Digitalisierung voranzutreiben. In den ersten zwei Gesprächen, die ich nach Einstellung führte, bekam ich zu hören: "Seit 25 Jahren versuchen das immer wieder Leute und noch haben wir jeden kleingekriegt, auch du wirst wie die anderen enden.""In 10 bis 15 Jahren könnte man das vielleicht schaffen, aber niemals in den fünf Jahren, die dein Vertrag läuft."

Aus dieser Ansage wurde erst eine aktive Blockadehaltung, dann eine passive. Inzwischen ist es so, dass Terminabsprachen, sofern sie zustande kommen, nicht mehr eingehalten werden; wenn der Chef einlädt, kommen die Personen ohne jede Begründung nicht, und Mails, die irgendwelche progressiven Themen beinhalten, werden nicht mehr beantwortet. Modern nennt man das wohl Ghosting Die letzte Eskalationsstufe war, dass einfach alle, die an den jeweiligen Projekten beteiligt waren, die Arbeit eingestellt haben, so dass ich nun alles allein machen müsste, was natürlich nicht zu schaffen ist. Deshalb ist ein Scheitern vermutlich unabwendbar.

➤ Ich habe eine interne Diskussion über einen laufenden Rechtsstreit mitsamt dem internen Nachrichtenverlauf und den Stellungnahmen der Gutachter versehentlich an den Gegner weitergeleitet. Das Ganze lief über ein Ticketsystem/Zendesk, passiert, wenn man an der falschen Stelle klickt. Gott sei Dank war der Gegner hohen Alters und konnte kein Deutsch, einige Zeit verstrich und offenbar konnte er mit der Mail nichts anfangen. Ich wurde von der Abteilungsleiterin vor versammelter Mannschaft zusammengebrüllt und hab das Unternehmen – aus anderen Gründen – einige Wochen später verlassen.

➤ Mein Vorfall war eher peinlich für die interne IT & HR. Wir sind als Niederlassung mit 25 Personen (natürlich alles Einzelbewerbungen) von einem Arbeitgeber zum Mitbewerber gewechselt. Ich hatte aber mit die längste Kündigungsfrist und wurde auch nicht freigestellt, aufgrund meiner nicht ersetzbaren Tätigkeiten. Daher sind 23 von 25 schon zwei bis vier Monate vorher zum neuem Arbeitgeber gewechselt. Und dann krieg ich spontan Gehalt überwiesen vom neuem Arbeitgeber, obwohl ich noch beim altem tätig war. Da hatte man mich quasi irrtümlich schon "eingestellt", nach einigen Telefongesprächen habe ich dann also ich das Geld zurücküberwiesen.

Und jetzt kommt's: Ich habe mich zwei Wochen eingearbeitet, alle Accounts angelegt etc., komme morgens zur Arbeit und nix geht mehr. Das Ticket, dass ich doch noch NICHT Mitarbeiter bin, wurde also nach zwei Monaten von der internen IT bearbeitet und dementsprechend wurde ich wieder komplett gelöscht, mit allen Logins, SSO etc. Alles weg ^^ Und dann hat es wieder zwei Wochen gedauert, bis ich mich überhaupt wieder anmelden konnte und ich angelegt wurde. Guter erster Eindruck gewesen und das Chaos hat sich seitdem WENIG verändert :-P

➤ Chef hat damals einen neuen AMG E55 gekauft, aber ohne Autotelefon bzw. Freisprecheinrichtung. Das durfte ich in meiner ersten Woche einbauen. Ohne Ahnung, wie man das macht. Loch in ein 100.000-Mark-Auto bohren, Ledersitze ausbauen etc. Es kam, wie es kommen musste: Ich hab nen Kratzer in den Lack gemacht, bin dann voller Panik drei Minuten lang kopflos durch die Halle gerannt, bis mein Blick auf einen Edding fiel ... Farbe passte (fast). Naja .., ich hab alles hinbekommen und Chef fährt nach Hause. Ein paar Tage später kommt er schäumend vor Wut in die Firma: Er war in der Waschanlage und die hat ihm einen Kratzer in den Lack gemacht. Kurzer Blick auf den Edding -> nicht wasserfest. Seitdem hab ich nur noch wasserfeste Filzer in meinem Büro. Keine Ahnung, warum. ;-)

➤ Kurz nach der Jahrtausendwende habe ich als studentische Hilfskraft in einem kleinen Systemhaus angefangen. Fun-Fact: Mein erster Task war, einen DOS-Rechner für einen Arztpraxis vorzubereiten und auszuliefern.

In der ersten Woche hatte ich aber auch gleich meinen ersten wichtigen Task auf dem Schreibtisch: einen RAS-Server wiederherstellen. Da ich mich mit Windows NT 4.0 zu dem Zeitpunkt noch nicht so genau auskannte, habe ich zusammen mit dem technischen Leiter eine recht detaillierte "Anleitung" geschrieben, weil ich die Systempartition formatieren und dann das Backup von der Backup-Partition wiederherstellen sollte – inklusive der erwarteten Systemmeldungen. Warum die Systempartition formatiert werden musste, kann ich heute nicht mehr sagen.

Es kam, wie es kommen musste: Natürlich habe ich aus Versehen die Backup-Partition gelöscht, darauf das NT 4.0 installiert und mich dann gewundert, warum auf der anderen Partition kein Backup zu finden war. Technischen Leiter informiert, der dann den Chef informiert hat."Ja, das war dann wohl dein Knie-Schuss, würde ich mal sagen." An diesen Satz erinnere ich mich noch ganz genau. Denn so schnell wie ich eingestellt wurde, war ich auch wieder gekündigt.

Statt mich aber des Büros zu verweisen, hat man mich erst einmal weitermachen lassen, also bin ich hingegangen und habe angefangen, den RAS-Server von Hand neu aufzusetzen. Ich habe mir die Bücher (!) geholt, die spärliche Dokumentation gelesen und einfach weitergemacht, auch nachdem alle nach Hause gegangen waren. Spät abends habe ich noch mit dem Technischen Leiter telefoniert, der mir dann noch einige Tipps gegeben hat, den Rest der Nacht war ich aber allein, versorgt mit ausreichend Kaffee.

Am nächsten Morgen war der Chef dann der Erste im Haus und fragte mich, ob ich "schon wieder" da wäre, meine Antwort war "immer noch". Am Vormittag war der Server dann fertig und was man testen konnte, habe ich getestet. Ich war dann noch so wahnsinnig, hab mir den Firmenwagen geschnappt und wollte den Server ausliefern. Der Chef hat dann einen Kollegen im Taxi hinterhergeschickt, mit dem Auftrag, mich in das gleiche Taxi zu setzen und nach Hause zu schicken.

Der Chef hat dann die Kündigung zurückgezogen, weil er beeindruckt war, dass ich für meinen Fehler die Verantwortung übernommen und nicht aufgegeben habe, bis der Schaden behoben war. Das prägt meine Arbeitsweise bis heute. Ich bin ein Mensch und mache Fehler, auch nach mehr als 20 Jahren in der IT und benachbarten Fachgebieten. Ich stehe aber zu meinen Fehlern und verstecke sie nicht. Das hat mir bisher (und wird es hoffentlich auch in Zukunft) den Respekt von meinem Kollegen und Mitarbeitenden im internationalen Umfeld eingebracht.

PS: Man könnte jetzt natürlich fragen, warum man einen Werkstudenten in seiner ersten Woche an einen solchen Task setzt, eigentlich war und ist er aber recht "einfach".


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