Fahrzeugsicherheit: Kartendienst Here kauft Anbieter für Online-Updates
Der Kartendienst Here will mit der Übernahme von ATS Advanced Telematic Systems die sichere Installation von Autosoftware über das Internet vorantreiben. Wie beide Unternehmen am Dienstag mitteilten(öffnet im neuen Fenster) , hat sich das Berliner Start-up auf Lösungen für Softwareupdates "Over the Air" (OTA) spezialisiert. Here will die Entwicklung und den Vertrieb der OTA-Technik als Bestandteil seines Produktportfolios für die Automobilindustrie weiterführen. In Zukunft könnte sie zudem sichere Kartenaktualisierungen und Software-Updates für Drohnen und andere vernetzte Geräte unterstützen.
Vertreter der Automobilindustrie halten regelmäßige Softwareupdates über das Internet für eine unabdingbare Voraussetzung, um die Sicherheit vernetzter Fahrzeuge garantieren zu können . Allerdings kann die Möglichkeit solcher Updates auch eine Einfallstor für Hacker darstellen.
ATS verwendet Uptane-Framework
ATS verwendet für sein Produkt OTA Plus das vom US-Heimatschutzministerium gestartete und finanzierte Sicherheitsframework Uptane(öffnet im neuen Fenster) . Uptane basiert demnach auf einer Forschungsinitiative der Tandon School of Engineering, des Southwest Research Institute und der University of Michigan Transport Research Center. Durch Uptane sollen alle gängigen Cyber-Attacken, die auf Software-Updates von vernetzten Autos abzielen, künftig unterbunden werden. Da OTA Plus auf offenen Standards und einem Open-Source-Kern aufsetze, entstünden keinerlei Abhängigkeiten vom Hersteller. Uptane schützt laut ATS sogar sekundäre Steuergeräte (ECU) im Fahrzeug, die nur mit minimalen Rechenressourcen ausgestattet seien.
Der Autochef von Here, Ralf Herrtwich, bezeichnete die Übernahme von ATS als "strategische Investition von hoher Bedeutung" . Die Bereitstellung von Daten und Software werde künftig "ein entscheidender Erfolgsfaktor innerhalb der Automobilindustrie sein" .

Die deutschen Automobilhersteller Daimler, BMW und Audi hatten den Kartendienst Here im August 2015 von Nokia übernommen , um nicht in Abhängigkeit von anderen Datenanbietern wie Google zu geraten. Mittlerweile ist auch Intel mit einem Anteil von 15 Prozent beteiligt . Auch drei chinesische Unternehmen wollten sich Ende 2016 an Here beteiligen und zusammen zehn Prozent am Kartendienst erhalten. Der Automobilzulieferer Continental wollte ebenfalls einsteigen .
Nachtrag vom 28. November 2017, 23:29 Uhr
Nach Angaben von Here gab es keine Zustimmung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS), die drei chinesischen Unternehmen Navinfo, Tencent und GIC in den Kreis der Anteilseigner von Here aufzunehmen. Dies habe sich jedoch nicht auf das gemeinsame Joint Venture von Here mit Navinfo in China ausgewirkt, das bereits seine Arbeit aufgenommen habe. Dafür sei das japanische Unternehmen Pioneer durch eine Überkreuzbeteiligung mittlerweile Anteilseigner von Here geworden. Daher hielten derzeit Audi, BMW und Daimler zusammen mehr als 84 Prozent Anteile an Here, Intel 15 Prozent und Pioneer den geringen Rest.
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