• IT-Karriere:
  • Services:

Fahrverbote: Bundesregierung schlägt kostenlosen ÖPNV vor

Um Fahrverbote in deutschen Innenstädten zu vermeiden, erwägt die Bundesregierung ungewöhnliche Schritte. Fünf Modellstädte sind für einen Test im Gespräch.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Bonner ÖPNV könnte bald kostenlos genutzt werden.
Der Bonner ÖPNV könnte bald kostenlos genutzt werden. (Bild: Juergen Schwarz/Getty Images)

Die geschäftsführende Bundesregierung plant offenbar die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs im Kampf gegen die schlechte Luft in Innenstädten. Das berichteten mehrere Medien am Dienstag unter Berufung auf ein entsprechendes Schreiben dreier Ministerien an die EU-Kommission. Ziel sei es, die Zahl der Privatfahrzeuge in den Städten zu reduzieren, heißt es in dem Brief von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), aus dem die Süddeutsche Zeitung zitiert.

Stellenmarkt
  1. emz-Hanauer GmbH & Co. KGaA, Nabburg / Oberpfalz
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Freital bei Dresden

"Wir erkennen den bestehenden Zeitdruck und die Notwendigkeit effizienten Handelns an", schreibt die Regierung demnach weiter. Der Zeitdruck besteht unter anderem deshalb, weil das Bundesverwaltungsgericht in diesem Monat über die Notwendigkeit von Fahrverboten in belasteten Innenstädten entscheidet. Zudem droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren aus Brüssel, weil die zulässigen Grenzwerte immer noch nicht eingehalten werden. Auf einem sogenannten Dieselgipfel hatte die Bundesregierung im vergangenen November unter anderem angekündigt, die Anschaffung von Elektrobussen mit bis zu 80 Prozent zu fördern.

Wer finanziert eine kostenlose ÖPNV-Nutzung?

Doch bis solche Programme Wirkung zeigen, dürften noch Jahre vergehen. Möglicherweise entstand aus diesem Grund die Idee von der kostenlosen Nutzung des ÖPNV. Im kürzlich vereinbarten Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD heißt es dazu: "Wir wollen gemeinsam mit Ländern und Kommunen unsere Anstrengungen für eine Verbesserung der Luftqualität insbesondere in besonders belasteten Innenstädten erheblich verstärken. Wir wollen Fahrverbote vermeiden und die Luftreinhaltung verbessern. Die Kommunen wollen wir unterstützen, die Emissionsgrenzwerte im Rahmen ihrer Luftreinhaltepläne mit anderen Maßnahmen als mit pauschalen Fahrverboten einzuhalten."

Eine kostenlose ÖPNV-Nutzung wäre jedoch nicht ganz billig. Die Verkehrsbetriebe finanzierten sich zu 50 Prozent aus Ticketpreisen, sagte eine Sprecherin des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der 600 Betriebe vertritt, zur Süddeutschen Zeitung. Wer kostenlose Beförderung verspreche, müsse zunächst klären, wer die Kosten trägt. Zumal ein solches Angebot mehr Fahrgäste anziehe.

Bonner Bürgermeister skeptisch

Laut Spiegel Online soll der Gratis-ÖPNV zunächst in den nordrhein-westfälischen Städten Bonn und Essen sowie in den baden-württembergischen Städten Herrenberg, Reutlingen und Mannheim getestet werden.

Nach Einschätzung des Bonner Oberbürgermeisters Ashok Sridharan ist ein solcher Test jedoch nicht ganz unproblematisch. "Das können wir in Bonn nicht alleine entscheiden", sagte Sridharan am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Bonn sei Mitglied im Verkehrsverbund Rhein-Sieg. "Wenn wir kostenlosen Nahverkehr anbieten wollten, müssten alle Verbundpartner zustimmen." Auch die Deutsche Bahn müsse mit ins Boot geholt werden.

Darüber hinaus müsste die Zahl der Busse und Straßenbahnen deutlich erhöht werden. "Die Fahrzeuge haben wir ja nicht auf dem Hof stehen." Zudem müssten es Busse mit sauberem Antrieb sein. "Mir ist aber kein Hersteller bekannt, der kurzfristig Elektrobusse in der Stückzahl liefern kann, die wir bräuchten", sagte der Bonner Oberbürgermeister.

Die Bundesregierung sei auf Bonn zugekommen, sagte Sridharan. "Wir stehen bereit und haben Ideen, die wir noch einbringen können." So könne er sich den Ausbau von Radwegen vorstellen. "Das lässt sich relativ schnell umsetzen und bringt die gewünschten Effekte." Die Reduzierung von Dieselfahrzeugen in den Flotten von Unternehmen und Behörden spiele in Bonn mit Konzernen wie der Deutschen Telekom und der Post eine große Rolle. Auch die Stadt setze verstärkt auf E-Fahrzeuge. "So haben wir Lieferwagen mit Elektroantrieb, wie sie auch die Post einsetzt, für das Grünflächenamt angeschafft."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,50€
  2. 15,49€
  3. gratis

Anonymer Nutzer 18. Feb 2018

Willkommen in der Steinzeit - oder willkommen in den USA. Starbucks ist kein guter...

Anonymer Nutzer 16. Feb 2018

Na ja, so einfach ist das auch wieder nicht... Wenn jeder im Blechpanzer herumfährt...

Workoft 16. Feb 2018

Subventionen sind von der Allgemeinheit getragene Kosten. Das beinhaltet auch Schäden...

pool 15. Feb 2018

Das ist Ländersache. In Berlin gibt es diese Pflicht nicht (mehr). In dichtem, urbanen...

Teebecher 15. Feb 2018

Guckst Du: http://www.ikea.com/de/de/store/hamburg_altona Noch mehr Innenstadt geht wohl...


Folgen Sie uns
       


Besuch beim Cyberbunker

Wir haben uns den ominösen Cyberbunker an der Mosel oberhalb von Traben-Trarbach von außen angeschaut.

Besuch beim Cyberbunker Video aufrufen
Next-Gen: Tolle Indiegames für PS5 und Xbox Series X/S
Next-Gen
Tolle Indiegames für PS5 und Xbox Series X/S

Kaum ein unabhängiger Entwickler hat Dev-Kits für PS5 und Xbox Series X/S - aber The Pathinder und Falconeer sind tolle Next-Gen-Indiegames!
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Raumschiffknacker im Orbit
  2. Rollenspiel Fans übersetzen Disco Elysium ins Deutsche
  3. Indiegames-Rundschau Einmal durchspielen in 400 Tagen

In eigener Sache: Golem-PCs mit Ryzen 5000 und Radeon RX 6800
In eigener Sache
Golem-PCs mit Ryzen 5000 und Radeon RX 6800

Mehr Leistung zum gleichen Preis: Der Golem Highend wurde mit dem Ryzen 5 5600X ausgestattet, die Geforce RTX 3070 kann optional durch eine günstigere und schnellere Radeon RX 6800 ersetzt werden.

  1. Video-Coaching für IT-Profis Shifoo geht in die offene Beta
  2. In eigener Sache Golem-PCs mit RTX 3070 günstiger und schneller
  3. In eigener Sache Die konfigurierbaren Golem-PCs sind da

Weiterbildung: Was IT-Führungskräfte können sollten
Weiterbildung
Was IT-Führungskräfte können sollten

Wenn IT-Spezialisten zu Führungskräften aufsteigen, müssen sie Fachwissen in fremden Gebieten aufbauen - um Probleme im neuen Job zu vermeiden.
Ein Bericht von Manuel Heckel

  1. IT-Profis und Visualisierung Sag's in Bildern
  2. IT-Jobs Die schwierige Suche nach dem richtigen Arbeitgeber
  3. Digitalisierung in Firmen Warum IT-Teams oft übergangen werden

    •  /