Hammerhead Karoo 2: Klare Linie

Der Karoo 2 von Hammerhead macht ein paar Sachen anders als die Konkurrenz, aber die eigentliche Besonderheit des Geräts ist der Bildschirm. Das Display ist mit 3,2 Zoll zwar relativ klein, aber selbst unter schwierigsten Bedingungen hervorragend ablesbar - und das sogar, wenn die Helligkeit nur auf 60 oder 70 Prozent des maximal Möglichen steht.

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Dazu kommt, dass die Kartenansicht durchdacht und aufgeräumt wirkt und dass die kräftige gelbe Linie mit der Routenführung sich gut vom Rest abhebt. Merkwürdig und ärgerlich: Beim Re-Routing wird eine rote Alternativlinie angezeigt, die nicht ganz so gut zu erkennen ist.

Und wenn wir mit der "Guide to Home"-Funktion arbeiten (dazu später mehr), wird eine lila Linie verwendet, die vor der schwarz markierten Hinfahrt fast vollständig untergeht. Ändern lassen sich die Farben nicht - aber vielleicht fällt dem Hersteller ja irgendwann auf, dass es noch Verbesserungspotenzial gibt.

Hammerhead verspricht, ungefähr alle zwei Wochen ein kleines oder großes Update für den Karoo 2 als Download anzubieten - so konsequent macht das kein anderer Anbieter. Allerdings ist das Navi grundsätzlich auf eine dauerhafte, direkte Verbindung mit dem Internet angewiesen. Dazu befindet sich auf der Rückseite eine Öffnung, in der eine Nano-SIM-Karte untergebracht werden kann.

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Wer diese Möglichkeit nutzt und keine Probleme mit Funklöchern hat - prima, der oder die kann das Potenzial des Android-8-basierten Karoo 2 jederzeit ausschöpfen. Ohne SIM-Karte ist für ein paar Funktionen beispielsweise die Kopplung an einen persönlichen Hotspot per Smartphone nötig.

Vor allem gilt das dann, wenn man das Gerät wie ein Auto-Navi nutzen und spontan eine Zieladresse eingeben möchte. Es gibt zwar Offlinekarten, aber die Suche nach dem Straßennamen und der Stadt ist nur mit Netzverbindung möglich.

Alternativ könnte man zwar direkt am Gerät einen Punkt auf der Karte markieren - aber erstens ist das bei größeren Entfernungen umständlich und zweitens gibt's beim Versuch momentan einen Absturz auf das Menü davor.

Also müssen wir die Zielsuche am PC oder Smartphone erledigen. Das ist technisch gesehen dann aber schlicht eine A-nach-B-Route. Klingt wenig dramatisch, aber bei der Zielnavigation in Stadtumgebungen mit Umwegen hat man dann nach auch nur einer ausgelassenen Abzweigung wieder die schon angesprochene rote Linie, statt der viel tolleren gelben Superzielführung.

Mit einem Tastendruck nach Hause

Einzige, aber wichtige Ausnahme: Wir können jederzeit durch das Drücken von zwei Seitentasten ein Shortcut-Menü aufrufen und uns mit einem Touch sofort nach Hause oder zum Startpunkt der Tour leiten lassen. Wenn beides beieinander liegt, wird nur "Guide to Home" angezeigt.

Das Re-Routing klappt sehr gut, die Anzeige "Bitte wenden" haben wir auf dem Karoo nie zu sehen bekommen - anders als bei Garmin. Uns sind die in Echtzeit berechneten neuen Empfehlungen also meist sinnvoll vorgekommen.

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Allerdings nimmt das Navi von Hammerhead dabei wenig bis keine Rücksicht auf die Art der Straße, sondern leitet uns auch mit dem Rennrad gnadenlos vom Asphalt auf Schotter. Beim Weiterfahren findet sich dann zum Glück meist früher oder später eine passende Route.

Vorgefertigte Strecken können wir als GPX-Datei über eine Browser-Applikation auf das Karoo 2 übertragen. Auch das geht nur per WLAN - selbst vom Smartphone wird hier Bluetooth nicht unterstützt.

Simpler Editor für Karoo 2

Im Dashboard von Hammerhead gibt es einen Editor, mit dem wir eigene Strecken anlegen und sofort auf das Navi übertragen können. Hier sind wir immer noch unschlüssig: Der Editor ist extrem einfach zu bedienen und Spaß macht er auch.

Wir haben die gleichen Routen wie bei Garmin in wesentlich kürzerer Zeit erstellt und dabei nie Probleme gehabt. Ganz ehrlich: Das klappt für unser Gefühl zu gut - wir sind unsicher, ob wir eine große Schwachstelle des Editors übersehen haben. Eine App gibt es nur für Android, die Web-App funktioniert aber auch auf Smartphones sehr gut.

Allerdings legt Hammerhead auch sonst viel Wert auf unkomplizierte Bedienung und aufgeräumte Menüs. Der Karoo 2 ist mit Touch und den Seitentasten prima auch unterwegs zu bedienen, zudem sieht die Benutzeroberfläche stilvoll aus.

  • Wahoo Elemnt Roam, Hammerhead Karoo 2 und Garmin Edge 1030 Plus (von links nach rechts). (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Die Rückseiten von Wahoo Elemnt Roam, Hammerhead Karoo 2 und Garmin Edge 1030 Plus. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Auf diesem unbearbeiteten Bild sind die unterschiedlichen Linien mit der Streckenführung zu sehen (links Wahoo, Mitte Garmin und rechts Hammerhead). (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Das Garmin Edge 1030 Plus ist übersichtlich, die Streckenlinie könnte aber gerne etwas kräftiger sein. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Die Menüs des Edge 1030 Plus sind übersichtlich. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Garmin Edge 1030 Plus (links) und Edge Explore (unten) zusammen mit dem Hammerhead Karoo 2 bei einer Probefahrt. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Lila Linien in der Karten-App von Garmin zeigen besonders beliebte Strecken. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Der Karoo 2 von Hammerhead verfügt über das beste Display. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Die Menüs und Trainingsseiten wirken schick gestaltet. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Auf der Rückseite des Karoo 2 befindet sich der Schacht für eine Nano-SIM. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Die Karten-App von Hammerhead ist extrem einfach zu bedienen. (Bild: Hammerhead/Screenshot: Golem.de)
  • Das gibt es mehr oder weniger bei allen Bike-Navis: die Kartenverwaltung. (Bild: Hammerhead/Screenshot: Golem.de)
  • Der Bildschirm des Wahoo Elemnt Roam verfügt über kein Touch. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Der Elemnt Roam ist nach kurzer Eingewöhnung sehr gut zu bedienen. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Per Smartphone-App übertragen wir eine Route auf den Elemnt Roam. (Bild: Wahoo/Screenshot: Golem.de)
  • Per Live-Tracking verfolgen wir beim Wahoo-Computer andere Fahrer. (Bild: Wahoo/Screenshot: Golem.de)
  • So gut wie hier sind die Navis von Tahuna (links) und Ciclo (rechts) nur im Schatten zu erkennen (Mitte: Garmin Edge Explore). (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Selbst bei sonnig-diesigem Wetter ist beim Tahuna und Civic praktisch nichts zu erkennen - das Bild ist unbearbeitet und gibt unserer Auffassung nach die Probleme recht gut wieder. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Das Ciclo Navic 400 generiert direkt im Navi recht gute Rundkurse. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Im Menü des Navic 400 können wir Sonderwünsche äußern. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Die Software des Ciclo Navic 400 funktioniert offline, wirkt aber veraltet. (Bild: Ciclo/Screenshot: Golem.de)
  • Das Garmin Edge Explore ist der kleinere Bruder des Edge 1030 Plus. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • In der App von Garmin können wir die Trainingsdaten auswerten. (Bild: Garmin/Screenshot: Golem.de)
  • Das Tahuna Teasi One 4 macht im Schatten einen ordentlichen Eindruck. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • Am Lenker wackelt das Tahuna wegen der billigen Halterung leider stark. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)
  • In der Offline-Software von Tahuna kann man sehr einfach Rundkurse erstellen. (Bild: Tahuna/Screenshot: Golem.de)
Der Karoo 2 von Hammerhead verfügt über das beste Display. (Bild: P. Steinlechner/Golem.de)

Das Verbinden von externen Sensoren hat bei unseren Versuchen immer geklappt, allerdings teils mit längeren Wartezeiten - vereinzelt bis zu einer Minute, selbst mit einem schon bekannten externen Gerät.

Die Akkulaufzeit gibt Hammerhead mit bis zu 14 Stunden an, was uns nicht ganz stimmig vorkommt. Selbst mit heruntergedunkeltem Display kommen wir in der Praxis eher auf geschätzte acht bis elf Stunden.

Hammerhead selbst speichert unsere Trainingsdaten im Dashboard und auf dem Gerät, stellt damit aber keine weiteren Auswertungen etwa zur Erholungszeit an. Eine FIT-Datei können wir separat herunterladen und diese zumindest derzeit in Garmin Connect importieren.

Das automatische Synchronisieren mit Strava und ähnlichen Portalen klappt auf Anhieb. Der Hersteller verwendet ein eigenes Mount, der Verpackung liegt aber ein Adapter bei, mit dem wir das Karoo 2 in Garmin-Befestigungen einklinken können.

Hammerhead Karoo 2, rund 400 Euro.

Stärken: Das mit Abstand beste Display aller Testgeräte, unkomplizierte Bedienung, ansprechende Menüs, insgesamt gutes Routing und Re-Routing, sehr gute Verarbeitung.
Schwächen: Offline nur eingeschränkt nutzbar, unter Umständen schlecht ablesbare Fahre-nach-Hause-Linie, nur englische Benutzeroberfläche.

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Brian Kernighan 13. Aug 2021 / Themenstart

Als mich mein Edge 705 genervt hat, bin ich auch für ein paar Jahre auf Smartphone...

Gryphon 07. Aug 2021 / Themenstart

Ja stimmt, die gibts auch noch, hatte ich ganz vergessen! Aber auch hier, wie bei den...

Tima 07. Aug 2021 / Themenstart

Ich teste aktuell einen bei Paceheads im Abo. Ist seit letzte Woche dort sofort...

straylight23 05. Aug 2021 / Themenstart

Du hast das mit einer Fenix 6X schon mal probiert? Am Lenker und nicht am Arm? Diese...

suicicoo 05. Aug 2021 / Themenstart

der Dual war der für den ich eigentlich einen Ersatz suchte - den hatte ich am Stadtrad...

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