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Fahrgastverband Pro Bahn: Wo das 9-Euro-Ticket sicher gilt

Die Farbe der Züge ist entscheidend, was bei der Reiseplanung in der Deutsche-Bahn -App wenig nützt. Dafür laufen Fahrscheinkontrollen ins Leere.
/ Achim Sawall
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Ist der Zug von außen weiß, ist das 9-Euro-Ticket nicht so nice. (Bild: Deutsche Bahn)
Ist der Zug von außen weiß, ist das 9-Euro-Ticket nicht so nice. Bild: Deutsche Bahn

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Deutsche Bahn aufgefordert, die Gültigkeit des 9-Euro-Tickets in Regionalzügen besser zu erläutern. "Man kann es besser erklären" , sagte Pro-Bahn-Ehrenpräsident Karl-Peter Naumann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland(öffnet im neuen Fenster) . "Das Ticket gilt in allen Zügen, die nicht weiß sind" , sagte Naumann.

Fahren könne man mit dem vergünstigten Ticket in allen reinen Regionalzügen, nicht aber in Fernzügen, die zum Teil auch als Regionalzüge nutzbar seien. Die Ausweisung von Zügen unter anderem in der Bahn-App müsse eindeutiger werden, um Missverständnisse und Probleme zu vermeiden, forderte der Verband.

Es sei jedoch nicht sinnvoll, die 9-Euro-Tickets auch für die Fahrten in Fernzügen anzuerkennen. "Die Beschränkung ist nachvollziehbar. Die Fernzüge müssen pünktlich sein, weil zum Beispiel Urlaubsreisende damit Fähranschlüsse erreichen müssen." Wenn es mit den vergünstigten Tickets einen Passagieransturm auch auf diese Züge gebe, sei diese Pünktlichkeit in Gefahr. "Das würde die Lage verschlimmbessern." Die Debatte zeige erneut, dass das 9-Euro-Ticket nicht durchdacht sei, sagte Naumann.

E-Aboinhaber können wohl alle Regionalzüge nehmen

Das Ticket wird in den jeweiligen Apps, Fahrkartenautomaten und Kundenzentren sämtlicher Verkehrsunternehmen in Deutschland angeboten. Wer bereits ein Monats- oder Jahresabonnement hat, soll sich um nichts weiter kümmern müssen.

Doch so entstehen neue Probleme bei der Fahrscheinkontrolle. Die Potsdamer Verkehrsbetriebe wollen pragmatisch an die Sache herangehen : "Wir werden Fahrausweiskontrollen durchführen und werden uns die Tickets zeigen lassen. Wenn aber zum Beispiel jemand aus Hamburg hierher kommt, mit seiner Chipkarte, dann können wir diese gar nicht wie gewohnt elektronisch kontrollieren, also wird es auf eine Sichtkontrolle hinauslaufen. Das wird überall so sein" , sagte Jörg Mühling, Abteilungsleiter Marketing/Vertrieb der ViP Verkehrsbetriebe in Potsdam, im Gespräch mit Golem.de. Im Jahr 2019 gaben bei einer Umfrage von Statista 18 Prozent der Befragten an, dass sie eine private Monatskarte im Abonnement(öffnet im neuen Fenster) besitzen.


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