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Fahrermangel: Moia dringt auf Staatshilfen für autonome Shuttles

VWs Mobilitätstochter Moia argumentiert, autonome Fahrzeuge seien eine Antwort auf den Fahrermangel im Nahverkehr und fordert Subventionen.
/ Andreas Donath
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Roboterbus der BVG (Bild: BVG/Florian Bündig)
Roboterbus der BVG Bild: BVG/Florian Bündig

Moia-Chef Sascha Meyer fordert milliardenschwere staatliche Unterstützung für den Ausbau autonomer Shuttle-Flotten in Deutschland. Hintergrund ist der sich verschärfende Personalmangel im öffentlichen Verkehr. Bis 2030 könnten nach Branchenschätzungen bis zu 120.000 Busfahrer fehlen. Für Meyer ist das ein Grund, autonome Fahrzeuge überhaupt in großem Stil einzuführen.

In einem Podcast von Table Today(öffnet im neuen Fenster) skizzierte er den Vorschlag, drei Modellregionen mit jeweils rund 2.000 autonomen Fahrzeugen aufzubauen. Die staatliche Anschubfinanzierung veranschlagt Moia dabei mit rund 500 Millionen Euro pro Region. Das wäre nur ein Teil der notwendigen Gesamtausgaben, denn die Entwicklungskosten für Fahrzeuge, Software und Betriebsprozesse bewegen sich laut Meyer ohnehin im Milliardenbereich. Das Bundesverkehrsministerium signalisiert zwar grundsätzlich Interesse, verweist aber zugleich auf fehlende Mittel.

Moia plant Umbau vom Fahrdienst zum Plattformanbieter

Der Vorstoß macht deutlich, wie groß der Finanzdruck in dieser Branche ist. Autonome Mobilität verlangt hohe Vorinvestitionen, während klassische Shuttle-Dienste zugleich mit steigenden Personalkosten kämpfen. In Hamburg fordert die IG Metall für Fahrpersonal der bisher manuell betriebenen Shuttles deutliche Lohnerhöhungen. Für Anbieter wie Moia wird das Geschäftsmodell damit aus zwei Richtungen belastet: Einerseits braucht es Kapital für neue Technik, andererseits werden bestehende Angebote teurer.

Deshalb will Moia sein Modell umbauen. Künftig soll nicht mehr nur ein eigener Fahrdienst betrieben werden. Stattdessen plant das Unternehmen, ein Gesamtpaket aus Fahrzeugen, Software und operativen Prozessen an Flottenbetreiber wie Verkehrsbetriebe zu verkaufen. Der strategische Schwenk ist nachvollziehbar: Wer Technologie liefert, kann auf Skaleneffekte hoffen und muss nicht in jeder Stadt selbst Betreiber sein. Gleichzeitig verteilt das Modell Risiken anders und macht Partnerschaften attraktiver.

In Hamburg läuft mit Alike bereits ein konkretes Erprobungsprojekt. Daran beteiligt sind unter anderem die Hamburger Hochbahn, Moia, VW Nutzfahrzeuge und das Karlsruher Institut für Technologie. Ziel ist es, autonome Shuttles per App buchbar zu machen und in den klassischen Nahverkehr einzubinden. Unterstützt wird das Vorhaben vom Bund mit 26 Millionen Euro. Für Moia ist das allerdings eher ein Testfeld als ein Durchbruch, denn die gewünschte Größenordnung liegt weit darüber.

Zwischen Regulierungsbremsen und internationalem Wettbewerbsdruck

Ein weiteres Problem sei die europäische Regulierung. Meyer kritisiert, dass Genehmigungen bislang kleinteilig und lokal organisiert sind. Was in Hamburg erlaubt ist, lässt sich nicht einfach auf Berlin oder München übertragen. Für Anbieter autonomer Systeme verteuert das jede Expansion und verlangsamt Lernkurven. Gerade im Wettbewerb mit US-Unternehmen wie Waymo ist das ein Nachteil, selbst wenn Waymo derzeit nicht unmittelbar nach Europa drängt.


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