Fahrenheit 451: Science-Fiction-Autor Ray Bradbury mit 91 Jahren gestorben

In seinem bekanntesten Roman ist es die Aufgabe der Feuerwehr, Bücher zu verbrennen statt Feuer zu löschen: Die Dystopie Fahrenheit 451 ist eine gekonnte Reflexion über Zensur und Totalitarismus. Ihr Autor Ray Bradbury ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

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Rad Bradbury (im Jahr 1990): Science-Fiction salonfähig gemacht
Rad Bradbury (im Jahr 1990): Science-Fiction salonfähig gemacht (Bild: JM Huron/AFP/GettyImages)

Der US-Autor Ray Bradbury, bekannt für seine Romane Die Mars-Chroniken und Fahrenheit 451, ist gestorben. Er wurde 91 Jahre alt. Bradbury gilt als einer der bedeutendsten Science-Fiction-Autoren.

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Geboren wurde Bradbury am 22. August 1920 in Waukegan im US-Bundesstaat Illinois. Seine Großeltern betrieben dort eine Pension. Gäste brachten Science-Fiction-Zeitschriften wie Amazing Stories, die das Interesse des jungen Brad weckten. Vor allem die Geschichten um Buck Rogers, die ab 1928 erschienen, hatten es ihm angetan. "Es war ein Wahnsinn, ein Hochgefühl, eine Begeisterung, eine Hysterie nach der anderen. Ich schrie immer und rannte herum, weil ich befürchtete, das Leben würde an eben diesem Nachmittag enden", schrieb er kürzlich und resümiert, er sei wohl "eine Prüfung für meine Freunde und Verwandten gewesen".

Ohne Burroughs keine Mars-Chroniken

Bradburys nächste literarische Entdeckung war 1931 Edgar Rice Burroughs, namentlich Tarzan und John Carter vom Mars. Später bekannte er, ohne den Einfluss Burroughs hätte es die Mars-Chroniken wohl nicht gegeben.

Allerdings beließ es Bradbury nicht dabei zu lesen: Schon als Schüler fing er an, selbst Geschichten zu schreiben - Science-Fiction natürlich, etwa eigene John-Carter-Geschichten. Mit 17 trat er in die Los Angeles Science Fiction Society ein - 1934 war die Familie an die Westküste, nach Los Angeles, umgezogen. Anfang 1938 erschien seine erste Geschichte, Hollerbochen's Dilemma, in der Zeitschrift Imagination!.

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Bekannt wurde Bradbury mit seinem 1950 erschienenen Roman Die Mars-Chroniken. Die Beschreibung einer Besiedlung des Nachbarplaneten zwischen 1999 und 2026 basiert auf Kurzgeschichten, die Bradbury zuvor schon in Zeitschriften veröffentlicht hatte.

Sein berühmtestes Werk ist Fahrenheit 451, was sicher auch daran liegt, dass der französische Regisseur François Truffaut den Roman im Jahr 1966 verfilmt hat. Der Titel bezeichnet die Temperatur, bei der Papier anfängt zu brennen - 451 Grad Fahrenheit oder 232 Grad Celsius.

Montag legt Feuer

In dem Roman erzählt Bradbury die Geschichte des Feuerwehrmannes Guy Montag - im Truffaut-Film verkörpert von Oskar Werner -, der in einem totalitären Zukunftsstaat lebt. Seine Aufgabe ist nicht etwa, Brände zu löschen, sondern welche zu entfachen: In der Diktatur ist es verboten, Bücher zu besitzen. Die Feuerwehrleute spüren diese auf und verbrennen sie.

Weniger bekannt indes ist, dass Bradbury auch Theaterstücke und Drehbücher für Fernseh- und Spielfilme verfasste. So schrieb er beispielsweise zusammen mit Regisseur John Huston das Drehbuch zu dessen bekannter Verfilmung des Romans Moby Dick, in der Gregory Peck den Kapitän Ahab spielte. Insgesamt hinterlässt er ein Œuvre von rund 30 Romanen und mehreren hundert Kurzgeschichten, für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

Reflexion der Gegenwart in der Zukunft

Bradbury war bis zum Schluss aktiv: In ihrer aktuellen Ausgabe hat die Zeitschrift New Yorker einen autobiografischen Essay veröffentlicht. Sein Verdienst war es, zusammen mit seinen Zeitgenossen Isaac Asimov, Arthur C. Clarke oder Stanislaw Lem Science-Fiction als literarisches Genre salonfähig zu machen. Obwohl seine Geschichten in der Zukunft angesiedelt waren, reflektierte Bradbury darin die geistigen Strömungen der Gegenwart, etwa die Angst vor der Technik oder vor Diktatur und Zensur.

Ray Bradbury ist am 5. Juni 2012 in Los Angeles gestorben. Auf seinem Grabstein, so hat er es zu Lebzeiten verfügt, soll "Autor von Fahrenheit 451" stehen.

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