Lädt schneller, als die Ladesäule erlaubt
Auf dem Rückweg nach Barcelona machen wir einen Ladestopp. Schließlich wirbt der Hersteller bei seiner Sepa-2.0-Plattform mit bis zu 446 kW Ladeleistung in der Long-Range- und der Allradvariante. Das ist mehr, als die meisten HPC-Charger zur Verfügung stellen. Die Standardvariante lädt in der Spitze immer noch mit bis zu 350 kW.
Innerhalb von zwölf Minuten lädt der P7+ von 10 auf 80 Prozent der Batteriekapazität. In dem sehr schmalen Fahrerdisplay (8,8 Zoll) hinter dem Lenkrad steht die Restreichweite nur in Ziffern. Ein weißer Balken symbolisiert den Ladezustand (SoC, State of Charge). Eine Prozentangabe findet man nur am oberen Rand des großen Bildschirms. Demnach ist unsere Batterie noch zu 62 Prozent geladen.
Eigentlich macht der Ladestopp bei Fastned keinen Sinn, doch die Neugier treibt uns an den Schnelllader. Die Ladesäule steigt nach wenigen Sekunden auf 268 kW. Das ist weit weg vom Maximum, doch für unseren SoC ist es ein guter Wert.
Im Vergleich mit anderen E-Autos mit 400-Volt-Batteriesystem ist es geradezu traumhaft schnell. Wir sind bei 15° C unterwegs und die Zellen dürften nicht vorgewärmt sein, da wir mit dem Smartphone navigieren. Eine manuelle Vorkonditionierung ist im P7+ zwar möglich, wurde von uns aber nicht aktiviert.
Solide Ladeplanung
Wir nutzen die Ladepause für eine Routenplanung. Nach wenigen Sekunden Rechenzeit zeigt das System drei Optionen für eine Fahrt von Barcelona nach Lissabon an. Mit einem Fingertipp auf das Blitz-Symbol erledigt der Rechner die Ladeplanung.
Jede Station wird mit Betreiberangabe, Ladeleistung und Ladedauer angezeigt. Tippt man auf die einzelnen Stationen, sieht man auch deren Auslastung. Bei der Ladeplanung wird auf Wunsch nach Ladeleistung und Anbietern gefiltert.
Aerodynamisches Design
Nach fünf Minuten verlassen wir die Ladestation an der Autobahn. Die Reichweitenanzeige im Fahrerdisplay liegt nun 100 km höher. Zurück am Startpunkt in Barcelona zeigt die Verbrauchsanzeige 14,9 kWh auf 100 km.
Damit liegen wir sogar unter dem Broschürenwert von 16,4 kWh (WLTP). Für das 2.100 kg schwere Auto ist das ein guter Wert, zu dem auch die Aerodynamik bei einer Fahrzeughöhe von 1,51 m und einem cW-Wert von 0,21 beiträgt. Die erlaubten 120 km/h auf der spanischen Autobahn haben wir nur wenige Kilometer weit ausgereizt. Die meiste Zeit ging es über hügelige Landstraßen bei moderatem Tempo.
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