Software im Betastadium, komfortabler Innenraum
Diese Erfahrung überrascht, denn im Interview sagte der CEO Karakaş: "Unsere 75.000 verkauften Autos wurden zweieinhalb Jahre auf der Straße gefahren. Ich kenne keinen fernöstlichen Hersteller, der europäische Modelle in seinem Heimatland so lange ausprobiert." Nach einer solchen Testzeit in der Türkei erwartet man keine Software im Betastadium.
Im Heimatmarkt sind der SUV T10X und die Limousine T10F, mit denen Togg jetzt auch in Deutschland startet, sehr erfolgreich. Im vergangenen Jahr setzte Togg dort rund 39.000 Fahrzeuge ab. Damit sind sie die meistverkaufte E-Automarke vor Tesla und BYD.
Auch Türken außerhalb des Landes begeistern sich für Togg. Auf einem niederländischen Rastplatz winkt uns eine Gruppe – vermutlich türkischstämmig – bei der Vorbeifahrt begeistert hinterher.
Direkt auf den ersten Kilometern in Hamburg kurbelt ein Lkw-Beifahrer neben uns an der Ampel seine Scheibe runter und fragt: "Das ist ein Togg, oder" ? Als ich das bestätige, zeigt er mir den gereckten Daumen und lacht. Als Autotester bekommt man selten so viel positives Feedback. Außenwirkung und Produkterfahrung stehen hier in krassem Gegensatz.
Viel Tageslicht
Für unsere Fahrt über die Feiertage und den Jahreswechsel passt sämtliches Gepäck problemlos in den Kofferraum (441 Liter). Mit umgeklappter Rückbank bietet der Wagen 1.515 Liter Stauraum. Unter der Fronthaube ist kein Staufach, obwohl der permanent erregte Synchronmotor mit 160 kW im Heck arbeitet.
Unsere Version hat helle Kunstledersitze und ein Panoramaglasdach. Wem es zu hell wird, schließt das elektrische Rollo.
29-Zoll-Bildschirm mit drei Bereichen
Das Armaturenbrett wird von Bildschirmen dominiert. Hinter dem Lenkrad zeigt ein 12,3-Zoll-Display die wichtigsten Fahrinformationen. Die restliche Breite nimmt ein 29-Zoll-Bildschirm ein, der in drei Bereiche unterteilt ist. Im unteren Bereich ist noch ein 8-Zoll-Touchdisplay platziert, über das Fahrzeugeinstellungen und Klima, Licht und Klang der Meridian-Soundanlage eingestellt werden.
Per Wischbewegung zieht man von hier unten Inhalte in die drei Bereiche der oberen Bildschirme. Zur Auswahl stehen das Navi (Gomore), eine Energieübersicht, digitale Kunst (Trumore), Youtube sowie eine Sammlung türkischer TV-Sender.

Auf dem unteren Display findet man auch den Sitzspeicher für die beiden Vordersitze. Nach dreimal Tippen und einmal Wischen hat man die Auswahl erreicht. Ist der Fahrersitz zu dicht am Lenkrad, kommt man beim Einsteigen kaum an das Display heran. Für den Test hatten wir lediglich einen Funkschlüssel. Es bleibt zu hoffen, dass die Sitzeinstellung mit dem digitalen Schlüssel im Smartphone automatisch nach Fahrerprofilen erfolgt.