Fahrbericht Renault 4: Nur die Revolverschaltung fehlt
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"Einer für alle, alle für einen", lässt Alexandre Dumas seine drei Musketiere vor jedem Kampf rufen. Der Bezug zum französischen Heldenroman liegt beim Renault 4 nahe. Nach dem Zoe-Kapitel soll das Trio aus Twingo, Renault 5 und Renault 4 die elektrifizierte Zukunft der französischen Marke gegen Wettbewerber aus China sicherstellen.
Der kastenartige Renault 4 zählt mit etwas über acht Millionen Exemplaren zu den meistgebauten Autos Frankreichs. In den 1950er Jahren dominierte das klassische Autodesign die Straßen: Fronthaube, Fahrgastzelle und Kofferraum. So lässt sich das typische Drei-Box-Design beschreiben.
Zu der Zeit feierte Citroën bereits mit dem kleineren 2CV Erfolge, der Wagen wurde als Ente berühmt. Pierre Dreyfus, damaliger Chef von Renault, fordert von seinen Ingenieuren ein Pendant. Ein Auto so praktisch und robust, nützlich und bequem wie eine gute Jeans, lautete sein Credo.
1961 produzierte Renault die erste Version der Nummer 4 – und die hatte Erfolg. Sie kam bei Menschen in der Stadt und auf dem Land, im privaten und gewerblichen Einsatz gut an. Mit der großen Heckklappe war der Renault 4 ein praktischer Lieferwagen. Die französische Post und Polizei nutzten das Auto mit der sogenannten Revolverschaltung. Das Kapitel fand 1992 mit der Byebye-Version sein Ende. Kompaktvans traten das Erbe des Kastenwagens an.
Weniger Kastenwagen
In diesem Jahr kommt es zu einer elektrischen Neuauflage. Renault ist bei dem Trend nicht allein. Ford legt Mustang und Capri neu auf.
Doch im Gegensatz zu den Amerikanern schaffen es die Franzosen, den Renault 4 modern und gleichzeitig wie den Namensgeber aussehen zu lassen. Ungewohnt neu ist lediglich der beleuchtete Grill, der aus einem durchgehenden Bauteil besteht.
Insgesamt erweckt die elektrische Variante kaum noch den Eindruck eines rollenden Kastens. Die Neuauflage wirkt flacher. Doch das täuscht, denn sie ist mit bis zu 1,57 m sogar zwei Zentimeter höher als das Original. Vermutlich liegt es an der ebenfalls höheren Frontpartie.
Der Höhenunterschied zwischen Fronthaube und Dach fällt in der Neuauflage geringer aus. Zudem ist die neue Version um einiges länger und breiter. Um rund 48 cm wächst das E-Auto auf 4,14 m Länge.
Damit sind die beiden Achsen 2,62 m (statt 2,40 m) voneinander entfernt. Wäre der Radstand nicht gewachsen, würden Passagiere den Platz auf der Rückbank als zu beengt empfinden. Für mehr Raum sorgt auch die Breite von 1,80 m, ursprünglich lag sie bei 1,48 m.
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