Fahrassistenzsystem: Volvos virtueller Lkw-Beifahrer soll Unfälle verhindern

Der schwedische Autohersteller Volvo hat ein Assistenzsystem für Lastwagen entwickelt, das Unfälle verhindern soll. Es überwacht die Umgebung des Fahrzeugs und macht den Fahrer auf andere Verkehrsteilnehmer aufmerksam.

Das System scannt alle 25 Millisekunden die Umgebung rund um das Fahrzeug. Dazu nutzt es verschiedene Sensoren, darunter Kameras und Radar. Es erfasst andere Verkehrsteilnehmer und identifiziert Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer sowie andere Autos.
Das System erkennt, wie weit die anderen Verkehrsteilnehmer von dem Lkw entfernt sind und in welche Richtung sie sich bewegen. Aus diesen Daten versucht es, eine Vorhersage zu treffen. Ergeben sich Gefahrensituationen, kann es den Fahrer warnen oder selbst eingreifen.
Beifahrer kann eingreifen
"Die Technik kann, je nach der Geschwindigkeit eines Objekts, eine Verkehrssituation bis zu fünf Sekunden vorhersagen und planen, wie es darauf reagiert" , erklärt Mansour Keshavarz, Ingenieur in der Lkw-Sparte von Volvo(öffnet im neuen Fenster) . Das System sei wie ein Beifahrer, weil es den Fahrer auf Gefahren aufmerksam mache könne, aber auch mehr: Denn es könne rund um das Fahrzeug schauen und im Notfall auch aktiv eingreifen.
Will der Fahrer beispielsweise nach rechts abbiegen, warnt ihn das System, wenn ein Fahrrad oder ein Fußgänger neben ihm ist und die Straßen überqueren will. Reagiert der Fahrer nicht, übernimmt das System die Kontrolle über das Fahrzeug: Es kann das Fahrzeug bremsen oder in eine andere Richtung lenken.
Speziell für Lastwagen
"Lastwagen sind eine andere Fahrzeugklasse, sie verhalten sich im Verkehr ganz anders als Personenwagen. Jeder Lkw ist anders beladen, und wegen ihrer Größe können sie keine heftigen Ausweichmanöver durchführen" , sagt Keshavarz. Deshalb müsse ein solches Assistenzsystem speziell für Lkw entwickelt werden.
Das Projekt Non-Hit Car and Truck läuft seit September 2010 und endet im Dezember 2014. Beteiligt waren neben Volvo drei weitere Unternehmen sowie die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg. Aufbauend auf den Grundlagen will Volvo ein System entwickeln, das in fünf bis zehn Jahren marktreif sein soll.



