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Fachkräftemangel: Neues Punktesystem soll mehr ausländische Fachkräfte locken

Ausländische Fachkräfte haben es in Deutschland nicht leicht – das gilt auch in der IT. Die Regierung will den Prozess weniger bürokratisch machen.
/ Oliver Nickel
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Ausländische Fachkräfte werden in Deutschland auch in der IT gebraucht. (Bild: Pixabay.com)
Ausländische Fachkräfte werden in Deutschland auch in der IT gebraucht. Bild: Pixabay.com / Pixabay License

Die Bundesregierung will mehr Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland holen. Dafür müssen diverse Hürden abgeschafft werden. Deshalb soll ein Punktesystem eingeführt werden, durch das Fachleute schneller an Arbeit in Deutschland kommen. Zudem sollen den Unternehmen mehr Entscheidungsfreiheiten gegeben werden. Die Regierung will weniger in die Anstellung hineinreden und die Verantwortung für die Einstellung den Arbeitgebern überlassen.

Interessenten sollen eine Art Chancenkarte erhalten, auf den entsprechende Punkte festgehalten werden. Das basiere auf "Grundlage eines transparenten unbürokratischen Punktesystems" , berichtet das Newsportal T-Online(öffnet im neuen Fenster) mit Bezug auf das 23 Seiten lange Dokument. "Zu den Auswahlkriterien können Qualifikation, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Deutschlandbezug und Alter gehören" , heißt es.

Um das zu verwirklichen, will die Regierung an drei wichtigen Punkten arbeiten. So sollen Fachkräfte durch anerkannte Qualifikationen zu jeder Beschäftigung in nicht-reglementierten Berufen(öffnet im neuen Fenster) berechtigt sein dürfen. Dazu zählen unter anderem IT-Ausbildungsberufe wie IT-Systemelektroniker, Fachinformatiker und Hochschulabschlüsse in der Informatik. Es dürfte daher leichter werden, IT-Fachkräfte aus anderen Ländern im Unternehmen zu beschäftigen – zumal in der IT internationale und auf Englisch kommunizierende Teams die Regel sind.

Die Blaue Karte, welche von der EU an Hochschulabsolventen und andere höherqualifizierte Menschen ausgeteilt wird, soll einwanderungsfreundlicher werden. Eine weitere Maßnahme: Das Bruttogehalt für ausländische Angestellte muss nur noch 1,25 Mal so hoch sein wie der Durchschnitt. Bei sogenannten Engpassberufen, die mit hohem Fachkräftemangel kämpfen, soll das mit Faktor 1 berechnet werden.

Regelung kann IT-Fachkräften helfen

Laut einer statistischen Auswertung der Bundesagentur für Arbeit(öffnet im neuen Fenster) zählen dazu etwa Berufe in der Medieninformatik und im IT-Vertrieb (Spezialisten-Niveau) und im Bereich der Softwareentwicklung und Geoinformatik (Experten-Niveau). Zudem fehlen laut einer Analyse des Statistischen Bundesamtes ( via FAZ(öffnet im neuen Fenster) ) gerade in der IT-Branche generell viele Fachkräfte. Dieser Trend nimmt seit 2016 deutlich zu und ist im Allgemeinen auch bekannt. Zudem bildet die deutsche IT-Branche generell zu wenig selbst aus , wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.

Der Entwurf sieht vor, dass ausländische Fachkräfte auch nach Deutschland einreisen dürfen, um ihre Tauglichkeit vor Ort prüfen zu lassen. Das kann helfen, wenn diese ihre Qualifikation aus nicht selbst zu vertretenden Gründen nicht aus der Ferne bei der Behörde einreichen können. Es wird zudem diskutiert, die Westbalkanregelung(öffnet im neuen Fenster) etwas zu lockern und sie eventuell auf weitere Nationen auszuweiten. Qualifizierte Menschen sollen unter bestimmten Voraussetzungen so auch ohne anerkannte Eignung von Unternehmen eingestellt werden können und in Deutschland leben dürfen.

Der Vorschlag soll am Mittwoch diskutiert und eingeführt werden. Es steht unter anderem noch nicht fest, wie und ob die finanziellen Mittel für die Reform zur Verfügung stehen. Im Papier heißt es dazu: "Sofern der Haushaltsgesetzgeber keine zusätzlichen Mittel bereitstellt, können die Maßnahmen, die zu Ausgaben im Bundeshaushalt führen, nur umgesetzt werden, wenn sie innerhalb der Einzelpläne der jeweiligen Ressorts gegenfinanziert werden."

Weitere Informationen zum Thema IT-Fachkräfte gibt es hier in unserem Karriere-Ratgeber


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