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Fachkräftemangel in Deutschland: Ausländerfeindlichkeit könnte IT-Experten abschrecken

IT-Fachkräfte aus dem Ausland haben nicht nur mit deutscher Bürokratie, sondern auch mit Diskriminierung ein Problem, so eine Umfrage des Bitkom .
/ Daniel Ziegener
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Rassismus und zu wenig Ausbildung: Zwei Probleme der deutschen Wirtschaft. (Bild: Markus Spiske)
Rassismus und zu wenig Ausbildung: Zwei Probleme der deutschen Wirtschaft. Bild: Markus Spiske / Unsplash

IT-Experten aus dem Ausland werden immer wieder als Teil der Lösung des in Deutschland viel beklagten Fachkräftemangels angeführt . Aus einer Umfrage des Lobbyverbands Bitkom(öffnet im neuen Fenster) geht nun hervor, dass bei 68 Prozent der befragten Unternehmen deren ausländische Angestellte schon konkret von erlebter Ausländerfeindlichkeit berichtet hätten.

Hinsichtlich der Erfahrungen mit Ausländerfeindlichkeit "liegt es an den Unternehmen, wie man die Mitarbeiter aufnehmen und unterstützen kann" , sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse am Mittwoch.

Er drückte auch seine Sorge aus, Deutschland könne international nicht mehr als zuverlässiger Partner gelten – auch mit Blick auf die unklare Haushaltssituation. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist auch die Förderung neuer Halbeiterwerke an mehreren deutschen Standorten ungewiss .

Von beiden Aspekten betroffen ist Intels geplante Mega-Fab in Magdeburg. Die in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestufte AFD(öffnet im neuen Fenster) könnte letzten Umfragen zufolge(öffnet im neuen Fenster) bei der nächsten Landtagswahl stärkste Fraktion werden. Mitglieder der AFD-Bundestagsfraktion hatten im Oktober 2023 selbst von der Bundesregierung in einer kleinen Anfrage an die Bundesregierung(öffnet im neuen Fenster) wissen wollen, ob ihre Umfragewerte in Sachsen-Anhalt Thema bei den Verhandlungen mit Intel thematisiert wurden.

Fast ein Viertel sind Quereinsteiger

Auch sonst befürchten die befragten Unternehmen eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels in Deutschland. Der Bitkom spricht erneut von einem Rekord-Fachkräftemangel: 149.000 Stellen blieben unbesetzt. Im letzten Jahr vermeldete der Verband noch 137.000 offene Positionen .

Während offene Stellen im Schnitt bis zu einem halben Jahr unbesetzt blieben , würden sie mit 44 Prozent am häufigsten mit ausgebildeten Fachinformatikern besetzt, so die Zahlen des Bitkom. Selbst die Zahl der Studienabbrecher liegt mit 17 Prozent noch knapp über denjenigen, mit einem abgeschlossenen IT-Studium.

Fast ein Viertel seien Quereinsteiger. Ein Quereinstieg sei "eine attraktive Möglichkeit. Inzwischen gibt es auch eine Vielzahl von Angeboten, die Interessierte dabei unterstützen, etwa Programmier-Bootcamps " , so Wintergerst.


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