Fachkräftemangel: 45 Prozent der IT-Beschäftigten sind überlastet
Nach Angaben des Bitkom gibt es in der IT-Branche aktuell rund 858.000 Beschäftigte. Rund 55 Prozent davon sind IT-Spezialisten, so der IT-Branchenverband. Im ersten Quartal 2012 gaben 63 Prozent der IT-Unternehmen an, dass der Fachkräftemangel ihre Geschäftstätigkeit bremse, so eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation(öffnet im neuen Fenster) (IAO) und des Bitkom, die am 22. Mai 2012 vorgestellt wurde.
Rund 11 Milliarden Euro Umsatz entgingen deutschen IT-Unternehmen jährlich durch Wissens- und Kompetenzverlust. "Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen IT-Branche leidet massiv darunter, dass hochqualifizierte Mitarbeiter ihr erfolgskritisches Know-how mitnehmen – sei es zur Konkurrenz oder in die Rente" , sagte der IAO-Vizechef Wilhelm Bauer. Nach Angaben vom Oktober 2011 werden in der deutschen Wirtschaft 38.000 IT-Experten gesucht. Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der freien IT-Arbeitsplätze um 10.000 angestiegen, ein Zuwachs um 36 Prozent.
Für die IT-Beschäftigten bedeutet das oft eine Überbeanspruchung: Die strukturell bedingten Personalengpässe führen zur Überlastung der Wissens- und Leistungsträger. Laut Umfrage geben 45 Prozent der IT-Unternehmen an, dass ihre Mitarbeiter infolge knapper Personalressourcen überlastet sind.
26 Prozent mussten deswegen bereits Aufträge ablehnen, 9 Prozent konnten Projekte nicht zu Ende führen und bei 8 Prozent sind Kunden deshalb abgewandert.
Weitere Gründe für fehlende Fachkräfte sind altersbedingtes Ausscheiden, das 42 Prozent der Unternehmen nennen, und längere Familienphasen (35 Prozent). Aktuell sind 79 Prozent aller IT-Spezialisten in den Unternehmen unter 41 Jahre alt. Dieser Anteil wird innerhalb von zehn Jahren auf 45 Prozent sinken. Dann wird die Altersgruppe der 41- bis 45-jährigen Mitarbeiter mit 38 Prozent die stärkste in der IT-Branche sein. Aktuell sind es in dieser Altersgruppe erst 18 Prozent.
Betroffen seien vor allem mittelständische IT-Unternehmen. So geben 64 Prozent der Firmen an, dass sie einen Kompetenzverlust erleiden, wenn Fachleute aus Karrieregründen das Unternehmen verlassen, weil sie im Vergleich zu größeren Konzernen weniger bekannt seien und in der Regel niedrigere Gehälter zahlen würden.
Für die Untersuchung befragten das Fraunhofer IAO und Bitkom 203 IT- und Telekommunikationsunternehmen.
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