• IT-Karriere:
  • Services:

Facebooks Regeln: Fleischwunde ja, aber bloß keine Brüste

Es gibt über 700 Millionen Facebook-Nutzer und entsprechend viele Einträge müssen sich die Moderatoren jeden Tag anschauen und gegebenenfalls löschen. Unklar war bisher, nach welchen Regeln Beiträge entfernt werden - jetzt sind die Richtlinien im Netz nachzulesen.

Artikel veröffentlicht am ,
Mitunter ein Problem für Facebook: Bilder stillender Mütter
Mitunter ein Problem für Facebook: Bilder stillender Mütter (Bild: Jaime Reina/AFP/Getty Images)

Seit kurzem sind Facebooks Richtlinien für Moderatoren bei einem Dienstleister bekannt. Sie bestätigen ein sehr US-amerikanisches Vorgehen: Zum Schutz von Minderjährigen darf nichts gezeigt werden, was nur andeutungsweise mit Sex, Sexspielzeug oder der Darstellung von primären und bei Frauen auch sekundären Geschlechtsmerkmalen zu tun hat. Auch verhüllte, aber durch die Kleidung zu erahnende weibliche Geschlechtsmerkmale sind tabu.

Stellenmarkt
  1. Amprion GmbH, Pulheim-Brauweiler bei Köln
  2. Team GmbH, Paderborn

Die strengen Regeln für aus europäischer Sicht harmlos wirkende Darstellungen von weiblichen Brustwarzen haben bereits ihre Auswirkungen gezeigt: Seit Jahren gibt es Proteste von Müttern gegen die Löschung von Bildern, die sie und ihre Kinder beim Stillen zeigen - Facebook gibt zwar an, sich für das Stillen mit der Brust einzusetzen, aber die Richtlinien für Moderatoren widersprechen dem.

Gewalt ist weniger problematisch

Völlig in Ordnung ist es hingegen, gebrochene Schädel, verletzte Extremitäten, tiefe Fleischwunden und große Blutmengen zu zeigen. Einige Einschränkungen gibt es aber auch bei Gewalt: Es darf keine Verstümmelung von Menschen gezeigt werden, keine Bilder von geköpften oder verbrannten Leichen.

Außerdem dürfen keine Innereien zu sehen sein; Körperflüssigkeiten sind nur dann erlaubt, wenn sie nicht beim Austreten aus dem menschlichen Körper zu sehen sind. Explizit wird dabei noch einmal erwähnt, dass Samenflüssigkeit überhaupt nicht gezeigt werden darf. Um Nachahmungen zu verhindern, werden auch Suiziddarstellungen und Anleitungen zum Suizid entfernt.

Gewalt gegen Tiere darf nur dann dargestellt werden, wenn Prozesse gezeigt werden oder es um die Lebensmittelverarbeitung oder die Jagd geht. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte sich für das Jahr 2011 vorgenommen, nur Tiere zu essen, die er selbst tötete. Bei seiner Timeline-Präsentation war auf einem Bild ein Bison-Burger zu sehen.

Kein Hass, Drogen nur eingeschränkt

Trotz der teilweisen Freizügigkeit bei gewalthaltigen Bildern duldet Facebook aber keine Hasssymbole, Hassreden und Gewaltverherrlichungen, es sei denn, sie sind eindeutig humorvoll gemeint oder kommentiert. "Humor übertrumpft Hassreden", heißt es dazu. Bilder von illegalen Drogen und Drogenkonsum sind weitgehend unerwünscht auf Facebook, außer es geht um medizinische oder wissenschaftliche Zusammenhänge - oder um Marihuana. Kiffen darf gezeigt werden, ebenso wie Abbildungen von Cannbis-Blättern. Gelöscht wird aber, sobald der Eindruck entsteht, dass jemand Marihuana verkauft, kauft oder anpflanzt.

Die Richtlinien stammen vom Facebook-Dienstleister oDesk und wurden von einem ehemaligen Mitarbeiter der US-Website Gawker zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um einen 21-jährigen Marokkaner, der sich vor allem durch den geringen Basislohn von 1 US-Dollar pro Stunde gedemütigt fühlt. "Sie beuten die Dritte Welt schlicht aus", erklärte Amine Derkaoui.

Viele Moderatoren hätten gegenüber Gawker aber vor allem kritisiert, dass die psychische Belastung enorm sei - immerhin müssten sie sich Mengen unappetitlicher Facebook-Inhalte anschauen. So mancher Moderator soll deshalb schon seinen Job aufgegeben haben. "Stellt euch einen Abwasserkanal vor", zitiert Gawker einen Moderator. "Und der ganze Mist/Dreck/Abfall/Scheiß der Welt fließt auf euch zu und ihr müsst es entfernen."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Rising Storm 2: Vietnam für 7,59€, Upwards, Lonely Robot für 2,99€, MONOPOLY® PLUS...
  2. 3 Monate nur 2,95€ pro Monat, danach 9,95€ pro Monat - jederzeit kündbar

ThadMiller 27. Feb 2012

Würd ich glatt unterschreiben...

ThadMiller 27. Feb 2012

Ne Spoilerwarnung wäre nett gewesen. Jetzt schau ich mir den nicht an... ;) ps: hab den...

Anonymer Nutzer 26. Feb 2012

Google erlaubt es, auf Blogger Voyeur-Fotos zu veröffentlichen, z.B. von öffentlichen...

benji83 25. Feb 2012

Religion der Pfad zur dunklen Seite ist?

MrBungle 25. Feb 2012

Anonymous sollte die Seite mal ordentlich hacken.... Hach, wär das ein Spass!


Folgen Sie uns
       


Tesla baut Gigafactory in Brandenburg - Bericht

Wald weg, Wasser weg, Tesla da? Wir haben Grünheide besucht.

Tesla baut Gigafactory in Brandenburg - Bericht Video aufrufen
Dell Ultrasharp UP3218K im Test: 8K ist es noch nicht wert
Dell Ultrasharp UP3218K im Test
8K ist es noch nicht wert

Alles fing so gut an: Der Dell Ultrasharp UP3218K hat ein schön gestochen scharfes 8K-Bild und einen erstklassigen Standfuß zu bieten. Dann kommen aber die Probleme, die beim Spiegelpanel anfangen und bis zum absurd hohen Preis reichen.
Von Oliver Nickel

  1. Dell Latitude 7220 im Test Das Rugged-Tablet für die Zombieapokalypse
  2. Dell Anleitung hilft beim Desinfizieren von Servern und Clients
  3. STG Partners Dell will RSA für 2 Milliarden US-Dollar verkaufen

Coronavirus: Spiele statt Schule
Coronavirus
Spiele statt Schule

Wer wegen des Coronavirus mit Kindern zu Hause ist, braucht einen spannenden Zeitvertreib. Unser Autor - selbst Vater - findet: Computerspiele können ein sinnvolles Angebot sein. Vorausgesetzt, man wählt die richtigen.
Von Rainer Sigl

  1. CCC "Contact Tracing als Risikotechnologie"
  2. Coronapandemie Robert Koch-Institut sammelt Gesundheitsdaten von Sportuhren
  3. Google Chrome rollt Regeln für Same-Site-Cookies vorerst zurück

Schenker Via 14 im Test: Leipziger Langläufer-Laptop
Schenker Via 14 im Test
Leipziger Langläufer-Laptop

Dank 73-Wattstunden-Akku hält das 14-Zoll-Ultrabook von Schenker trotz fast komplett aufrüstbarer Hardware lange durch.
Ein Test von Marc Sauter

  1. XMG Neo 15 (E20) Schenker erhöht Akkukapazität um 50 Prozent
  2. XMG Apex 15 Schenker packt 16C-Ryzen in Notebook
  3. XMG Fusion 15 Schenkers Gaming-Laptop soll 10 Stunden durchhalten

    •  /