Facebook: Zuckerberg lehnt bessere Diskussionskultur ab

Die Veränderungen am Algorithmus haben negative Effekte auf Facebooks Beitragskultur - solange die Reichweite stimmt, ist Mark Zuckerberg das egal.

Artikel veröffentlicht am ,
Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark Zuckerberg (Bild: Kevin Dietsch/Getty Images)

Die Anpassung von Facebooks Algorithmus, der den News-Feed des sozialen Netzwerks sortiert, hat zu einer Veränderung der Beiträge im sozialen Netzwerk geführt. Nachrichten mit negativen oder spalterischen Inhalten haben seitdem eine bessere Reichweite als traditionelle Beiträge, etwa mit dem Foto eines Haustiers.

Stellenmarkt
  1. Sales Management Support (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Dresden, Berlin, Frankfurt am Main, Wolfsburg, Zwickau
  2. Data Scientist (m/w/d)
    Zühlke Engineering GmbH, Hannover, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Stuttgart
Detailsuche

Einer Analyse des Wall Street Journals (WSJ) zufolge hat Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in der Vergangenheit mehrfach Bedenken seiner Mitarbeiter bezüglich des Algorithmus abgewiesen. Zuckerberg sei durch interne Teams darauf hingewiesen worden, dass der geänderte Algorithmus zwar die Interaktionen erhöhe, aber zu wesentlich negativeren Beiträgen und entsprechend negativen Reaktionen führte.

Den Informationen des WSJ zufolge habe Zuckerberg die Einwände und Forderungen nach Veränderungen mit dem Hinweis abgelehnt, dass nichts unternommen werden dürfe, was die Interaktionen der Nutzer verringere. Dies lässt sich so deuten, dass Zuckerberg die Reichweite wichtiger ist als die Qualität der Beiträge und die sozialen Auswirkungen, die diese haben können.

Facebook hatte Probleme mit der Nutzerinteraktion

Hintergrund ist, dass Facebooks Interaktionsrate bis zur Änderung des Algorithmus 2018 stetig gesunken war - ohne, dass das soziale Netzwerk herausfinden konnte, warum dies so war. Zuckerbergs Befürchtung war, dass Nutzer aufhören würden, Facebook zu verwenden.

Golem Akademie
  1. Netzwerktechnik Kompaktkurs
    8.-12. November 2021, online
  2. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  3. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
Weitere IT-Trainings

Wie das WSJ schreibt, haben Facebook-Mitarbeiter mehrfach davor gewarnt, dass der neue Algorithmus Facebook zu einem wütenderen Ort macht. Die Änderungen am Algorithmus wurden von Zuckerberg als Möglichkeit verkauft, dass Nutzer für sie relevantere Inhalte sehen würden und mehr mit Freunden interagieren können.

Beiträge werden demnach anhand eines Punktesystems analysiert. Je mehr Punkte ein Beitrag erreicht, desto mehr Nutzern wird er gezeigt. Negative Emoji-Bewertungen geben dabei mehr Punkte. Ebenso gibt es mehr Punkte, je mehr Kommentare es unter dem Beitrag gibt. Spalterische und sehr negative Kommentare rufen meist zahlreiche Reaktionen hervor, die den Wert des Beitrags weiter steigern.

Tolle Technik-Deals und viele weitere Schnäppchen

Parteien richteten ihre Beiträge auf negative Reaktionen aus

Dem WSJ zufolge haben unter anderem mehrere Parteien in Europa, Indien und Taiwan nach der Umgestaltung des Algorithmus begonnen, ihre Beiträge absichtlich negativ zu formulieren. Dies generiere eine wesentlich größere Reichweite als positive Beiträge. Für Facebook bedeutet mehr Reichweite gleichzeitig mehr Möglichkeiten, Geld mit Werbung zu verdienen.

Im April 2019 wurden verschiedene Korrekturen am Algorithmus vorgeschlagen, die seit dem Frühjahr 2020 unter anderem im Gesundheitsbereich dazu geführt haben, dass weniger Falschinformationen verbreitet wurden. Eine Ausweitung der Änderungen auf weitere Beitragskategorien soll nach Anweisung von Mark Zuckerberg nur erfolgen, wenn diese die Nutzerinteraktionen nicht verringern.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Leviosa 17. Sep 2021 / Themenstart

Ist ja nicht so das nur Hatespeech gelöscht wird, werden ettliche unbequeme...

Tranquil 17. Sep 2021 / Themenstart

Voll meine Meinung und daher stimme ich Dir da absolut zu. Ich bin schon so viele Jahre...

Booth 16. Sep 2021 / Themenstart

Ist immer wieder faszinierend, wie einige Einzelpersonen bestimmte Organisationen...

x2k 16. Sep 2021 / Themenstart

Ich dachte es nutzt jetzt schon keiner Mehr?

Hotohori 16. Sep 2021 / Themenstart

Kommt wirklich sehr auf das Thema bei Twitter an, je nach dem wird dort doch reichlich...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kooperation
Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt

Während der ADAC seine Kunden bereits informiert hat, schweigt Amazon Deutschland noch zum Ende der Kooperation mit der Landesbank Berlin.

Kooperation: Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt
Artikel
  1. Pixel 6 (Pro): Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung
    Pixel 6 (Pro)
    Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung

    Viel Samsung, wenig Google: Der Chip kombiniert extreme Computational Photography mit einem kuriosen Design zugunsten der Akkulaufzeit.
    Eine Analyse von Marc Sauter

  2. Social-Media-Plattform: Paypal will Pinterest kaufen
    Social-Media-Plattform
    Paypal will Pinterest kaufen

    Der Zahlungsabwickler Paypal soll bereit sein, 45 Milliarden US-Dollar für den Betreiber digitaler Pinnwände zu bezahlen.

  3. Apple, Amazon, Facebook: New World erlaubt Charaktertransfers
    Apple, Amazon, Facebook
    New World erlaubt Charaktertransfers

    Sonst noch was? Was am 20. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /