Facebook: Werbeanzeigen können Messenger-Unterhaltungen starten

Facebook macht es Entwicklern von Chatbots für seinen Messenger leichter, die Aufmerksamkeit von Nutzern zu gewinnen. Anzeigen im Facebook-Newsfeed können nun direkt persönliche Unterhaltungen in dem Mitteilungsdienst auslösen.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Facebook weitet sein Werbeangebot auf den Messenger aus.
Facebook weitet sein Werbeangebot auf den Messenger aus. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Unternehmen können künftig im Newsfeed der Facebook-Mitglieder Anzeigen platzieren, die beim Anklicken eine Unterhaltung im Messenger starten, auch mit Chatbots. Der Mitteilungsdienst biete die passende Plattform für solche direkte Kommunikation mit den Kunden, zeigte sich Messenger-Chef David Marcus auf der Internetkonferenz Web Summit in Lissabon überzeugt. Die neue Art der Anzeigen sei nun weltweit für alle Werbepartner verfügbar.

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Unter den ersten Kunden für die neuen Anzeigen seien bekannte Marken wie Absolut Vodka. Die Getränkefirma biete auf diesem Wege Gutscheine für Gratisdrinks an. In den USA könne in derselben Unterhaltung im Messenger auch ein Fahrdienst für den Heimweg gebucht werden.

Facebook kündigte bereits seit einiger Zeit an, dass mit der Interaktion zwischen Unternehmen und ihren Kunden im Messenger Geld verdient werden soll. Seit Frühjahr können Firmen Chatbots auf die Messenger-Plattform bringen, in denen Software eine Unterhaltung mit den Nutzern führt. Inzwischen seien rund 34.000 solcher Bots aktiv.

Qualität von Chatbots sei mittlerweile gut genug

Am Anfang sei die Qualität vieler Chatbots schlecht gewesen, "es gab auch viel Hype", sagte Marcus. Inzwischen sei das Niveau viel höher, "auch weil wir in den vergangenen Monaten ein Ökosystem für Entwickler aufbauen konnten". Ein Erfolgsbeispiel seien sechs Millionen Interaktionen mit der Entwicklerfirma des Computerspiels Call of Duty innerhalb von 24 Stunden zum Start eines neuen Games. Nun solle die Suchfunktion verbessert werden: "Wir haben das Gefühl, dass es schließlich genug Bots gibt, die ein gutes Erlebnis bieten."

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Damit der Messenger nicht mit Werbenachrichten überflutet wird, gibt es die Regel, dass Entwickler die Nutzer nach einem Tag nicht mehr anschreiben können, wenn diese nicht reagieren. Jetzt bekommen sie zusätzlich die Möglichkeit, die Nutzer auch danach noch mit bezahlten Nachrichten anzuschreiben. Solche gesponserten Messages könnten aber komplett blockiert werden, betonte Marcus.

Facebook teste im Messenger auch die neue Funktion Rooms, in der Gruppen für Mitteilungen zu einzelnen Themen organisiert werden können, gab Marcus in Lissabon bekannt. Kurzmitteilungsdienste ersetzten den Austausch von Telefonnummern, betonte er. "Warum sollte ich heute jemandem eine Abfolge von Zahlen geben, wenn er mich einfach über meinen Namen finden kann?"

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