Facebook: Vier namhafte Unternehmen verlassen Libra

Vor einer Woche hat Paypal seinen Ausstieg aus dem Libra-Projekt erklärt, nun ziehen Visa, Mastercard, Stripe und Ebay nach. Damit verliert Libra binnen weniger Tage wichtige Unterstützer, die jedoch einen Wiedereinstieg offenlassen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Auch der Zahlungsdienstleister Mastercard verlässt Libra.
Auch der Zahlungsdienstleister Mastercard verlässt Libra. (Bild: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Noch ist Facebooks Digitalwährung Libra nicht eingeführt, da springen namhafte Partner wieder ab. Gleich vier Unternehmen verließen am 11. Oktober die Libra Association, welche die Digitalwährung verwaltet. Dass die Finanzdienstleister Visa, Mastercard und Stripe über einen Ausstieg nachdenken, war bereits bekannt. Neben den Finanzdienstleistern verlässt auch die Auktionsplattform Ebay Facebooks Allianz für Libra. Vor einer Woche sagte bereits Paypal seine Teilnahme an dem stark in die Kritik geratenen Projekt ab.

Stellenmarkt
  1. IT-Systemmanagerin/IT-System- manager, Systemadministratorin / Systemadministrator, Informatikerin ... (m/w/d)
    Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
  2. Trainee (w/m/d) - IT Consulting (Datacenter)
    Computacenter AG & Co. oHG, verschiedene Standorte
Detailsuche

Grund für den Rückzug ist die massive Kritik von Politikern und Behörden - vor allem aus den USA und Europa. Damit verbunden ist ein massiver regulatorischer Widerstand. Der französische Finanzminister Bruno Le Maire kündigte Anfang September an, Libra auf europäischem Boden verhindern zu wollen. Auch die EU-Kommission möchte Libra genau untersuchen. Sie befürchtet eine Vormachtstellung von Facebook. US-Schatzmeister Jerome Powell ist ebenfalls gegen die Digitalwährung.

Der bei Facebook für das Projekt zuständige Manager David Marcus erklärte, man solle aus dem Abgang der Partner keine Schlüsse über das Schicksal der Digitalwährung ziehen. "Natürlich sind das keine großartigen Nachrichten auf kurze Sicht, aber auf eine gewisse Weise ist das auch befreiend", erklärte Marcus. "Wandel in diesem Maßstab ist hart." Wenn sich so viel Druck aufbaue, sei klar, dass man an etwas dran sei. Marcus, ein ehemaliger Chef des Bezahldienstes Paypal, dankte ausdrücklich Visa und Mastercard dafür, dass sie trotz des Drucks so lange an Bord geblieben seien.

Ausstieg trifft Libra hart

Der Ausstieg von Mastercard und Visa trifft das Projekt besonders hart. Die weltbekannten Branchengrößen verliehen Libra mehr Glaubwürdigkeit und könnten zudem mit ihrer Infrastruktur eine wichtige Schnittstelle zur klassischen Finanzwelt bieten. Alle Aussteiger ließen aber die Tür für eine spätere Unterstützung des Libra-Projekts ausdrücklich offen.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Am 14. Oktober 2019 sollen sich die beteiligten Firmen laut einem internen Memo in Genf treffen, um die Satzung der Libra Association zu prüfen und einen Verwaltungsrat zu ernennen. Die vier Firmen könnten damit die letzte Chance für den Abgang vor einer förmlichen Mitgliedschaft genutzt haben. Facebook hatte bei der Vorstellung im Sommer gut zwei Dutzend namhafte Firmen als Gründungspartner von Libra präsentiert.

In rund zehn Tagen soll Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der als Initiator des Libra-Projekts gilt, bei einer Anhörung in einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses zum Einfluss des Online-Netzwerks auf den Finanzdienst- und Immobiliensektor befragt werden. Marcus musste bereits im Juli im US-Senat Rede und Antwort zu Libra stehen.

Facebook hatte die Einwände von Aufsehern zurückgewiesen, wonach Libra in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Bei der Digitalwährung werde kein neues Geld ausgegeben, was Staaten vorbehalten bleibe, betonte Marcus. Libra soll mit einem Korb stabiler Währungen und Staatsanleihen abgesichert werden.

Politiker und Regulierer befürchten aber, dass der Fonds angesichts der enormen Nutzerzahlen von Facebook zu Verwerfungen auf den Geldmärkten führen könnte. Nach den Vorstellungen von Facebook könnte Libra zunächst vor allem bei grenzüberschreitenden Überweisungen zum Einsatz kommen, mit der Zeit aber auch zum Bezahlen von Käufen sowohl online als auch in Läden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Kaiser Ming 17. Okt 2019

Sorry für deinen Aufwand, bin Programmierer und brauch sicher keine Nachhilfe bei...

Eheran 14. Okt 2019

Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt. Die DDR war auch ein Rechtsstaat und...

chefin 14. Okt 2019

Ich sehe den Grund eher darin, das Facebook damit den Zahlungsdienstleister das Wasser...

ElMario 12. Okt 2019

dann lieber doch nicht. *LOL*



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kooperation
Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt

Während der ADAC seine Kunden bereits informiert hat, schweigt Amazon Deutschland noch zum Ende der Kooperation mit der Landesbank Berlin.

Kooperation: Amazon Kreditkarte mit Landesbank Berlin wird eingestellt
Artikel
  1. Linux: Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme
    Linux
    Vom einfachen Speicherfehler zur Systemübernahme

    Ein häufig vorkommender Fehler in C-Code hat einen Google-Entwickler motiviert, über Gegenmaßnahmen nachzudenken.

  2. Social-Media-Plattform: Paypal will Pinterest kaufen
    Social-Media-Plattform
    Paypal will Pinterest kaufen

    Der Zahlungsabwickler Paypal soll bereit sein, 45 Milliarden US-Dollar für den Betreiber digitaler Pinnwände zu bezahlen.

  3. Pixel 6 (Pro): Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung
    Pixel 6 (Pro)
    Googles Tensor-SoC ist eine wilde Mischung

    Viel Samsung, wenig Google: Der Chip kombiniert extreme Computational Photography mit einem kuriosen Design zugunsten der Akkulaufzeit.
    Eine Analyse von Marc Sauter

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /