Facebook, Tiktok, Instagram: Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ist falsch

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Immer mehr Länder diskutieren darüber, Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken zu verbieten. Die Idee dahinter ist Schutz vor Sucht, Manipulation und psychischem Druck.
Doch ein pauschaler Bann greift tief in Grund- und Freiheitsrechte ein. Er würde jungen Menschen den Zugang zu zentralen Lern- und Sozialräumen nehmen(öffnet im neuen Fenster) . Statt Abschottung brauchen Jugendliche Unterstützung dabei, digitale Risiken zu verstehen und eigenständig zu bewältigen.
Wie umstritten das Thema ist, zeigt ein Fall aus Australien: Ein 15-Jähriger klagt vor dem Obersten Gerichtshof gegen das geplante Social-Media-Verbot und warnt, es mache das Internet für Jugendliche gefährlicher und fördere soziale Spaltung(öffnet im neuen Fenster) .
Digitales Teilhaberecht
Soziale Netzwerke werden intensiv genutzt: 25 Prozent der 12- bis 15-Jährigen und fast 50 Prozent der 16- bis 19-Jährigen folgen laut der Medienanstalt für Baden-Württemberg(öffnet im neuen Fenster) Influencern, die sich mit aktuellen Nachrichten beschäftigen. Hier erwerben Jugendliche digitale Kompetenzen und tauschen sich über Interessen, Popkultur oder gesellschaftliche Themen aus.
Auch die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BzKJ) warnt vor einem generellen Verbot. Kinder und Jugendliche hätten ein Recht auf digitale Teilhabe, heißt es in ihrer Stellungnahme zur laufenden Debatte(öffnet im neuen Fenster) .
Soziale Medien verbinden Jugendliche über Entfernungen hinweg: Hier knüpfen sie Freundschaften, finden in Online-Communitys Gleichgesinnte und entwickeln ihre Identität. Gerade für benachteiligte Jugendliche, etwa auf dem Land oder aus der LGBTQ+-Community, sind diese Netzwerke wichtige Lebensräume. Ein Verbot würde sie aus diesen Räumen reißen und könnte zu sozialer Isolation führen.
Doch selbst, wenn man ein Verbot politisch durchsetzen wollte, bleibt die praktische Umsetzung ein eigenes Problemfeld.