Facebook-Studie: Bis zu 48.000 Firmen sammeln Daten über einzigen Nutzer
Fast 200.000 Anbieter teilen einer Studie zufolge ihre Tracking-Daten mit Facebook. Im Einzelfall können das mehrere Tausend Firmen pro Nutzer sein.
Das soziale Netzwerk Facebook sammelt durchschnittlich von jedem Nutzer Daten von mehreren Tausend Anbietern. Das hat eine Studie der US-Verbraucherorganisation Consumer Reports ergeben, die die gespeicherten Daten von rund 700 nicht repräsentativen Facebook-Nutzern ausgewertet hat. "Die Teilnehmer unserer Studie wurden durchschnittlich in den Daten von 2.230 verschiedenen Unternehmen identifiziert", heißt es in dem 27-seitigen Papier (PDF). In der Datensammlung eines einzelnen Nutzers fanden sich demnach sogar 48.000 Firmen.
Für die Studie griffen die Verbraucherschützer auf die Möglichkeit zurück, dass Facebook-Nutzer ihre personenbezogenen Daten über die Seite Facebook.com/dyi anfordern und herunterladen können. Diese Daten beziehen sich auch auf "Aktivitäten außerhalb von Meta-Technologien". Diese enthalten demnach "Informationen zu deinen Interaktionen mit Unternehmen und Organisationen, die diese mit uns teilen. Als Interaktion gilt zum Beispiel, wenn du eine App öffnest oder eine Website besuchst".
Liveramp erfasst fast alle Nutzer
Dem Bericht zufolge luden 709 Studienteilnehmer ihre Daten herunter und spendeten diese an die Verbraucherorganisation. In der Datensammlung fanden sich demnach mehr als 186.000 unterschiedliche Firmen und Organisationen, die ihre Nutzerdaten an Facebook weiterleiteten. Von fast allen Teilnehmern (682) wurden Event-Daten übermittelt, 693 Teilnehmer fanden sich in den sogenannten Custom-Audiences-Daten wieder. Laut Facebook ist dies eine Targeting-Option für Werbeanzeigen, mit der Personen gefunden werden, die das Unternehmen in der Datenbank von Meta schon kennt.
Der Datenbroker und Trackingdienst Liveramp gab mit einem Anteil von 96 Prozent fast von jedem Teilnehmer Daten an Facebook weiter. "Die 100 Unternehmen, die in unserer Stichprobe am häufigsten auftraten, teilten jeweils die Daten von mehr als der Hälfte der 709 Freiwilligen oder gaben ihren Dienstleistern die Anweisung, diese weiterzugeben", heißt es in dem Papier. Von diesen 100 Firmen seien 39 Einzelhändler oder Verbrauchermarken, 28 Agenturen oder Service-Provider, 19 Datenmakler und vier politische Dienstleistungsunternehmen. 10 ließen sich am besten als "sonstige" klassifizieren. Manche der 186.000 Firmen ließen sich jedoch gar nicht identifizieren und trugen Namen wie "Bm 5 100tkqc nlm".
Bekannte deutsche Unternehmen befinden sich nicht in der Liste, lediglich Bayer Consumer Health Canada ist auf Platz 43 genannt. Pikanterweise taucht die Verbraucherorganisation Consumer Reports (CR) selbst auf Platz 56 auf. "Wir glauben, dass die Studienteilnehmer in überproportionaler Weise CR-Mitglieder waren, die CR über diese Plattformen vermarktet", hieß es zur Begründung.
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Die (A)socialen Medien dienen doch schon seid gut nem Jahrzehnt nur noch zum Hetzen...
Denn die Datenkraken sind ja Großspender der hiesigen Parteien.
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