Facebook-Managerin: Sheryl Sandberg verlässt Meta-Konzern

Die Top-Managerin galt als rechte Hand von Mark Zuckerberg. Nun kündigt sie an, das Unternehmen hinter Facebook zu verlassen.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier/dpa
Sheryl Sandberg will zum Herbst Meta verlassen.
Sheryl Sandberg will zum Herbst Meta verlassen. (Bild: REUTERS/Philippe Wojazer)

Top-Managerin Sheryl Sandberg, die beim Facebook-Konzern Meta lange als rechte Hand von Gründer Mark Zuckerberg galt, verlässt das Unternehmen. Sie wolle sich künftig mehr um ihre Wohltätigkeitsaktivitäten kümmern, schrieb die 52-Jährige in einem Facebook-Eintrag am Mittwoch. Der Abgang sei für Herbst geplant, wenn ihr unterstellte Manager dann neue Vorgesetzte bekommen hätten.

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Sandberg sammelte erste Erfahrungen bei Google und kam im Jahr 2008 zu Facebook. Als Verantwortliche für das operative Geschäft spielte sie eine federführende Rolle dabei, dass das Online-Netzwerk von einem relativ kleinen Player im Online-Geschäft zu einem Milliarden-Konzern wurde. Konzernchef Zuckerberg würdigte Sandberg als Architektin von Facebooks Werbegeschäft.

Geschäftsmodell Werbung etabliert

Die Idee, die Erkenntnisse über die Nutzer und ihre Interessen zu nutzen, um Werbekunden Zugang zu von ihnen gewünschten Zielgruppen zu gewähren, erwies sich als überaus lukrativ. Als die Nutzer vor gut einem Jahrzehnt vom PC auf Smartphones umstiegen, traf das Facebook mit seinen damaligen Anzeigen-Bannern zunächst unvorbereitet. Doch das Team um Sandberg entwickelte schnell ein System, bei dem Werbung in der App zwischen die einzelnen Beiträge platziert wurde.

Es sei "ziemlich unwahrscheinlich", dass sie einen neuen Job in einem Unternehmen oder in der Politik annehmen werde, sagte Sandberg dem Finanzdienst Bloomberg. Andererseits habe sie aber auch schon vor langer Zeit gelernt, keine Vorhersagen über die Zukunft machen.

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Sandberg machte sich auch einen Namen als Verfechterin einer größeren Rolle für Frauen in Unternehmen. Kritiker erinnern zugleich daran, dass Facebooks Datenskandale wie die Kontroverse um die Analysefirma Cambridge Analytica unter Sandberg in der Top-Etage passierten.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Spekulationen über ein abgekühltes Verhältnis zwischen Zuckerberg und Sandberg - was stets zurückgewiesen wurde. Im Verwaltungsrat von Meta, dem Aufsichtsgremium des Konzerns, soll Sandberg weiterhin bleiben.

Rufe nach Regulierung von Meta

Facebook und Meta stehen aktuell gleich aus mehreren Richtungen unter Druck. Aus der Politik gibt es Forderungen nach einer Zerschlagung, auch Wettbewerbshüter nehmen große Technologie-Unternehmen verstärkt ins Visier. Apples Maßnahmen für mehr Datenschutz auf dem iPhone erschweren zugleich das Geschäft für Facebook. Apple setzte vor einem Jahr durch, dass App-Entwickler wie Facebook erst die ausdrückliche Erlaubnis der Nutzer einholen müssen, um Informationen über deren Verhalten quer über verschiedene Dienste und Websites hinweg sammeln zu dürfen. Viele Nutzer lehnten das ab. Meta beklagt, dass dadurch die Personalisierung der Anzeigen schwieriger geworden sei.

Sandberg solle nicht durch jemanden mit einem identischen Aufgabenbereich ersetzt werden, schrieb Zuckerberg in einem Facebook-Eintrag. Er sei nicht sicher, ob das überhaupt möglich wäre, da Sandberg ein "Superstar" sei. Zugleich deutete Zuckerberg aber auch Unzufriedenheit mit dem bisherigen Zuschnitt der Meta-Strukturen an: Möglicherweise sei ohnehin die Zeit gekommen, Geschäft und Produkte besser miteinander zu verzahnen, schrieb er.

Facebook spürte zuletzt stärker die Konkurrenz der Videoplattform Tiktok mit ihren kurzen Videoclips. Meta richtet nun die eigenen Apps wie Facebook und Instagram auf ähnliche Kurzvideos aus.

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