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Facebook, Instagram und Co.: Kultusministerin befürwortet Altersgrenze für Social Media

Niedersachsens Kultusministerin sieht Australien beim Umgang mit sozialen Netzwerken als Vorbild und will eine Altersgrenze.
/ Ingo Pakalski , dpa
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Julia Willie Hamburg will ein Mindestalter für soziale Netzwerke. (Bild: Focke Strangmann/AFP via Getty Images)
Julia Willie Hamburg will ein Mindestalter für soziale Netzwerke. Bild: Focke Strangmann/AFP via Getty Images

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg hat sich für ein gesetzliches Mindestalter für soziale Medien in Deutschland ausgesprochen. "Ich persönlich finde eine Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung von Social Media sehr zielführend" , sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hannover.

So könnten Schulen eine gewisse Medienkompetenz vermitteln und Eltern unterstützen, bevor Kinder auf Fake News oder Gewaltbilder stießen, sagte Hamburg weiter. Studien zeigten: Je jünger ein Kind sei, desto schädlicher könne der Social-Media-Konsum sein. Deshalb schaue sie mit großem Interesse nach Australien.

In Australien sollen soziale Medien künftig nur noch Menschen ab 16 Jahren offenstehen . Auch in Frankreich wird über eine Altersgrenze diskutiert. In Deutschland gebe es noch keine konkreten Pläne, sagte Hamburg. "Die Politik beschäftigt sich gerade intensiv mit den Studien, die es dazu gibt, und ich würde begrüßen, wenn das dann auch entsprechend geregelt wird."

"Das ist eine Gefahr für unsere Demokratie"

Gleichzeitig müsse man im Blick behalten, wie die EU und Deutschland allgemein mit sozialen Netzwerken umgingen, sagte die Grünen-Politikerin. Unter Elon Musk sei die Plattform X zu einem politischen "Macht-Beeinflussungsinstrument" geworden.

Mit Blick darauf, dass der Facebook-Konzern Meta die Zusammenarbeit mit Faktenprüfern in den USA beende , betonte Hamburg: "Die Verbreitung von Desinformationen und radikalen Inhalten wird dadurch noch verstärkt."

Durch Algorithmen, die gezielt auf Provokation ausgerichtet seien, würden demokratische Diskurse massiv geschädigt. "Das ist eine Gefahr für unsere Demokratie" , warnte die Ministerin. Deshalb sollten Algorithmen offengelegt, kontrolliert und verändert werden.

"Denn wer Lügen oder Hass verbreitet, muss dafür geradestehen." Es brauche wirksame Prävention und klare Regeln. Zudem müssten die Konzerne Verantwortung übernehmen, forderte Hamburg.


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