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Facebook Horizon ausprobiert: Social-VR soll kommen, um zu bleiben

Mit Horizon entwickelt Facebook eine virtuelle Welt, um Menschen per VR-Headset zusammenzubringen. Wir haben Kevin vermöbelt, mit Big Alligator eine Palme gepflanzt und Luftkämpfe um bunte Fahnen ausgetragen.

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Artwork von Facebook Horizon
Artwork von Facebook Horizon (Bild: Facebook)

Mark Zuckerberg zufolge geht um Menschen, um die soziale Erfahrung: "Die Hardware muss aus dem Weg sein und die Software den Mittelpunkt bilden", sagte er und kündigte dann Facebook Horizon an. Was in Zuckerbergs kurzer Präsentation und im Trailer noch relativ abstrakt wirkte, entpuppte sich beim Ausprobieren als interessanter Ansatz, eine Social-VR-Welt zu etablieren. Horizon ist ein kunterbunter Comic-artiger Community-Hub, in dem offenbar immer Tag und schönes Wetter herrscht.

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Die Idee dahinter ist, dass sich in dieser Welt reale Nutzer eines Oculus Quest oder eines Oculus Rift (S) in Form von Avataren treffen, miteinander interagieren und zusammen kleine oder große Welten erschaffen - das erinnert stark an Rec Room. Spiele wie Minecraft und vor allem Second Life zeigen, dass sich eine große Community bilden kann, gerade da Facebook mit dem World Builder einen Editor bereitstellt, um diese Erfahrungen zu kreieren. Wir haben uns in Horizon mit Kevin getroffen und einige davon angeschaut.

Zu Beginn erstellen wir unseren Avatar, wobei sich Facebook an dem bedient, was mit Oculus Spaces und Oculus Rooms an Vorarbeit geleistet wurde - für beide Apps bedeutet das gleichzeitig das Ende, denn ab Ende Oktober 2019 sind die Server offline. Avatare sind schwebende Oberkörper mit Armen und Händen, welche durch Controller- und Positional-Tracking sowie durch die per Mikrofon übertragene Stimme zum Leben erweckt werden.

Das klappt überraschend gut, weil Gesten und Bewegungsmuster sehr individuell wiedererkennbar sind, die Avatare durch ihre schlichte Optik aber ein Uncanny Valley verhindern - uns also nicht durch zu hohen Realismus abstoßen. Wir jedenfalls hatten in Facebook Horizon sehr schnell ein Gefühl der Präsenz, als wir mit Kevin losgezogen sind. Der hat dann auch gleich das Repertoire ausgenutzt: Winken, High-Five und Bro-Fist, per Zeigefinger eine Richtung vorgeben. Mehr klappt bisher nicht, denn Hand/Finger-Tracking für Oculus Quest ist erst für 2020 geplant.

Per Menü lassen sich unwillkommene Nutzer blocken und sogenannte Horizon Locals - echte Menschen - sollen aufpassen, dass kein grober Unfug getrieben wird. Denn der World Builder erscheint uns als ein mächtiges Tool, mit dem ohne jegliche Programmierkenntnisse eine Vielzahl von Orten und Erfahrungen kreiert werden kann. Einer der anderen Journalisten merkte daher spöttisch an, er befürchte, direkt am ersten Tag in gigantischen, mit Penissen bevölkerten Hakenkreuz-Welten zu landen.

Wir hingegen besuchten mit Kevin einen Strand-Bereich, in dem uns eine Nutzerin namens Big Alligator demonstrierte, wie sie eine Palme entwerfen und auf dem Bergmassiv im Hintergrund platzieren kann. Das klappt per World Builder in wenigen Sekunden, auch das spezifische Gewicht von Objekten ist dabei anpassbar: Werfen wir einen Sonnenschirm in die Luft, segelt er elegant hinab. Rabiater geht in der nächsten Mini-Welt zu: Kevin liefert sich mit uns einen virtuellen Boxkampf, ausgetragen durch zwei uns repräsentierende Riesenroboter. Sei es die US-amerikanische Höflichkeit oder die Muay-Thai-Erfahrung, wir gewinnen das Duell.

Noch wichtiger sind kooperative Erlebnisse: Daher schnappen Kevin und wir uns kleine Flieger und spielen damit eine Mischung aus Capture-the-Flag und Mario Kart gegen ein anderes Team. Die Optik ist simpel und verspielt und die eigentliche Spielwelt überschaubar, denn den limitierenden Faktor in Facebook Horizon bildet - neben der eigenen Kreativität und den Möglichkeiten des World Builders - die Leistungsfähigkeit des Oculus Quest. Unsere Zeit mit Kevin ist nach dem Sieg vorbei, wobei wir ihn gerne außerhalb des Demo-Raums getroffen hätten, um zu sehen, wie er sich als physischer Mensch verhält.

Dafür sitzen wir noch mit zwei Entwicklern zusammen, um über Facebook Horizon zu sprechen: Das Projekt befindet sich erst seit gut einem Jahr in Entwicklung, die uns gezeigte Version ist eine Pre-Alpha-Build. Anfang 2020 soll die Beta starten, damit das Team weiteres Feedback erhält, um Horizon weiterzuentwickeln. Wohin das Ganze führen wird, bleibt vorerst offen.

Auch ob und wie eine Monetarisierung bei theoretisch weit über zwei Milliarden Nutzern aussehen könnte, wurde nicht beantwortet. Klar ist aber, dass Social-VR eine feste Größe werden soll - Mark Zuckerberg plant, Facebook Horizon über viele Jahre hinweg auszubauen: "Das ist ein weiterer Schritt dahingehend, eine soziale Infrastruktur zu bilden, von der wir glauben, dass sie wichtig sein wird", sagte er.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von Facebook hin an der OC6 in San Jose teilgenommen, die Hotelkosten wurden von Facebook übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.

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Saphiron 10. Okt 2019

Man wird gezwungen seinen Facebook Account zu verknüpfen um Horizon spielen zu können...

PanicMan 06. Okt 2019

Na das wäre aber blöd wenn das nur für Oculust wäre... :(

burzum 04. Okt 2019

Gut das du nicht für die Industrie sprichst, die damit Visualliserung, interaktive...

Bluejanis 01. Okt 2019

Ist das denn aktives Wachstum oder nur mehr Accounts erstellt als gelöscht? Ich will...

Bluejanis 01. Okt 2019

Das war der eine Punkt. Also war es wirklich eine Frau. Aber woher soll man wissen ob sie...


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