Bots blasen Profile auf

Im Februar hatten Recherchen der FAZ bereits ein Netzwerk von Pro-AfD-Accounts auf Facebook enttarnt. Demnach zeigten sich vor allem sieben Profile als Administratoren für einige beliebte rechte Gruppen wie AfD zu 51 Prozent verantwortlich. Nach Angaben der FAZ handelte es sich um gefälschte Profile, die zwar möglicherweise von Menschen betreut wurden, aber die teilweise auch Bots einsetzten. So tauchten in mehreren Gruppen zum Teil fast gleichzeitig dieselben Inhalte auf, die Profile hatten Tausende Freunde und nur selten diskutierten sie persönliche Beiträge - alles Indizien dafür, dass sie teilweise automatisch agierten.

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Mehr Hinweise lieferte Anfang September eine Aktion der PARTEI. Sie hatte über Monate hinweg 31 geschlossene Gruppen von AfD-Sympathisanten infiltriert und das Vertrauen der Administratoren gewonnen. Als sie schließlich selbst Adminrechte bekam, warf sie die Gründer raus, benannte die Gruppen um und machte sie teilweise öffentlich. Dabei bestätigte sich, dass tatsächlich Bots daran beteiligt waren, die Gruppen künstlich aufzublasen. Facebook, das immer wieder versucht, Fake-Accounts zu löschen, konnte in diesem Fall ausgetrickst werden.

Flüchtlinge und Kriminelle bewegen das digitale Deutschland

Neben der hohen, wenn auch teilweise gefälschten Aktivität in den geschlossenen Facebook-Gruppen könnten aber auch die in ihnen diskutierten Inhalte ein Grund dafür sein, dass sie jetzt kurz vor der Bundestagswahl vielen Nutzern vorgeschlagen wurden.

In ihrer aktuellen Ausgabe hat die Wochenzeitung Zeit in Zusammenarbeit mit dem Kölner Datenspezialisten Unicepta die meistdiskutierten Themen hinsichtlich der Bundestagswahl in sozialen Netzwerken analysiert. Das Ergebnis: Nichts bewegt die deutschen Nutzer mehr als Kriminelle und Flüchtlinge. In einem Zeitraum von vier Wochen wurden alleine Flüchtlingsthemen sieben Millionen mal geteilt, gelikt und kommentiert. Das betrifft die öffentlichen Reaktionen, doch eine aktuelle Facebook-Analyse von anonymisierten privaten Inhalten kommt zu ähnlichen Ergebnissen.

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Es sind genau jene Themen, die auch in den AfD-nahen Gruppen eine zentrale Rolle spielen und die es ihnen somit erlauben, viel Aufmerksamkeit zu erregen: "Unter den zehn wichtigsten Nachrichtenquellen und Absendern in den sozialen Netzwerken, gemessen an dem Engagement, das sie erzeugen, sind fünf eindeutig der rechtspopulistischen Szene und der AfD zuzuordnen", heißt es in der Zeit.

Zusammengefasst ergibt sich folgendes Bild: Rechte Quellen mit ihrer Mischung aus aufgeladenen Themen, künstlich aufgeblähter Aktivität und einem über lange Zeit gewachsenen Bot-Netzwerk bestimmen den politischen Diskurs in den sozialen Netzwerken. Und sie könnten damit nun sogar den Empfehlungsalgorithmus von Facebook ausgetrickst haben. Wer am lautesten schreit, hat zwar auch im Netz nicht immer recht. Aber zumindest die Aufmerksamkeit.

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 Facebook: Hetze mit System
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Der Held vom... 16. Sep 2017

Natürlich. Und selbst? Welche nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische...

Laptel 16. Sep 2017

Es sagt ja keiner, dass man eine Partei wählen muss. Es besteht immerhin die...

jjo 15. Sep 2017

"Regierungskompetenz" aka sich Jahrzehnte lang von den immer selben Nasen bescheißen...

jjo 15. Sep 2017

Sobald man Betroffener wird, ist jegliche Kritik nichtig oder wie darf ich das...



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