Facebook, Google, Twitter: Mozilla fordert klare Regeln zur Werbetransparenz

Um eine mögliche Beeinflussung von Nutzern durch Werbung zu verhindern, insbesondere vor den kommenden EU-Parlamentswahlen, fordert Mozilla klarere Regeln für Facebook, Google und Twitter. Gemeinsam mit kooperierenden Forschern sollen sehr viele Daten langfristig verfügbar sein.

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Forscher und Mozilla fordern starke Transparenzregeln und APIs zur Untersuchung von Werbung.
Forscher und Mozilla fordern starke Transparenzregeln und APIs zur Untersuchung von Werbung. (Bild: Mozilla)

Die Mozilla Foundation mischt sich mit offensiven Forderungen in den Streit um die Transparenz von vor allem politischer Werbung im Web ein. Zusammen mit einigen europäischen Forschern hat die Organisation, die unter anderem für den Firefox-Browser zuständig ist, nun vorgestellt, was sie von einer entsprechenden API zur Untersuchung der Werbung erwartet. Im vergangenen Jahr hatte Facebook solch eine Schnittstelle angekündigt, und die EU-Kommission hat im vergangenen Herbst Regeln zur Selbstverpflichtung in diesem Bereich mit Facebook, Google und Twitter vereinbart.

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Ziel dieser Initiativen soll es sein, die schnelle Verbreitung von Falschinformationen im Netz zu verhindern oder zumindest deutlich einzuschränken. Mozilla befürchtet gar, dass derartige Informationen dazu beitragen könnten, Wahlen zu beeinflussen. Die nun aufgestellten Forderungen sollen "Grundvoraussetzungen darstellen, die es den Forschern ermöglichen, besser zu verstehen und zu dokumentieren, wie sich Desinformation ausbreitet, wie sie Wahlen beeinflusst und wie sie sich auf die Gesellschaft auswirkt". Anfang dieses Jahres kritisierten einige Nachrichtenorganisationen und NGOs, dass ihre eigenen Analysewerkzeuge nicht mehr funktionierten.

Laut den Forderungen von Mozilla sollen die Transparenz-APIs der Unternehmen einen Zugriff auf sämtliche bezahlte politische Werbung ermöglichen, auch jener, die sich mit allgemeinpolitischen Themen befasst. Vor allem sollte dieser Zugriff auf die Werbung aber nicht durch die Unternehmen durch eine Vorauswahl bestimmter Themen oder auch Schlagworte eingeschränkt werden können. Die Beteiligten fordern außerdem den Zugriff auf die eigentlichen Inhalte der Werbung und detaillierte Informationen darüber, wo und warum Nutzer die entsprechende Werbung angezeigt bekommen haben.

Wichtig sei außerdem, dass die Erforschung und Analyse der Daten nicht beschränkt werde. So sollen etwa die Inhalte einzeln identifizierbar sein, um Trends feststellen zu können. Ebenso sollen die Inhalte aktuell verfügbar gemacht werden, schnell durch Downloads nutzbar sein und langfristig verfügbar bleiben. Mozilla fordert hier ein Archiv über die vergangenen zehn Jahre. Letztlich sollen die API sowie die Daten natürlich frei zugänglich sein und auch mit der Öffentlichkeit geteilt werden können.

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