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Facebook, Google, Snapchat: Wie IT-Konzerne den Datenschutz missachten

Viele bekannte Online-Plattformen erfüllen die Datenschutz-Grundverordnung nur unzureichend. Die Anbieter müssten dringend nacharbeiten, fordert Justizstaatssekretär Billen.

Artikel von Dietmar Neuerer/Handelsblatt veröffentlicht am
Vor allem die großen US-IT-Konzerne schneiden beim Datenschutz weiter schlecht ab.
Vor allem die großen US-IT-Konzerne schneiden beim Datenschutz weiter schlecht ab. (Bild: Reuters)

Für Siemens-Chef Joe Kaeser ist die Sache klar. "Jeder, der eine Plattform nutzt, muss wissen, welche der von ihm übergebenen Daten wie genutzt werden", erklärte Kaeser Anfang der Woche auf dem Internet Governance Forum, der wichtigsten Internet-Konferenz der Vereinten Nationen, die an diesem Freitag in Berlin endet. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, wird in der Praxis oft nicht eingehalten.

Inhalt:
  1. Facebook, Google, Snapchat: Wie IT-Konzerne den Datenschutz missachten
  2. Hohe Bußgelder drohen
  3. Regierung mit neuer Datenstrategie
  4. Verbände fordern Nachbesserungen bei der DSGVO

Dabei gibt es mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eigentlich ein klares Regelwerk - die Betonung liegt auf eigentlich. Denn immer noch tun sich viele Unternehmen schwer mit den vor anderthalb Jahren in Kraft getreten Vorschriften.

Das Bundesjustizministerium wollte es genauer wissen und hat die Umsetzung der neuen Regeln bei Dutzenden marktrelevanten Online-Diensten von zwei Wissenschaftlern der Universität Göttingen untersuchen lassen. Die Ergebnisse der noch unveröffentlichten Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, sind ernüchternd.

Billen sieht "eklatante Mängel"

"Nicht ansatzweise alle Dienste haben die DSGVO umgesetzt, und dies schon gar nicht vollständig", sagte Justizstaatssekretär Gerd Billen dem Handelsblatt. Vor allem bei sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten gebe es "weiter eklatante Mängel". Dagegen sei die Umsetzung der EU-Regeln bei Online-Shops, digitalen Angeboten klassischer Medien sowie den Webseiten großer Unternehmen "am weitesten vorangeschritten", heißt es in der 300 Seiten starken Untersuchung. Insgesamt habe jedoch noch keiner der untersuchten Dienste die DSGVO "voll gesetzeskonform" umgesetzt. Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherschutzzentralen sieht Nachholbedarf bei der Umsetzung der DSGVO-Richtlinien.

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Für die Studie wurden in der Zeit von Juli bis September 2019 insgesamt 35 Online-Dienste aus unterschiedlichen Bereichen unter die Lupe genommen. Darunter soziale Medien wie Facebook, Twitter, WhatsApp, Suchmaschinen wie Google, Online-Shops wie Amazon oder Zalando, Buchungsportale wie Booking.com oder Online-Präsenzen von Unternehmen wie Deutsche Bank oder Paypal. Untersucht wurde der Stand der Umsetzung der DSGVO im Hinblick auf mehrere datenschutzrelevante Aspekte.

Nachlässiger Umgang mit Daten

Geprüft wurde etwa, inwieweit über die Verwendung von Daten für die Erstellung von Persönlichkeitsprofilen oder über den Einsatz von Trackingtechnologien informiert wurde. Auch wie das Auskunftsrecht betroffener Personen gehandhabt wurde, spielt eine Rolle, ebenso der Umgang mit sensiblen Daten.

Hier zeigten sich die "gravierendsten Mängel", wie es in der Studie heißt. "Nachlässig ist oft der Umgang mit den Daten, die eigentlich besonders zu schützen sind: sensible Informationen zur Herkunft, zur Gesundheit oder zu politischen Ansichten", sagte Staatssekretär Billen.

Das ist insofern erstaunlich, als es bei Missachtung der Vorschriften richtig teuer werden kann.

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Hohe Bußgelder drohen 
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MickeyKay 11. Dez 2019 / Themenstart

Es ging aber nicht um Tracking. "Tracking" hat jetzt aber nicht direkt was mit deinen...

Neremyn 03. Dez 2019 / Themenstart

Abgesehen davon das ich genau diese Studie auch gerne sehen wollen würde kann ich dir...

redmord 29. Nov 2019 / Themenstart

Ich habe nicht schlecht gestaunt als ich vor wenigen Tagen eine App gestartet, die Google...

MickeyKay 29. Nov 2019 / Themenstart

Naja, zwischen "ich betreibe Datenspionage" und "ich informiere meine Kunden nicht...

unbuntu 29. Nov 2019 / Themenstart

Haha, ja sicher. Einfach mal einen der großen Weltmärkte (Nordamerika, Europa, Asien...

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