Abo
  • Services:

Facebook: Falschmeldungen werden gekennzeichnet - statt gelöscht

In den USA will Facebook mit vier neuen Maßnahmen gegen Fake-News vorgehen. Eine Redaktion baut das Unternehmen dafür nicht auf - stattdessen sollen Algorithmen und die Community plus externe Faktenprüfer die Arbeit übernehmen.

Artikel veröffentlicht am ,
Diese Kennzeichnungen sollen vor Fake-News warnen.
Diese Kennzeichnungen sollen vor Fake-News warnen. (Bild: Facebook)

Spätestens seit den US-Präsidentschaftswahlen gibt es den Vorwurf, dass Facebook mit seiner laxen Haltung gegenüber dem Verbreiten von Falschmeldungen die politische Kultur vergiftet. Jetzt kündigt der für den News Feed zuständige Manager Adam Mosseri im Firmenblog vier Maßnahmen an, die zu weniger Fake-News führen sollen - zumindest in den USA, denn in Deutschland und dem Rest der Welt bleibt vorerst alles beim Alten.

  • In den USA können Nutzer eine mutmaßliche Fake News bei Facebook melden. (Bild: Facebook)
  • Falschmeldungen werden gekennzeichnet ... (Bild: Facebook)
  • ... und ein Link leitet interessierte Nutzer zu weiteren Informationen weiter. (Bild: Facebook)
In den USA können Nutzer eine mutmaßliche Fake News bei Facebook melden. (Bild: Facebook)
Stellenmarkt
  1. Medios Digital GmbH, Berlin
  2. dSPACE GmbH, Paderborn


"Wir konzentrieren unsere Bemühungen auf die schlimmsten der Schlimmen, auf die klaren Fälschungen, die von Spammern verbreitet werden, um daran zu verdienen, und darauf, unsere Community und externe Organisationen in diesen Kampf einzubinden", sagt Mosseri. Damit sagt er indirekt aber auch, dass sich Facebook - zumindest jetzt - nicht um die manchmal problematischeren, weil weniger offensichtlichen Nachrichten mit Halbwahrheiten, Gerüchten und verstecktem Hass kümmern möchte.

Eine Maßnahme ist, dass Falschmeldungen vom Nutzer in den USA ab sofort einfacher bei Facebook gemeldet werden können. Mit dem kleinen Pfeil rechts oben bei einem Beitrag gibt es nun eine vierte Begründung zum Ankreuzen: "Es ist eine Falschmeldung", steht nun da. Der Nutzer kann dann weitere Maßnahmen vorschlagen - etwa eine Kennzeichnung oder das Sperren des Absenders, was Facebook natürlich dann erst prüft.

Facebook will die Falschmeldungen anschließend von einer Organisation namens Poynter's International Fact Checking Code of Principles prüfen lassen. Das ist ein Verbund von Faktenprüfern, zu dem unter anderem Factcheck.org und ABC News gehören. Falls die zu dem Schluss kommen, dass etwa Tatsachen in dem Beitrag nicht stimmen, soll er allerdings nicht gelöscht werden, sondern nur mit einem entsprechenden Hinweis versehen werden. Wer mag, kann sich dann die Argumentation der Faktenchecker anzeigen lassen.

Die dritte Maßnahme in dem Paket ist die Prüfung, ob die Algorithmen weiter umgebaut werden. Falls eine Meldung auffällig selten geteilt wird, soll dies - noch stärker als bislang - als Zeichen dafür erkannt werden, dass irgendetwas mit ihr nicht stimmt.

Niedrige Priorität für bestimmte News

Dabei muss es nicht unbedingt um falsche Tatsachenbehauptungen gehen. Es könnte auch sein, dass etwa ein verlinkter Artikel schlicht kaum jemanden interessiert. Wie auch immer: In jedem Fall soll er dann von Facebook mit entsprechend niedriger Gewichtung in die Timeline der Nutzer eingespeist werden.

Bei der vierten Maßnahme geht es konkret gegen Fälscher, die mit erfundenen Meldungen Geld verdienen wollen. Damit sind offenbar unter anderem Kriminelle wie die gemeint, die während des US-Wahlkampfs mit erfundenen Storys versucht haben, Mitglieder von Facebook auf ihre Seiten zu locken. Gegen diese Spammer will Facebook vorgehen, indem die Webseiten untersucht und bei Auffälligkeiten das Verlinken verhindert wird, oder um etwa polizeiliche Maßnahmen einzuleiten.

Ob die vorgestellten Maßnahmen ausreichen, um Falschmeldungen effektiv zu verhindern oder wenigstens stark zu reduzieren, muss sich erst noch zeigen. Zumindest der erste Eindruck ist aber, dass damit nur eine bestimmte Art von Fake-News - nämlich die eher plumpen Fälschungen - einigermaßen wirkungsvoll bekämpft wird.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 1,29€
  2. 5€
  3. + Prämie (u. a. Far Cry 5, Elex, Assassins Creed Origins) für 62€
  4. (-50%) 29,99€

Prinzeumel 16. Dez 2016

...diese Behauptung dürfte dann ja langsam aus dem netz verschwinden.

pointX 16. Dez 2016

Genau das wird doch jetzt gemacht ? Aber eben halt nur markiert, und nicht gelöscht. Und...

pointX 16. Dez 2016

Der mündige Bürger soll selbst entscheiden, wie er einen Beitrag einordnet. Die...

cyzz 16. Dez 2016

....?

JouMxyzptlk 16. Dez 2016

Falsch, in 1984 wacht der große Bruder. Hier ist es jeder überwacht jeden. Also DDR 2.0.


Folgen Sie uns
       


HP Z2 Mini Workstation - Test

Die Z2 Mini Workstation G3 kann uns im Test überzeugen - und das nicht als sehr schnelle Maschine, sondern als gut durchdachtes Gesamtkonzept.

HP Z2 Mini Workstation - Test Video aufrufen
Patscherkofel: Gondelbahn mit Sicherheitslücken
Patscherkofel
Gondelbahn mit Sicherheitslücken

Die Steuerungsanlage der neuen Gondelbahn am Innsbrucker Patscherkofel ist ohne Sicherheitsmaßnahmen im Netz zu finden gewesen. Ein Angreifer hätte die Bahn aus der Ferne übernehmen können - trotzdem beschwichtigt der Hersteller.
Von Hauke Gierow

  1. Hamburg Sensoren melden freie Parkplätze
  2. Edge Computing Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
  3. Software AG Cumulocity IoT bringt das Internet der Dinge für Einsteiger

Thermalright ARO-M14 ausprobiert: Der den Ryzen kühlt
Thermalright ARO-M14 ausprobiert
Der den Ryzen kühlt

Mit dem ARO-M14 bringt Thermalright eine Ryzen-Version des populären HR-02 Macho Rev B. Der in zwei Farben erhältliche CPU-Kühler leistet viel und ist leise, zudem hat Thermalright die Montage etwas verbessert.
Ein Hands on von Marc Sauter


    Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
    Datenschutz
    Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

    Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
    Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

    1. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
    2. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern
    3. Facebook-Anhörung Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

      •  /