Facebook-Enthüllungen: Zuckerberg will Whistleblowerin diskreditieren
Facebook-Chef Zuckerberg weist die Vorwürfe seiner Ex-Mitarbeiterin Haugen zurück. Die "gute Arbeit" werde falsch dargestellt.
Angesichts der harten Vorwürfe gegen seinen IT-Konzern wirft Facebook-Chef Mark Zuckerburg einer früheren Mitarbeiterin falsche Darstellungen vor. Die aktuelle Berichterstattung "entstellt unsere Arbeit und unsere Motive", schrieb Zuckerberg in einem längeren Beitrag auf seiner Facebook-Seite. Anders als von der Whistleblowerin Frances Haugen behauptet, stelle das Unternehmen seine Gewinne nicht über die Sicherheit und das Wohlergehen der Nutzer. "Das ist nicht wahr", schrieb der Facebook-Gründer.
Das Argument, wonach Facebook bewusst Inhalte verbreite, um Menschen aus Gewinnstreben wütend zu machen, sei "im höchsten Maße unlogisch". Denn die Werbekunden wünschten kein Umfeld mit schädlichen oder aggressiven Inhalten für ihre Anzeigen. Kritiker der sozialen Medien aus dem Silicon Valley werfen Anbietern wie Facebook oder Youtube aber vor, bewusst solche Inhalte den Nutzern vorzuschlagen, die sie emotionalisieren. Damit wollten die Plattformen mehr Interaktionen hervorrufen und die Verweildauer der Nutzer erhöhen.
Zuckerberg: Instagram hilft den Jugendlichen
Zuckerberg wies zudem die Vorwürfe zurück, wonach Facebook aus internen Studien erfahren habe, dass Instagram der psychischen Gesundheit einiger Teenager schade und keine konsequenten Maßnahmen dagegen ergreife. Er verwies auf einen Beitrag des Unternehmens, wonach die interne Forschung ergeben habe, dass Instagram den Jugendlichen insgesamt dabei helfe, mit ihren Problemen umzugehen. Das betreffe elf von zwölf Bereiche. Nur bei der Körperwahrnehmung würde Instagram dazu führen, dass die Mädchen sich schlechter fühlten.
Einschränkend räumte er ein: " Aber wenn es um die Gesundheit oder das Wohlbefinden junger Menschen geht, ist jede negative Erfahrung von Bedeutung." Es sei "unglaublich traurig, an einen jungen Menschen in einem Moment der Not zu denken, der eine schlechtere Erfahrung mache anstatt aufgemuntert zu werden". Sein Unternehmen habe "branchenführende Anstrengungen unternommen, um solchen Menschen zu helfen", sagte Zuckerberg, ohne Beispiele zu nennen, worin die Anstrengungen bestehen sollen.
Seiner Ansicht nach werden durch die Enthüllungen keine Anreize für Unternehmen gesetzt, überhaupt interne Konzernforschung zu betreiben: "Es ist entmutigend zu sehen, dass diese Arbeit aus dem Kontext gerissen und dazu verwendet wird, ein falsches Narrativ zu konstruieren, wonach uns alles egal ist." Wenn Organisationen angegriffen würden, die sich bemühten, ihren Einfluss auf die Welt zu untersuchen, werde die Botschaft ausgesendet: "Es ist sicherer, nicht hinzuschauen, falls etwas gefunden wird, das einem dann vorgeworfen werden kann."
Damit bestätigt Zuckerberg indirekt die Forderungen der Whistleblowerin. Laut Haugen weiß im Grunde niemand außerhalb von Facebook, was im Innern des Unternehmens passiere. Der Konzern enthalte die erforderlichen Informationen der Öffentlichkeit und den Regierungen weltweit vor. "Gesetzgeberisches Handeln ist erforderlich, sie werden diese Krise nicht ohne Ihre Hilfe lösen", sagte die 37-Jährige am Dienstag in einer Anhörung des US-Senats. "Wir können uns nichts anderes als die volle Transparenz erlauben", forderte sie.
Haugen war rund zwei Jahre bei Facebook, zuvor bei Google sowie der Fotoplattform Pinterest und der Bewertungsplattform Yelp. Als Produktmanagerin sei sie spezialisiert auf algorithmenbasierte Produkte wie Empfehlungssysteme, wie sie auch der Newsfeed von Facebook nutze. Zwar seien die damit verbundenen Probleme komplex, doch Facebook habe desaströse Entscheidungen zulasten von Kindern, der öffentlichen Sicherheit, der Privatsphäre und der Demokratie getroffen. "Daher müssen wir von Facebook Änderungen verlangen", forderte Haugen im US-Kongress.
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