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Facebook-Dienstleister Arvato: Bei der Müllabfuhr des Internets

In Berlin arbeiten angeblich 600 Mitarbeiter der Bertelsmann-Tochter Arvato daran, unerlaubte Inhalte aus Facebook zu entfernen. Was sie zu sehen bekommen, ist oft an Grausamkeit nicht zu überbieten und lässt traumatisierte Menschen zurück.

Artikel veröffentlicht am ,
Die aktuelle Imagekampagne von Facebook in Deutschland
Die aktuelle Imagekampagne von Facebook in Deutschland (Bild: Facebook)

Das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook hat einem Medienbericht zufolge die Löschung von unzulässigen Inhalten in großem Stil dem Bertelsmann-Tochterunternehmen Arvato übertragen. Rund 600 Mitarbeiter aus verschiedenen Ländern sollen in Berlin damit beschäftigt sein, solche Inhalte zu entfernen, berichtete das Magazin der Süddeutschen Zeitung (SZ). Die Mitarbeiter würden dabei zum einen schlecht bezahlt, zum anderen ohne jede psychologische Betreuung traumatisierenden Inhalten ausgesetzt.

Inhalt:
  1. Facebook-Dienstleister Arvato: Bei der Müllabfuhr des Internets
  2. Können Algorithmen die Löschung übernehmen?

Das SZ-Magazin hat nach eigenen Angaben über mehrere Monate hinweg mit zahlreichen ehemaligen und derzeitigen Mitarbeitern von Arvato gesprochen. Nach öffentlichem Druck wegen der zunehmenden Verbreitung von Hasskommentaren und Hetze hatte Facebook im vergangenen Jahr reagiert und die Zusammenarbeit mit Arvato gesucht. Zu Beginn dieses Jahres war erstmals über die Kooperation berichtet worden. Bei einem Besuch von Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Februar 2016 in Berlin hieß es, dass 200 Mitarbeiter dort arbeiteten.

Details zu grausam, um sie zu drucken

Dem Bericht zufolge sind viele der Mitarbeiter aus dem Ausland nach Berlin gekommen und froh über einen Job gewesen, für den sie kein Deutsch sprechen mussten. Es gibt demnach Lösch-Teams für die Sprachen Arabisch, Spanisch, Französisch, Türkisch, Italienisch, Schwedisch und Deutsch. Die Teams sichteten Inhalte, die aus ihrem jeweiligen Sprachraum kämen. Auf die zum Teil brutalen Fotos und Videos seien die Mitarbeiter nach eigenen Angaben jedoch nicht vorbereitet gewesen: "Die Bilder wurden immer schlimmer, viel krasser als im Training. Aber oft auch nichts anderes als das, was du in meinem Heimatland in der Zeitung sehen könntest. Gewalt, teils entstellte Leichen. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen im Raum aufspringen. Rausrennen. Heulen."

Manche der berichteten Details seien zu grausam, um sie zu drucken. Als besonders belastend finden die Mitarbeiter demnach kinderpornografisches Material, Videos von Enthauptungen und Folter sowie Tier- und Kinderschänderei. Dabei sei es nicht einmal so, dass die internen Gemeinschaftsstandards von Facebook grausame Aufnahmen pauschal untersagten. Das SZ-Magazin zitiert einen Mitarbeiter mit den Worten: "Nach ein paar Tagen sah ich meine erste Leiche, viel Blut, ich bin erschrocken. Ich habe das Bild sofort gelöscht. Mein Vorgesetzter kam dann zu mir und sagte: Das war falsch, dieses Bild verstößt nicht gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook. Ich solle beim nächsten Mal genauer arbeiten."

Viele grausame Videos nicht verboten

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Dem Bericht zufolge veröffentlicht Facebook die detaillierten internen Vorgaben nicht, damit Nutzer nicht anhand der Kriterien genau entscheiden können, wie sie bestimmtes Material vor der nachträglichen Löschung schützen können. Für die Arvato-Mitarbeiter seien die Vorgaben aber zum Teil nur schwer nachvollziehbar. So sei der Umgang mit extremer Gewalt im Kapitel 15.2 geregelt: "Wir erlauben nicht, wenn Menschen Bilder oder Videos teilen, in denen Menschen oder Tiere sterben oder schwer verletzt werden, wenn diese Form der Gewalt dabei zusätzlich bejubelt wird." Was auf dem Bild zu sehen sei, spiele keine Rolle, sondern nur die Kombination von Bild und Text.

So müsse ein Video, in dem ein Mensch gequält wird, nur dann gelöscht werden, wenn darunter ein Kommentar stehe wie: "Mir gefällt es, zu sehen, wie viel Schmerz er da erleidet". Nicht gelöscht werden solle beispielsweise das Bild eines Erhängten mit dem Kommentar "Hängt diesen Hurensohn." Das gelte als erlaubte Befürwortung der Todesstrafe. Verboten wäre es nur, wenn spezifisch auf eine "Geschützte Personengruppe" eingegangen würde, also dort etwa stünde: "Hängt diesen Schwulen auf."

Können Algorithmen die Löschung übernehmen? 
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Cok3.Zer0 25. Dez 2016

Offenbar gibt es keine Persönlichkeits- oder Opferrechte in den Richtlinien.

AngryFrog 21. Dez 2016

Du hast keine Ahnung von was du redest.

AngryFrog 21. Dez 2016

Empathie gilt bei Face-to-Face Interaktion, nicht bei Terror der sich auf der anderen...

LH 20. Dez 2016

Berlin IST billig im Vergleich zu den meisten anderen großen Städten dieser Welt...

PanicMan 20. Dez 2016

Ja, klar, weil ja auch er diesen ganzen Mist da reinstellt... FB ist eine offene...


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