Abo
  • Services:

Facebook: Deutsche Nutzer erzwingen Änderung der Facebook-Regeln

Mehr als 13.000 Facebook-Nutzer fordern die erneute Änderung der Nutzungsbedingungen. Zu Recht, Datenschützer halten sie für mangelhaft. Genau wie die Abstimmung selbst.

Artikel veröffentlicht am , Christiane Schulzki-Haddouti/Zeit Online
Facebook-Schriftzug, geformt aus einer Collage von Profilbildern
Facebook-Schriftzug, geformt aus einer Collage von Profilbildern (Bild: Rainier Ehrhardt/Getty Images)

Facebook ist von deutschen Nutzern erneut gezwungen worden, seine Nutzungsbedingungen zu überarbeiten. Schon vor einem Monat war eine Aktualisierung der Regeln zu Datenschutz, zu Rechten und Pflichten am Protest der deutschen Mitglieder gescheitert. Damals kommentierten rund 36.000 deutsche Nutzer die neuen Regeln und erzwangen so eine Überarbeitung.

Inhalt:
  1. Facebook: Deutsche Nutzer erzwingen Änderung der Facebook-Regeln
  2. Biometrische Erfassung wird nicht einmal erwähnt

Diese Überarbeitung wurde vor einer Woche vorgestellt, stieß aber ebenfalls auf Widerstand: In über 13.000 Kommentaren lehnten deutsche Nutzer sie mehrheitlich ab, nur rund 200 Personen drückten ihre Zustimmung über den "Gefällt mir"-Knopf aus.

Laut seinen eigenen Regeln muss Facebook geplante Änderungen auf der Seite Facebook Site Governance dokumentieren. Das klingt nach Transparenz - ist aber keine. Denn nur diejenigen Nutzer erfahren davon, denen diese Seite "gefällt". Derzeit haben nur zwei Millionen Mitglieder die Seite auf diese Art abonniert, das sind gerade einmal 0,3 Prozent aller Nutzer. Um Kritik der Intransparenz zu begegnen, hat Facebook dieses Mal Medien vorab von der geplanten Änderung der Nutzungsbedingungen informiert.

Wenn mehr als 7.000 Nutzer einen inhaltlichen Kommentar hinterlassen, erhalten sie laut den Regeln "die Gelegenheit, an einer Abstimmung teilzunehmen, bei der Alternativen vorgeschlagen werden". Während in der eben zu Ende gegangenen Anhörungsrunde die Nutzer lediglich zustimmen oder kommentieren konnten, könnte sie Facebook also in der nächsten Runde vor eine Wahl stellen. Wobei die Alternativen von Facebook formuliert werden, nicht von den Nutzern.

Abstimmung ist möglicherweise rechtswidrig

Stellenmarkt
  1. Landeshauptstadt München, München
  2. Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern

Marit Hansen, stellvertretende Landesdatenschützerin in Schleswig-Holstein, hält eine Abstimmung grundsätzlich für "sinnvoll". Doch sie bezweifelt, dass Facebook Vorschläge unterbreiten wird, die dem deutschen Recht entsprechen werden.

Auch grundsätzlich gibt es Kritik an dem Verfahren. Es ist nach Auffassung von Verbraucher- und Datenschützern rechtswidrig. Der hamburgische Landesdatenschützer Johannes Caspar sagt: "Es ist keine legitime Grundlage, nur einen Bruchteil der Nutzer überhaupt von den Änderungen der Nutzungsbedingungen in Kenntnis zu setzen und diese dann schließlich gegenüber allen geltend zu machen."

Da das Ganze außerdem in die mittlerweile dritte Anhörungsrunde geht, könnten gewisse Ermüdungseffekte bei den Nutzern eintreten. Hansen denkt, dass Facebook auf eine ständig sinkende Nutzerresonanz setzt: "Die Nutzer mussten jetzt zigtausend Zeichen Text durchforsten und auch die Übersetzung war nicht immer verständlich." Dabei setze Facebook darauf, dass die Nutzer einzelne Bestimmungen kommentierten. Diese lehnten die Nutzungsbedingungen jedoch meist nur pauschal mit einem Verweis auf deutsches Recht ab.

Biometrische Erfassung wird nicht einmal erwähnt 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 86,99€ (Bestpreis!)
  2. 99,90€ (Bestpreis!)
  3. für 134,98€/176,98€ (Bestpreise!)
  4. 49,99€/59,99€

Groundhog Day 30. Apr 2012

Nö. Aber wer zwingt die eigentlich dazu, FB zu benutzen?

RaupenKopie 30. Apr 2012

Man kann doch seine Freunde fragen , ob sie auch wechseln würden (aber wegen ihrer...


Folgen Sie uns
       


LG G7 Thinq - Test

Das G7 Thinq ist LGs zweites Smartphone unter der Thinq-Dachmarke. Das Gerät hat eine Kamera, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz Bildinhalte analysiert und anhand der Analyseergebnisse die Bildeinstellungen verändert. Mit äußerster Vorsicht sollten Nutzer die Gesichtsentsperrung verwenden, da sie sich in der Standardeinstellung spielend leicht austricksen lässt.

LG G7 Thinq - Test Video aufrufen
Hacker: Was ist eigentlich ein Exploit?
Hacker
Was ist eigentlich ein Exploit?

In Hollywoodfilmen haben Hacker mit Sturmmasken ein ganzes Arsenal von Zero-Day-Exploits, und auch sonst scheinen die kleinen Programme mehr und mehr als zentraler Begriff der IT-Sicherheit verstanden zu werden. Der Hacker Thomas Dullien hingegen versucht sich an einem theoretischen Modell eines Exploits.
Von Hauke Gierow

  1. IoT Foscam beseitigt Exploit-Kette in Kameras
  2. Project Capillary Google verschlüsselt Pushbenachrichtigungen Ende-zu-Ende
  3. My Heritage DNA-Dienst bestätigt Datenleck von 92 Millionen Accounts

IT-Jobs: Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?
IT-Jobs
Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?

Startups müssen oft kurzfristig viele Stellen besetzen. Wir waren bei dem Berliner Unternehmen Next Big Thing dabei, als es auf einen Schlag Bewerber für fünf Jobs suchte.
Ein Bericht von Juliane Gringer

  1. Frauen in IT-Berufen Programmierte Klischees
  2. Bitkom Research Höherer Frauenanteil in der deutschen IT-Branche
  3. Recruiting IT-Experten brauchen harte Fakten

Elektroautos: Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts
Elektroautos
Ladesäulen und die Tücken des Eichrechts

Wenn Betreiber von Ladestationen das Wort "eichrechtskonform" hören, stöhnen sie genervt auf. Doch demnächst soll es mehr Lösungen geben, die die Elektromobilität mit dem strengen deutschen Eichrecht in Einklang bringen. Davon profitieren Anbieter und Fahrer gleichermaßen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Himo Xiaomis E-Bike mit 12-Zoll-Rädern kostet rund 230 Euro
  2. WE Solutions Günstige Elektroautos aus dem 3D-Drucker
  3. Ladesäulen Chademo drängt auf 400-kW-Ladeprotokoll für E-Autos

    •  /