Facebook: Apple verbietet Hinweis auf App-Store-Gebühr

Für Facebook sind es wichtige, für Apple "irrelevante" Informationen. Facebook ärgert sich darüber, dass Apple dem sozialen Netzwerk verbietet, in einer App auf die App-Store-Gebühr hinzuweisen, die Apple verlangt, berichtet Reuters(öffnet im neuen Fenster) . Eine von Facebook eingereichte App wurde für die Veröffentlichung im App Store abgelehnt, weil darin öffentlichkeitswirksam auf die App-Store-Gebühr hingewiesen wurde.
Nach Angaben von Facebook hat Apple zur Begründung der Ablehnung eine App-Store-Regel genannt, wonach es Unternehmen untersagt sei, der Nutzerschaft "irrelevante" Informationen anzuzeigen. Dabei entscheidet Apple selbst, welche Angaben als irrelevant eingestuft werden.
Facebook wollte bei einer neuen Funktion für Online-Veranstaltungen darauf hinweisen , dass Apple von den erhobenen Gebühren einen Anteil von 30 Prozent behält.
Facebook begründet es mit Transparenz
"Wir sollten mehr denn je die Möglichkeit haben, den Menschen zu helfen zu verstehen, wohin das Geld tatsächlich geht, das eigentlich für kleine Unternehmen vorgesehen ist. Leider lehnte Apple unseren Transparenzhinweis in Bezug auf die 30-prozentige Steuer ab, aber wir arbeiten immer noch daran, diese Informationen innerhalb der App-Erfahrung verfügbar zu machen" , sagte Facebook in einer Erklärung.
Reuters hat Apple um eine Stellungnahme gebeten, aber das Unternehmen habe darauf nicht reagiert.
Facebook wollte eine Ausnahme von der App-Store-Gebühr
Facebook hatte Anfang August 2020 angekündigt, dass ein Werkzeug geplant werde, mit dem Facebook-Nutzer bezahlte Online-Veranstaltungen durchführen können, um Einnahmeverluste aufgrund der Coronavirus-Pandemie auszugleichen. Facebook habe Apple nach eigenen Angaben gebeten, in diesem Fall auf die 30-prozentige Gebühr zu verzichten, um vor allem kleinere Unternehmen unterstützen zu können. Dieses Ansinnen habe Apple nach Angabe von Facebook abgelehnt.
Daher wollte Facebook die Nutzer darüber informieren, warum 30 Prozent der Einnahmen für Online-Veranstaltungen an Apple abgetreten werden müssen. Aber Apple hat diese Praxis verboten. Das alles betrifft die Facebook-Nutzung auf Apples Mobilgeräten.
Nach Angaben von Reuters hat Google im Play Store für diese Facebook-Online-Veranstaltungen auf die 30-Prozent-Gebühr verzichtet. Und eigentlich sollten die Nutzer in der entsprechenden Android-App darüber informiert werden, dass die Provision von Google nicht erhoben wird. Aber laut Reuters gibt es einen solchen Hinweis auf der Android-Plattform doch nicht. Nähere Angaben sind dazu nicht bekannt.
Streit zwischen Apple und Epic Games
Epic Games und Apple streiten aktuell über die App-Store-Gebühr . Epic Games möchte sie nicht zahlen, Apple beharrt aber auf Einhaltung der App-Store-Regeln.
Mitte Juni 2020 hat die EU-Kommission offiziell Untersuchungen wegen Apples App-Store-Praxis begonnen . Epic Games äußerte sich kurze Zeit danach. Das Fortnite-Unternehmen kritisierte Apples Vorgaben bei App-Abos und dem App-Store-Monopol . Es wurde bemängelt, dass Apple durch sein Vorgehen die Gewinnmargen der Konkurrenz verringere und zugleich die Kunden im App Store höhere Preise habe zahlen müssten.



