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Facebook-Anhörung: Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

In einer mehrstündigen Anhörung vor dem US-Senat hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg sein Unternehmen verteidigt. Doch des Öfteren hinterließ er den Eindruck, als wisse er selbst nicht genau, was er in den vergangenen Jahren da geschaffen hat.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Anhörung vor dem US-Senat
Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Anhörung vor dem US-Senat (Bild: Alex Brandon/Pool/Reuters)

Wenn es auf der Welt einen Menschen geben sollte, der das Tracking von Nutzern erklären kann, sollte es Facebook-Chef Mark Zuckerberg sein. Schließlich ist sein soziales Netzwerk neben Google wohl am aktivsten weltweit, was das Verfolgen von Nutzeraktivitäten im Netz betrifft. Doch auf kritische Fragen in einer Anhörung des US-Senats (Transkript) stammelte Zuckerberg am Dienstag: "Ich weiß das - die Leute nutzen Cookies im Internet und man kann vermutlich Aktivitäten korrelieren zwischen, zwischen Sitzungen." Zuckerberg konnte nicht einmal die Frage beantworten, ob Facebook Nutzer trackt, die sich ausgeloggt haben. Dabei hat ein belgisches Gericht das Tracking von Nichtmitgliedern erst kürzlich verboten. Offenbar weiß Zuckerberg selbst nicht mehr genau, was sein Unternehmen eigentlich alles macht.

Inhalt:
  1. Facebook-Anhörung: Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle
  2. Es kommt immer auf die Details an

"Das liefert mein Team nach", war daher die Standard-Antwort Zuckerbergs in der Anhörung. Neben den "Follow ups" gab es eine ganze Reihe von weiteren Floskeln, die der 33-Jährige bei jeder Gelegenheit herunterbetete. Auf die Frage, wie sein Unternehmen eigentlich Hatespeech wirksam bekämpfen wolle, verwies er immer wieder auf die künstliche Intelligenz. Als er das Unternehmen 2004 zusammen mit seinem Zimmerkollegen gestartet habe, habe es noch keine KI-Technik gegeben, die die von den Nutzern geteilten Inhalte habe überprüfen können.

Volle Kontrolle worüber?

Daher habe Facebook immer nur reaktiv seine Inhalte-Politik durchsetzen können. Doch nun könnten mit Hilfe von KI bestimmte Arten von "schlechter Aktivität" proaktiv erkannt und für die Facebook-Teams markiert werden. Was Hassrede betreffe, sei er optimistisch, "dass KI-Werkzeuge in fünf bis zehn Jahren auch Nuancen erkennen, die sprachlichen Nuancen unterschiedlicher Arten von Inhalten". Das heißt: In zehn Jahren gibt es vermutlich keinen einzigen Facebook-Beitrag mehr, der ohne intensive Vorabfilterung durch KI auf dem Netzwerk erscheinen kann.

Arg strapaziert wurde von Zuckerberg zudem der Begriff der Kontrolle. Die Nutzer seien die Eigentümer der Daten, hätten schon jetzt die "volle Kontrolle" oder "komplette Kontrolle" in dem System. "Wenn wir das nicht richtig kommunizieren, ist das ein großes Problem, an dem wir arbeiten sollten", sagte der Facebook-Chef. Allerdings konnte er auf Anfrage von Senator Cory Gardner nicht genau angeben, wie lange die Nutzerdaten noch auf den Servern bleiben, wenn das Konto gelöscht worden ist. Mehrfach wies Zuckerberg darauf hin, dass sein Unternehmen die Daten nicht verkaufe, sondern lediglich auf Basis der ausgewerteten Daten und Nutzeraktivitäten gezielte Werbung vermarkte.

Gilt noch das Providerprivileg?

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Kritisch ist für Unternehmen wie Facebook auch die Frage, ob sie sich wie eine neutrale technische Plattform sehen, die lediglich die Infrastruktur bereithält, oder ob sie auch für die hochgeladenen Inhalte verantwortlich sind. Auf eine entsprechende Frage von Senator John Cornyn antwortete Zuckerberg. "Ich stimme zu, dass wir für den Inhalt verantwortlich sind." Auf Nachfrage von Dan Sullivan, ob Facebook damit eine Art Verlag sei, präzisierte er: "Wir produzieren den Inhalt nicht." Aber die Verantwortung für die Inhalte sei auch nicht inkompatibel mit der Tatsache, dass Facebook im Kern eine Technikunternehmen sei. Sollte Facebook als Verlag eingestuft werden, würde beispielsweise in Europa nicht mehr das sogenannte Providerprivileg gelten.

Angesichts der vielen Facebook-Skandale steht der US-Kongress vor der Frage, wie mit der gewachsenen Bedeutung des weltgrößten sozialen Netzwerks umzugehen ist. Die Senatoren würden gerne verhindern, dass sich Staaten wie Russland wieder per Facebook in den US-Wahlkampf einmischen, dass die Daten gegen den Willen der Nutzer für manipulative Zwecke genutzt werden oder sich diskriminierende Werbung schalten lässt. Doch die Frage, ob sich das am besten durch Gesetze erreichen lässt, blieb weitgehend unbeantwortet.

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freddypad 20. Apr 2018

"schöne Gesicht" ?? Ähm.... :-)

berritorre 18. Apr 2018

Also wenn jemand nach einem "schönen Gesicht" für seine Datenabgreifplattform gesucht...

berritorre 13. Apr 2018

Das denke ich mir auch immer. Allerdings habe ich da nicht genug Einblick.

BLi8819 13. Apr 2018

Facebook kann ohne weiteres im Browser geöffnet werden, auch auf dem Smartphone. Was...

Solarix 12. Apr 2018

Der ist doch nicht doof und weiß genau was ein Cookie ist und wie das Tracking...


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