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Bundesjustizminister Heiko Maas fordert noch mehr Engagement von Facebook.
Bundesjustizminister Heiko Maas fordert noch mehr Engagement von Facebook. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Facebook: 100.000 Hassinhalte in einem Monat gelöscht

Bundesjustizminister Heiko Maas fordert noch mehr Engagement von Facebook.
Bundesjustizminister Heiko Maas fordert noch mehr Engagement von Facebook. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Allein im August 2016 hat Facebook in Deutschland rund 100.000 Beiträge mit Hassinhalten gelöscht - sagt das Social Network selbst. Politiker wie Bundesjustizminister Heiko Maas erkennen dies als Fortschritt an, fordern aber weiter verstärkte Bemühungen der sozialen Netzwerke.

Strafbare Inhalte im Internet werden nach Ansicht von Bundesjustizminister Heiko Maas noch immer "viel zu wenig und viel zu langsam" gelöscht. Das größte Problem liege darin, dass die Beschwerden von Nutzern häufig nicht ernstgenommen würden, sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin. "Von den strafbaren Inhalten, die User melden, löschte Twitter gerade einmal 1 Prozent, Youtube nur 10 und Facebook 46 Prozent. Das ist zu wenig", findet der Minister. Wendeten sich aber Institutionen wie Jugendschutz.net direkt an die Netzwerke, sei der Anteil gelöschter Inhalte deutlich höher.

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Im Kampf gegen Hasskommentare im Netz hatte sich eine im September 2015 gegründete Task Force mit den Internet-Unternehmen darauf geeinigt, dass gemeldete und strafbare Beiträge innerhalb von 24 Stunden entfernt werden sollen. Laut einer ersten Bilanz von Jugendschutz.net löschte Youtube 96 Prozent und Facebook 84 Prozent der Beiträge, wenn die Organisation selbst diese meldete. "Davon wird bei beiden immerhin die Hälfte innerhalb von 24 Stunden gelöscht. Das ist deutlich schneller als noch im Frühjahr", sagte Maas. "Die Lage ist besser geworden, aber sie ist noch lange nicht gut." Die Ergebnisse seien "zwiespältig".

Politik fordert Transparenz ein

Eines der größten Probleme bleibe die fehlende Transparenz, betonte der Minister. "Wir sollten daher prüfen, ob wir Soziale Netzwerke verpflichten, offenzulegen, wie viele Beschwerden wegen illegaler Hass-Kommentare sie bekommen haben, und wie sie damit umgegangen sind."

Daniel Schwammenthal vom American Jewish Committee prangerte die Fälle an, in denen erklärt worden sei, dass eindeutige Hassrede nicht gegen die Regeln verstoße. Das sei "unerklärlich und unerträglich", kritisierte er. "Es muss eine Erklärung geben, wie einige dieser Entscheidungen zustandekommen." Mehr Transparenz sei nötig: "Wer kontrolliert die Kontrolleure? Wie vergewissert man sich, dass diese nicht selbst rassistisch sind?"

Facebook und die Fußballfans

Zugleich nannte Facebook erstmals eine eigene Zahl zu entfernten Beiträgen. Im August 2016 seien in Deutschland rund 100.000 Inhalte mit Hassrede gelöscht worden, sagte der europäische Politik-Verantwortliche Richard Allan. Das Online-Netzwerk macht allerdings keine Angaben dazu, wie viele Meldungen in dieser Zeit insgesamt erstattet wurden und wie sich die Zahl gelöschter Inhalte in den vergangenen Monaten entwickelte. Zugleich gibt Facebook zu bedenken, dass Nutzermeldungen nicht immer berechtigt seien: So würden sich Fans von Fußballmannschaften bei emotionsgeladenen Spielen auch Hassrede vorwerfen.

"Wir sind nicht perfekt", räumte Allan ein. Die Meldungen zu Hassbotschaften würden grundsätzlich nicht von Software, sondern von Menschen geprüft. Eine Schwierigkeit sei, dass Facebook ganz genau verstehen müsse, welche Sprache im Jahr 2016 für Hassrede verwendet werde. "Und die ist anders als noch 2013."

Derweil forderten die Grünen die Bundesregierung auf, Facebook noch stärker in die Pflicht zu nehmen. "Vor allem brauchen wir klare, vom Staat definierte Spielregeln statt windiger Vereinbarungen auf der Basis von Freiwilligkeit", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Dieter Janecek, dem Handelsblatt. "Fakt ist: Unser Rechtsstaat hat vor Facebook kapituliert und sich auf einen Scheindeal freiwilliger Vereinbarungen eingelassen, die schädlich für unser Zusammenleben sind."

EU setzt auf Selbstregulierung

Der Rechtsstaat biete Möglichkeiten, gegen Beleidigungen, Hetze und sonstige Regelübertretungen konsequent vorzugehen. Allerdings gebe es ein Problem mit der konkreten Umsetzung, weil das US-Unternehmen versuche, sich deutscher Rechtsetzung zu verweigern, kritisierte Janecek. "Das können wir nicht länger hinnehmen."

EU-Kommissarin Vera Jourova zeigte sich am Montag in Berlin dagegen überzeugt, "dass wir bei der Selbstregulierung bleiben können." Die Menschen in Skandinavien hätten oft ein anderes Verständnis von Gewalt als etwa in Rumänien. "Für Europa muss aber ganz eindeutig klar sein: Hass und Gewalt sind inakzeptabel. Wir dürfen uns auch nicht verlieren in Diskussionen, was etwa Gewalt ist."


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ecv 27. Sep 2016

Was mehr nach einem Kult klingt als nach einer Regierung ;-)

twil 27. Sep 2016

würde zbs. Golem ohne Angabe von Gründen, willkürlich Beiträge löschen, dann währen hier...

AngryFrog 27. Sep 2016

Andere Diktatoren haben sich damals wenigstens nicht auch noch öffentlich auf die...

DWolf 27. Sep 2016

+1

michael_ 27. Sep 2016

Willkommen im Zeitalter der Medienmanipulierten. Egal welcher Partei, Religion...



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